Schul-Perspektive für Wintersdorf

Rastatt (ema) – In Stadtverwaltung und staatlichem Schulamt gibt es Bestrebungen, in Wintersdorf eine Grundschule zu etablieren.

Die einstige Hauptschule im Ried soll jetzt Grundschule werden. Die Ideen aus dem Dorfentwicklungskonzept hätten sich damit erledigt. Foto: av

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Die einstige Hauptschule im Ried soll jetzt Grundschule werden. Die Ideen aus dem Dorfentwicklungskonzept hätten sich damit erledigt. Foto: av

Wintersdorf ist der einzige Stadtteil von Rastatt, der über keine Schule verfügt. Das dürfte sich ändern. Die Stadt Rastatt liebäugelt im Einvernehmen mit dem Staatlichen Schulamt damit, in dem Ried-Stadtteil eine Grundschule zu etablieren. Im Gemeinderat sprach OB Hans Jürgen Pütsch von einer „guten Entwicklung“.
Bis zum Ende des Schuljahrs 2014/15 bestimmten noch Schüler und Lehrer das Geschehen in der Haupt- beziehungsweise Werkrealschule im Ried – zuletzt als Außenstelle der Gustav-Heinemann-Schule, einer Gemeinschaftsschule. Dann erklang erst mal kein Gong mehr, bis die Rastatter Hans-Thoma-Schule zum Schuljahr 2018/2019 ins Rieder Exil ging, weil im Ötigheimer Weg die Grundschule neu gebaut wird.

Keine Chance für Realschule

Da der Rückzug aus dem Ausweichquartier sich für die kommenden Sommerferien abzeichnet, hatte die Stadtverwaltung Kontakt mit dem staatlichen Schulamt Rastatt aufgenommen, um auszuloten, ob auf Dauer ein Schulstandort in Wintersdorf denkbar sei. Die Signale aus der Behörde waren positiv. Aufgrund der Schülerprognosen im Ried wäre es aus Sicht des Schulamts möglich, in Wintersdorf eine eigenständige Grundschule oder eine Außenstelle der Grundschule Ottersdorf einzurichten. Seit Jahrzehnten müssen die Erst- bis Viertklässler aus Wintersdorf mit dem Bus ins Nachbardorf pendeln.

Auf diese neue Grundschul-Perspektive will sich die Stadtverwaltung jetzt einstellen. In den nächsten Monaten sollen Fragen unter anderem zu Ganztagsangeboten und der Fortführung des deutsch-französischen Angebots aufgearbeitet werden, ehe der Gemeinderat eine Entscheidung treffen soll.

Klar ist damit, dass es in Wintersdorf keine Außenstelle der August-Renner-Realschule geben wird. Für diese Alternative hatte sich die SPD-Fraktion vergeblich eingesetzt. Verwaltung und Schulleitung standen dieser Lösung ohnehin skeptisch gegenüber; jetzt habe auch das staatliche Schulamt signalisiert, dass es für einen Realschulbetrieb in Wintersdorf nur „wenig Chancen“ gebe, heißt es aus dem Rastatter Rathaus. Erledigt haben sich damit aber auch Überlegungen aus dem Dorfenwicklungskonzept. In Wintersdorf wollte man den Wegfall der Schulnutzung auch als Chance begreifen. Die Rede war von einem „multifunktionalen Zentrum“ – beispielsweise mit einer Tagesstätte für Senioren und der Ortsverwaltung.


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