Schule in Paraguay mit Hilfe aus Loffenau

Loffenau (vgk) – Die Anfänge reichen zurück bis ins Jahr 1999. Heute ist die Escuela Arco ein Schulzentrum mit mehr als 20 Gebäuden. Wesentlichen Anteil an deren Entstehen hat ein Loffenauer.

Das neue Internatsgebäude der Escuela Arco in Paraguay. Foto: Hans-Jürgen Drews

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Das neue Internatsgebäude der Escuela Arco in Paraguay. Foto: Hans-Jürgen Drews

Manches Mal kann es Hans-Jürgen Drews selbst nicht ganz glauben, welche Dimensionen das von ihm und seiner Frau Ursula angestoßene Projekt Escuela Arco Iris in Chaco/Paraguay in den zurückliegenden 28 Jahren angenommen hat. Aus einem bescheidenen Gebäude mit zwei Klassenräumen, finanziert aus eigenen Mitteln, wuchs ein veritables Bildungszentrum für Kinder und Jugendliche heran.

Im vergangenen Jahr konnte ein neu errichtetes Internatsgebäude für 80 Schülerinnen seinen Betrieb aufnehmen.

Wenn der 82-jährige Loffenauer und ehemalige Gernsbacher Handwerksmeister den Blick in die Vergangenheit wirft, kann er viel erzählen. Die Idee zum Schulhausbau reifte 1993 heran. Doch bis die Schule ihren Betrieb aufnehmen konnte, sollten noch weitere sechs Jahre vergehen. 1999 konnte der erste Unterrichtstrakt bezogen werden. 2000 erhielt die Bildungseinrichtung dann die offizielle Anerkennung durch die Schulbehörde.

Damit ist die Geschichte aber noch nicht zu Ende. Es wurde weiter gebaut, immer der Notwendigkeit folgend. Gemeinsam trotzte man in der Vergangenheit Wassernotstand, Hurrikans, Formfehlern und einer Nichtbewilligung der Lehrergehälter durch die Schulbehörde. In kurzer Abfolge entstand ein erstes Internatsgebäude, bessere sanitäre Einrichtungen und eine Sport- und Freizeithalle sollten folgen. Außerdem widmete man sich dem Aufbau einer zuverlässigen Wasserversorgung.

In Paraguay gründete sich ein Schulträgerverein. Dessen deutsches Pendant, der Förderverein Escuela Arco Iris, mit Drews an der Spitze, wurde zwei Jahre später aus der Taufe gehoben.

Schule platzt aus allen Nähten

Die Qualität der Schule sprach sich schnell herum. Internat ebenso wie die Bildungseinrichtung platzten bald aus allen Nähten. Binnen fünf Jahren wuchs die Anzahl der Schüler auf 100 Kinder an. 2010 wurden bereits 178 und aktuell werden 234 Schulkinder gezählt. Ein Großteil derer, 124, sind im Internat untergebracht. Der südamerikanische Binnenstaat Paraguay ist dünn besiedelt. Pro Quadratkilometer werden nur rund 18 Einwohner gezählt. Die Wege zur nächsten Schule können dementsprechend weit sein. Die schulische Ausbildung beginnt mit der Vorschule und endet mit der neunten Klasse.

Über 20 Gebäude wurden im Laufe der Zeit auf dem rund 16 Hektar großen Gelände errichtet.

In das jüngste Projekt, ein in Massiv-Bauweise entstandenes weiteres Internatsgebäude für rund 80 Schülerinnen, wurden im vergangenen Jahr 171.000 Euro investiert. Eine Summe, die vom Förderverein nicht allein zu stemmen war.

Verein, Förderer, Gönner und Spender großer Geldbeträge legten den Grundstein für das Vorhaben. Rund 43.000 Euro kamen auf diese Weise zusammen.

Die restlichen Mittel in Höhe von etwa 128.000 Euro steuerte das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung bei. Mit diesem arbeitet der Verein zwischenzeitlich zusammen.

Das Corona-Virus verhinderte die siebenmonatige Baubetreuung durch Drews vor Ort. Die Teilnahme daran erfolgte per Video-Chat, was recht gut klappte und Fehler verhinderte, so Drews. Im November des vergangenen Jahres konnte das Gebäude seiner Bestimmung übergeben werden. Die offizielle Einweihung muss noch warten.

Drews ist es wichtig allen Spendern, Vereinsmitgliedern und dem Ministerium für die Unterstützung des Internatsneubaus zu danken. Die Nachhaltigkeit des Lernens in der Schule Escuela Arco Iris ergaben durchgeführte Nachforschungen.

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Blick in einen der Schlafsäle. Im neuen Internatsgebäude finden 80 Schülerinnen Platz. Foto: Hans-Jürgen Drews

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Erstellt:
8. März 2021, 18:00 Uhr
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