Schulen in Mittelbaden dicht

Baden-Baden (naf/fk) – Nachdem Baden-Baden die 165er-Inzidenz an drei Tagen in Folge überschritten hat und die bundesweite Notbremse ab Samstag gilt, ist nun klar: Die Schulen der Kurstadt bleiben zu.

Gemeinsamer Arbeitsplatz Esstisch: Nach dem Landkreis Rastatt müssen ab Montag auch Schüler des Stadtkreises Baden-Baden wieder von Zuhause aus lernen.Foto: Guido Kirchner/dpa

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Gemeinsamer Arbeitsplatz Esstisch: Nach dem Landkreis Rastatt müssen ab Montag auch Schüler des Stadtkreises Baden-Baden wieder von Zuhause aus lernen.Foto: Guido Kirchner/dpa

Mit Inkrafttreten der bundesweiten Notbremse müssen nach den Einrichtungen im Landkreis Rastatt nun auch die Baden-Badener Schulen wieder ihre Türen schließen. Drei Tage am Stück lag die Inzidenz im Stadtkreis über der in der Bundes-Notbremse festgelegten Inzidenz von 165. Heißt konkret: Ab Montag ist in den Schulen Fernunterricht angesagt. Es findet – genauso wie in den Kitas – nur noch Notbetreuung statt.

Eltern, Lehrer und Schüler mussten das in Anbetracht der in der Kurstadt zuletzt stark steigenden Infektionszahlen, die aktuell knapp unter 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern liegen, zuletzt schon befürchten. Gewissheit herrscht indes erst jetzt mit der Bundes-Notbremse. Denn laut Landesverordnung bestimmte die 200er-Marke bisher, wann vom Präsenzunterricht wieder in den Fernunterricht gewechselt werden musste. Das aktualisierte Infektionsschutzgesetz schreibt indes Fernunterricht bereits ab einer Inzidenz von 165 vor.

„Bis auf wenige Ausnahmen kein Präsenzunterricht“

Die Inzidenzwerte in Baden-Baden übersteigen diesen Wert seit Dienstag. Das hat das auch für Baden-Baden zuständige Gesundheitsamt im Rastatter Landratsamt am Freitag so auch offiziell festgestellt und eine entsprechende Verordnung erlassen. Wörtlich heißt es darin: Schulen dürfen im Stadtkreis Baden-Baden „bis auf wenige Ausnahmen keinen Präsenzunterricht mehr anbieten. Ebenso ist der Betrieb von Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflegen bis auf die Notbetreuung untersagt. Im Landkreis Rastatt gilt diese Regelung bereits. Sie wird aufgehoben, wenn die Sieben-Tages-Inzidenz an fünf Tagen in Folge unter 165 liegt.“

„Wir sind froh, dass es jetzt noch zur Entscheidung kam“, sagt Schulamtsleiter Wolfgang Held. Die Nachricht erreichte Lehrer und Eltern Freitagmittag – als Überraschung kann man sie nicht bezeichnen. „Im Grunde genommen war es allen Beteiligten klar, dass damit zu rechnen ist“, so Held. Die verschärfenden Maßnahmen der Notbremse wurden vorab kommuniziert, „nur die genaue Umsetzung und ab wann sie greift, war unklar.“ Entsprechende Vorbereitungen seien also bereits getroffen worden.

Umstellung für Lehrkräfte unproblematisch

Nach den Unsicherheiten der vergangenen Tage sei der Schulamtsleiter am Freitag froh gewesen, den Lehrkräften nun eine klare Aussage weiterleiten zu können. Die Einzelheiten werden allerdings wie immer erst durch die angepasste Landesverordnung kommuniziert, auf die Held Freitagnachmittag noch wartete. „Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden wieder die gleichen Ausnahmen gelten“, ist er sich sicher. Abschlussklassen und Sonderpädagogische Bildungs- sowie Beratungszentren G und K waren bisher von der Regelung ausgenommen. Dass die Notbetreuung weiter regulär stattfindet, steht allerdings fest.

In der Baden-Badener Vincenti-Grundschule wird dieses Angebot rege genutzt, die gestrige Nachricht sorgte außerdem für weitere Anmeldungen, wie die stellvertretende Schulleitung Theresa Wunsch am Freitag auf BT-Anfrage berichtet. Einige der Eltern hätten noch mit dem Präsenzunterricht gerechnet oder keine Möglichkeit, ihre Kinder zu betreuen.

Für das Kollegium stelle der Fernunterricht kein großes Problem dar. „Natürlich ist das eine Umstellung, wenn man den Unterricht unter anderen Bedingungen geplant hat“, sagt Wunsch, „aber die Abläufe sind drin und wir haben ein gutes Konzept dafür entwickelt.“ Zu diesem gehören neben Videokonferenzen auch Lernpakete, die hinter der Schule deponiert und über das Wochenende von den Eltern abgeholt werden. Die Schule müsse zwar „organisatorisch umdenken“, so Wunsch „aber wir sind mittlerweile ein eingespieltes Team“.


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