Schulen sollen weiter im Präsenzunterricht bleiben

Baden-Baden (kos) – Kultusministerin Theresa Schopper ist sicher, dass das neue Schuljahr von Beginn an in Präsenz stattfinden kann. Dafür hat sie frühzeitig Empfehlungen für den Schulstart gegeben.

Ab September soll es keinen Fernunterricht für die Schüler in Baden-Württemberg geben. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

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Ab September soll es keinen Fernunterricht für die Schüler in Baden-Württemberg geben. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Schüler können aufatmen: Das kommende Schuljahr soll von Anfang an wieder in Präsenz stattfinden. Davon geht Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) aus. Mit einem Eckpunktepapier hat das Kultusministerium Schulen Empfehlungen an die Hand gegeben, wie ein weiteres Schuljahr unter Pandemiebedingungen ablaufen kann.

„Erfreulicherweise hat sich das Infektionsgeschehen in den vergangenen Wochen so entwickelt, dass wir zum heutigen Zeitpunkt für das Schuljahr 2021/2022 von einem Unterrichtsbetrieb in Präsenz ausgehen“, schreibt Schopper in einem Schreiben an die Schulen im Land zur allgemeinen Lage und blickte optimistisch auf das kommende Schuljahr.

Welche Auflagen gelten für den Präsenzunterricht?
Zum Schutz vor Corona-Ausbrüchen durch Reiserückkehrer gilt in allen Schularten in den ersten beiden Schulwochen nach den Sommerferien eine inzidenzunabhängige Maskenpflicht. Regelmäßige Testungen bleiben auf absehbare Zeit auch weiterhin die Voraussetzung, um am Präsenzunterricht teilzunehmen.

Worauf soll beim Schulstart besonders geachtet werden?
Für die ersten Wochen soll es eine „Phase des Ankommens“ geben, teilte das Kultusministerium mit. Durch die lange Zeit der Schulschließungen rücken vor allem auch das soziale Miteinander und die sozial-emotionalen Kompetenzen der Schüler stärker in den Vordergrund. Dabei solle der fachlichen und sozialen Förderung eine gleichwertige Bedeutung zukommen.

Prüfungen sollen an Unterricht angepasst werden

Wie wird den Lernrückständen entgegengewirkt?
Dafür muss zunächst der individuelle Lernstand und pandemiebedingte Förderbedarf der Schüler ermittelt werden. Dazu geben Lehrer die Lernniveaus der einzelnen Schüler an die nachfolgenden Lehrer weiter. Der Prozess soll für die Schulleitung dokumentiert werden. Gleichzeitig startet das Landesförderprogramm „Lernen mit Rückenwind“, das Jugendliche unterstützen soll, wieder in den Schulalltag zurückzufinden. Das Programm ist zunächst auf zwei Jahre ausgelegt. Welche Schüler an dem Förderprogramm teilnehmen dürfen, entscheiden die Lehrkräfte und Schulleitungen.

Was gilt für Abschlussprüfungen?
Unabhängig von den Schularten ist eine Rückkehr zu den unter normalen Umständen geltenden Ausbildungs- und Prüfungsordnungen geplant. Für schriftliche Prüfungen soll es aber eine Vorauswahl der Aufgaben durch die Lehrkräfte geben, um die Prüfungsthemen auf die im Unterricht behandelten Inhalte abzustimmen. Damit will Schopper laut Mitteilung „faire Bedingungen für die Abschlussprüfungen“ gewährleisten. Pandemiebedingte Abweichungen davon könnten aber grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden, heißt es.

Schullandheime im Inland wieder möglich

Unter welchen Umständen dürfen Musik- und Sportunterricht stattfinden?
Im Fach Musik ist das Singen und Musizieren gemäß Corona-Verordnung wieder möglich. Bei gutem Wetter soll das möglichst im Freien stattfinden. In dem Fall gilt keine Maskenpflicht. Der Sportunterricht soll ebenfalls wieder regulär stattfinden. Sollten es die Inzidenzen erfordern, sind dort Einschränkungen bei der Sportausübung jederzeit möglich.

Sind außerunterrichtliche (Schul-)Veranstaltungen wieder möglich?
Ja, aber mit Einschränkungen: Mehrtägige Klassenfahrten sind auch klassen-, jahrgangs- und schulübergreifend möglich, solange sie in Deutschland stattfinden. Das schließt auch Schullandheime mit ein. Ein Schüleraustausch oder Studienfahrten ins Ausland sind allerdings weiterhin wegen der undurchsichtigen Infektionslage untersagt. Solange Schüler im Präsenzunterricht sind, ist zudem der Ganztagsbetrieb mit außerschulischen Partnern möglich. Damit will Schopper Zusatzangebote wie Chöre, Theater-AGs und musikalische Früherziehung wieder zulassen.

Was müssen Reiserückkehrer vor dem Schulstart beachten?
Wer sich in den Ferien im Ausland aufgehalten hat, muss vor Schulbeginn klären, ob für das Urlaubsland eine Quarantänepflicht besteht. Das gilt auch für das „Lernbrücken“-Programm. Das Ministerium weist explizit darauf hin, dass sich die Lage kurzfristig ändern kann. Eine aktuelle Liste mit den Risikogebieten gibt es auf der Internetseite des Robert-Koch-Instituts.

Ihr Autor

BT-Volontär Konstantin Stoll

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Erstellt:
23. Juli 2021, 07:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 40sec

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