Schutzgebiete liegen wie ein Gürtel um Lichtenau

Lichtenau (ar) – Nichts geht mehr könnte man die Entwicklungsmöglichkeiten der Stadt Lichtenau beurteilen. Zumindest ist die Entwicklung im Entwurf zur Fortschreibung des Regionalplans eingeschränkt.

Ebenfalls noch enthalten in der Fortschreibung des Regionalplans ist die Grünzäsur zwischen Lichtenau und Scherzheim westlich der L 75.  Foto: Anne-Rose Gangl

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Ebenfalls noch enthalten in der Fortschreibung des Regionalplans ist die Grünzäsur zwischen Lichtenau und Scherzheim westlich der L 75. Foto: Anne-Rose Gangl

Bauamtsleiter Andreas Ludwig bezeichnete sie in der öffentlichen Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend als „sehr, sehr begrenzt“.

Im Zuge der Fortschreibung des Regionalplans 2003 Mittlerer Oberrhein wurde die Stadt Lichtenau als Träger öffentlicher Belange gehört, um ihre Stellungnahme abzugeben. Wie Ludwig mitteilte, zeigten sich hierbei für die Stadt Lichtenau nur geringfügige Änderungen.

Schwerpunkt liegt auf Wohnen

Im Regionalplan wird sie als „Siedlungsgebiet mit Schwerpunkt Wohnen“ eingestuft. Beraten wurden die Inhalte auch in den Ortschaftsratsgremien Grauelsbaum, Muckenschopf, Ulm und Scherzheim, die ihre Stellungnahmen abgaben.

Eingeschränkt wird die weitere Außenentwicklung der Stadt Lichtenau durch zahlreiche Natur- und FFH-Schutzgebiete, die sich wie ein Gürtel insbesondere in den Rheinniederungsgebieten um die Stadt legen. Ebenfalls noch enthalten in der Fortschreibung des Regionalplans ist die Grünzäsur zwischen Lichtenau und Scherzheim westlich der L 75, die einer weiteren Entwicklung des Lichtenauer Gewerbegebietes Richtung Süden im Wege steht.

In der Stellungnahme schlägt Lichtenau nun einen Tausch vor. Durch Verzicht der Erweiterung der in Scherzheim ansässigen Firma Sieger/Mecalit könnte die Grünzäsur bis an die bestehenden Gebäude herangeführt werden. Im Gegenzug soll die Grünzäsur im Bereich des Lichtenauer Gewerbegebietes etwas zurückgenommen werden, um eine spätere Erweiterung entlang der geplanten Erschließungsstraße zu ermöglichen.

Neubaugebiet soll entstehen

In ihrer Stellungnahme gibt die Stadt weiterhin an, dass die bisher für Landwirtschaft vorgesehene Vorrangfläche im Bereich Neufeld-Ost im Ortsteil Grauelsbaum in einen regionalplanerisch abgestimmten Bereich für Siedlungserweiterung umgewandelt wird. Wie bereits berichtet, soll hier ein Neubaugebiet entstehen. Das gleiche gilt für die aktuell noch als Vorrangfläche für Landwirtschaft ausgewiesene Fläche im Ortsteil Ulm in der Schulstraße. Begründet wird der Schritt, da die bestehende Infrastruktur noch besser ausgenutzt werden könnte. Darüber hinaus handle es sich um eine ortskernnahe Fläche, sodass auch eine fußläufige Verbindung zu vielen zentralen Einrichtungen gegeben sei.

Die Grünen-Fraktion stellte im Ratsgremium den Antrag, diese Fläche in Ulm nicht aus dem Regionalplan zu nehmen. Der Antrag wurde jedoch mehrheitlich gegen vier Befürworter abgelehnt. Bei zwei Gegenstimmen wurde die Verwaltung beauftragt, die dargestellten Einwendungen im Rahmen der Anhörung dem Regionalverband vorzulegen.

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Erstellt:
25. Mai 2021, 14:00 Uhr
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