Schutzmaske und Selbstausleihe

Sarah Lorenz, Marion Kappler und Bianca Fritz (von links) beantworten Fragen und erklären die Selbstausleihe. Fotos: L. Gangl

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Sarah Lorenz, Marion Kappler und Bianca Fritz (von links) beantworten Fragen und erklären die Selbstausleihe. Fotos: L. Gangl

Dabei werden alle Regeln der neusten COVID-19-Schutzverordnungen strengstens eingehalten. Niemand darf ohne Schutzmaske rein, Mitarbeiter und Kunden halten Abstand zueinander, die Ausleihe erfolgt völlig kontaktlos. Zusätzlich dazu dürfen sich maximal zwölf Besucher gleichzeitig in den Räumen aufhalten – dafür auch die Körbe, denn diese sind in der Stückzahl begrenzt.

„Gleich innerhalb der ersten Stunde hatten wir eine Warteschlange vor der Tür“, erzählt Sarah Lorenz. Die kommisarische Leiterin kümmert sich aktuell vor allem um den reibungslosen Ablauf nach der Wiedereröffnung. Zusammen mit ihrem Team steht sie den Besuchern bei Fragen und Problemen mit der Selbstausleihe zur Seite, desinfiziert Körbe und erledigt die normale Büroarbeit. „Es ist schön zu sehen, dass die Leute uns anscheinend vermisst haben“, fügt sie an.

Von Vermissen kann durchaus die Rede sein, auch wenn jeder etwas anderes vermisst. Luis Nawrotzki ist einfach nur froh, dass er sich einen Film ausleihen kann – denn auf den Streamingdiensten hat der Schüler ihn nicht finden können, die Mediathek hat ihn aber zum Glück im Regal.

„Sie verpassen den besten Kaffee in Bühl“, weiß Marion Schemel, eine Besucherin: „Mittagspause hier auf der Terrasse, das ist einfach perfekt.“ Leider muss sie darauf aktuell verzichten, denn verweilen ist verboten – nach 20 Minuten muss man die Mediathek wieder verlassen.

Verwaltungsfachkraft Robin Reith desinfiziert die Körbe.

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Verwaltungsfachkraft Robin Reith desinfiziert die Körbe.

„Bisher haben sich auch alle daran gehalten“, sagt Marion Kappler. Zusammen mit ihrer Kollegin Bianca Fritz bildet sie die „Frühschicht“, dazu kommt noch Verwaltungsfachkraft Robin Reith zur Verstärkung. Reith arbeitet eigentlich im Rathaus, ergänzt aktuell aber das Team der Mediathek. „Außerdem ist ein Mann im Haus gar nicht verkehrt, falls doch mal jemand Stunk macht“, fügt Fritz an. Bisher waren aber alle brav.

„Wir sind alle mit einem flauen Gefühl heute an den Start gegangen, aber die Vorfreude war schon deutlich größer“, gesteht Lorenz. Dass überhaupt jemand kommt, daran hatte sie keinerlei Zweifel: „Uns haben während der Schließung täglich Mails und Anrufe erreicht, die Nachfrage war also da.“

Schutzmaske und Selbstausleihe

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Auch wenn die Routine jetzt eine andere ist als bisher: Kundenkontakt erfolgt jetzt mit Sicherheitsabstand. Und der ist auch nötig, denn nicht jeder kennt sich bereits mit der 2019 für 90 000 Euro angeschafften Selbstausleihe aus. Diese funktioniert aber denkbar einfach: Bibliotheksausweis scannen, Bücher auf den Tisch legen – der Sensor hierfür befindet sich nämlich unter der Tischplatte – und schon ist man quasi fertig. Genau so kontaktlos erfolgt auch die Rückgabe. Zum großen Glück für Mitarbeiter und Besucher.

Das Angebot kommt also auch in Corona-Zeiten gut an, mittelfristig sei dieser Betrieb im Ausnahmezustand machbar, so Lorenz. Aber selbst für den Fall eines erneuten Lockdowns hat die 30-Jährige eine Lösung parat: Dann gibt es Bücher und Medien einfach im Bestell- und Lieferservice – damit die Leute trotzdem zuhause schmökern können.

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Erstellt:
28. April 2020, 19:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 27sec

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