Schutzmasken: Massenproduktion bald in Rastatt

Rastatt (dm) – Das Rastatter Unternehmen Dach, das auf Schutzbekleidung spezialisiert ist, bereitet die Massenproduktion von Atemschutzmasken am Firmenstandort in der Barockstadt vor. Man will auch künftig besser auf Epidemien vorbereitet sein und Versorgungssicherheit herstellen.

In Rastatt sollen ab Mai massenweise Atemschutzmasken produziert werden. Foto: Dach

© pr

In Rastatt sollen ab Mai massenweise Atemschutzmasken produziert werden. Foto: Dach

Die Firma Dach Schutzbekleidung in Rastatt, die weltweit gefragt ist, wenn Krisen grassieren wie jetzt die Corona-Pandemie, arbeitet „mit Hochdruck“ daran, eine neue Produktionsstätte für Atemschutzmasken an ihrem Unternehmenssitz in der Barockstadt zu errichten. Ziel sei eine nachhaltige Versorgungssicherheit. Damit will man sich von der Abhängigkeit von Produktionsstätten in China lösen.
Schon seit geraumer Zeit verfolge man den Plan, nun will man die Produktion in einer umgebauten Lagerhalle starten, bis das projektierte Produktionsgebäude steht. Im Mai soll die Massenherstellung starten, Umfang: deutlich mehr als eine Million täglich.

Bis dato ist die Situation folgende: Weil bei öffentlichen Ausschreibungen der Preis maßgeblich sei, unabhängig von der Produktionsstätte, lassen nahezu alle Hersteller persönlicher Schutzausrüstung im Ausland, überwiegend in China, produzieren, erläutert das Unternehmen. Resultat des „Sparzwangs“ laut Dach: Die Versorgung mit relevanter Schutzkleidung sei nicht mehr sichergestellt.

„Schwächen des Systems“ offengelegt

Auch dem Rastatter Unternehmen war der „Hahn zugedreht“ worden, wie es Unternehmensrechtsanwalt Marc Jüdt formuliert, weil sich China die Produktion fürs eigene Land sichern wollte. In den vergangenen Wochen kamen aufgrund des Exportverbots keine Lieferungen mehr aus den Produktionsstätten nach Rastatt. Damit, so heißt es in einer Mitteilung der Firma, habe die Coronakrise „die Schwächen unseres Gesundheitssystems“ offengelegt. „Der grundsätzlich richtige Ansatz, die Kostenexplosion im Gesundheitswesen einzudämmen“, habe zu Sparmaßnahmen „an den falschen Stellen“ geführt.

Jetzt dürften einige chinesische Fabriken wieder fürs Ausland produzieren. Für Dach heißt dies, dass die Firma noch diese Woche über eine Million Atemschutzmasken an den Bund liefern könne.

„Das darf nie wieder passieren“

Auch das Klinikum Mittelbaden erwartet wieder entsprechenden Nachschub, der Einkauf arbeite auf Hochtouren, auch mit Dach arbeite man im Übrigen gut zusammen, wie Kliniksprecherin Sybille Müller-Zuber gestern sagte. Mit Blick auf die anstehende „größere Lieferung“ sehe man sich daher momentan gut ausgestattet (siehe auch weiteren Bericht auf dieser Seite).

Erledigt ist das Thema damit nicht. „Wir wollen nicht nur zur Eindämmung von Covid 19 beitragen“ (die Lungenkrankheit, die durch das neuartige Coronavirus ausgelöst wird), bekräftigt das von Ming Gutsche geleitete Rastatter Schutzbekleidungsunternehmen. Auch in Zukunft wolle man besser auf Epidemien und Pandemien vorbereitet sein, heißt es mit Blick auf die in Bälde startende Schutzkleidung „Made in Germany“. Auch in diesem Winter sei das Lager zunächst voll gewesen, dann aber so schnell leer gekauft worden wie nie. „Das darf nie wieder passieren.“

Zum Artikel

Erstellt:
25. März 2020, 20:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 13sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Orte


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.