Schutzprogramm für einzigartigen Lebensraum

Rastatt (red) – Hier tummeln sich seltene Libellen, Schmetterlinge und Käfer: Der Natura-2000-Managementplan „Rheinniederung zwischen Wintersdorf und Karlsruhe“ ist fertiggestellt.

Erhaltenswerte Idylle: Ein Altarm im Naturschutzgebiet Rastatter Rheinaue. Foto: Harms

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Erhaltenswerte Idylle: Ein Altarm im Naturschutzgebiet Rastatter Rheinaue. Foto: Harms

Das 5 800 Hektar große Natura 2000-Gebiet „Rheinniederung zwischen Wintersdorf und Karlsruhe“ ist Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000. Es besteht aus dem Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Gebiet „Rheinniederung zwischen Wintersdorf und Karlsruhe“, dem Vogelschutzgebiet „Rheinniederung Elchesheim-Karlsruhe“ und dem nördlichen Teil des Vogelschutzgebiets „Rheinniederung von der Rench- bis zur Murgmündung“. Für diese Gebiete wurde im Auftrag des Regierungspräsidiums Karlsruhe ein Managementplan erstellt.
Die fertigen Unterlagen liegen zwar in verschiedenen Behörden aus, stehen aber auch zum Herunterladen auf der Internetseite der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (www.lubw.baden-wuerttemberg.de/natur-und-landschaft/map-endfassungen) bereit, wie es in einer Pressemitteilung des Regierungspräsidiums Karlsruhe heißt.

Im Managementplan werden Lebensräume sowie Tier- und Pflanzenarten von europäischer Bedeutung erfasst. Für jeden dieser Lebensräume und jede FFH-Art wurden in Abstimmung mit Fachverwaltungen, Gemeinden, Naturschützern sowie Forst- und Landwirtschaftsvertretern Ziele und Maßnahmen formuliert. Sie dienen dazu, Erhalt und weitere Entwicklung dieser wertvollen Lebensräume und Arten sicherzustellen. Fördermöglichkeiten unterstützen die Bewirtschafter bei der konkreten Umsetzung von Maßnahmen. So kann ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung der biologischen Vielfalt in Europa geleistet werden, der der Verantwortung für naturnahe Lebensräume und deren seltenen Bewohner gerecht wird.

Im Natura-2000-Gebiet „Rheinniederung zwischen Wintersdorf und Karlsruhe“ kommt eine große Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten sowie schützenswerten Lebensräumen vor. Eine Besonderheit ist die Aue, in der der Rhein über die Ufer tritt und die Landschaft gestaltet, informiert das Regierungspräsidium. Über lange Zeit sei eine einmalige Landschaft mit verschlungenen Altrheinarmen und urwüchsigen Auwäldern entstanden. Hier tummeln sich seltene Libellen, Schmetterlinge und Käfer. Angrenzend finden sich bunte Wiesen, wie die seltenen feuchten Pfeifengraswiesen oder die artenreichen mageren Flachlandmähwiesen. Große Wasservogelschwärme nutzen das Gebiet als Rast- und Überwinterungsplatz. Früher weit verbreitete Vögel wie der Flussuferläufer haben in den Vogelschutzgebieten ihre letzten Brutgebiete in Baden-Württemberg. Die Stillgewässerzonen werden vom Eisvogel oder dem Schwarzmilan besiedelt.

Wanderfische nutzen Aue als „Kinderstube“

Wanderfische wie Lachs oder Maifisch nutzen den Rhein, um vom Meer zu ihren Laichplätzen und zurückzugelangen. Die vielfältigen Auengewässer haben als „Fischkinderstube“ eine große Bedeutung, zum Beispiel für Arten wie Schlammpeitzger oder verschiedene Neunaugenarten, streicht die Behörde heraus.

Für die Gebiete des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000 werden im Auftrag der vier Regierungspräsidien Managementpläne erstellt. Mit deren Hilfe sollen der Schutz und die Erhaltung der in Natura 2000-Gebieten vorkommenden Lebensraumtypen und Arten der FFH- und der Vogelschutzrichtlinie umgesetzt werden.

Weitere Informationen sind auf der Internetseite des Regierungspräsidiums www.rp-karlsruhe.de zu finden unter Themen/Umwelt/Natur- und Artenschutz/Natura 2000/Was ist Natura 2000?

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Erstellt:
23. April 2020, 14:00 Uhr
Lesedauer:
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