„Schwarzwald-Dreigestirn“ statt Prinzenpaar bei der GroKaGe

Rastatt (sawe) – Bei der GroKaGe Rastatt haben besondere Narren die Regentschaft übernommen: Statt einem Prinzenpaar repräsentiert erstmals ein „Schwarzwald-Dreigestirn“ die Gesellschaft.

Feiert Premiere: Das „Schwarzwald-Dreigestirn“: (von links) mit Holger Metzmeier (Bauer), Jochen Fuchs (Jungfrau) und Michael Matz (Edelmann). Foto: Roland Stadtfeld

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Feiert Premiere: Das „Schwarzwald-Dreigestirn“: (von links) mit Holger Metzmeier (Bauer), Jochen Fuchs (Jungfrau) und Michael Matz (Edelmann). Foto: Roland Stadtfeld

Besondere Zeiten, besondere Ideen: Bei der Großen Karnevalsgesellschaft Rastatt 1898 (GroKaGe) regieren in der coronagebeutelten Kampagne 2021/22 ganz besondere Narren – wenn auch bisher nur virtuell: Mit Bauer, Jungfrau und Edelmann wurde erstmals ein Dreigestirn proklamiert, das mit dem Kölner Vorbild allerdings rein optisch wenig gemein hat: Es ist das erste Dreigestirn in „Schwarzwälder Tracht“.
Den Spaß mitgemacht haben die Elferräte Holger Metzmeier (Bauer), Michael Matz (Edelmann) und Jochen Fuchs (Jungfrau), der sich als echtes Schwarzwaldmädel mit Bollenhut und roter Schürze präsentiert.

Die schmucken Kostüme wurden bei den Volksschauspielen Ötigheim angefragt, die Proklamation bereits im August inszeniert und per Video in der Reithalle aufgezeichnet – für den Fall der Fälle, sollte am 11.11. keine Präsenzveranstaltung möglich sein wegen der Pandemie. „Wir hätten den Film aber auf jeden Fall ins Netz gestellt“, erläutert GroKaGe-Präsident Roland Stadtfeld. Der knapp zwölfminütige Zusammenschnitt kann nun gemütlich von der Couch aus im heimischen Wohnzimmer angeschaut werden. Er ist auf YouTube (https://youtu.be/pnGE_bVL2Fo) zu sehen.

Es wäre schwierig gewesen, im zweiten Corona-Jahr ohne Termine vor Ort ein neues Prinzenpaar zu finden, das den Verein in der Karnevalszeit repräsentiert, sagt Stadtfeld. Daher hat sich die GroKaGe erst gar nicht erst auf die Suche begeben, nachdem schon das Prinzenpaar Angelo Fasulo und Gabriele Fasulo-Riess mit einer weiteren Kampagne in die Verlängerung gegangen war: Die beiden hatten nach einer terminreichen Saison 2019/2020 abgedankt und waren als neue Tollitäten 2021/22 nochmal wiedergekommen: Der Gag lief ebenfalls per Video, denn auch 2021 bremste Corona die Fastnachter aus.

„Wir wollten etwas Neues bringen“

Die GroKaGe sei in der neuen Kampagne vor der Frage gestanden: „Wie findet man ein Prinzenpaar im zweiten Jahr der Pandemie, wenn man nicht weiß, ob überhaupt etwas stattfindet?“ Daher habe man sich bei einem Treffen überlegt, mit Leuten, die schon länger im Verein sind, etwas auf die Beine zu stellen, auch wenn es keine Termine gibt. „Außerdem wollten wir etwas Neues bringen. Und warum nicht mal wie im Kölner Karneval ein Dreigestirn?“, so Stadtfeld weiter, auch wenn der Edelmann bei den Jecken im Rheinland ein Prinz ist. Da es etwas Besonderes sein sollte in der Region, wurde das Regenten-Trio dann kurzerhand etwas umgemodelt und als erstes „Schwarzwald Dreigestirn“ inthronisiert.

Auch kleine Orden der GroKaGe und des Dreigestirns wurden angefertigt. Die hätten die drei Elferräte liebend gerne unters närrische Volk verteilt, doch nachdem auch die Ordensmatinee am 6. Januar wie alle anderen Präsenzveranstaltungen abgesagt wurde, bleibt bisher nur der Online-Auftritt. Weitere gesondert gedrehte Filme zur Fastnacht von der GroKaGe selbst oder gar eine Online-Sitzung sind bisher nicht geplant, allenfalls könnte sich Stadtfeld vorstellen, von einzelnen Tanzgruppen eventuell kurze Sequenzen ins Netz zu stellen. Auch im Sommer mussten die Halle gemietet, ein Bühnenbild aufgehängt und die Leute organisiert werden, erinnert er: „Der Aufwand ist echt groß, wenn man es richtig machen will“. Nach zwei Jahren fastnachtlicher Zwangspause fehlen zudem die Einnahmen aus den Veranstaltungen. „Da sieht es mau aus“, bekennt der Präsident: Es bestehen daher Überlegungen, ein Sommerfest zu veranstalten oder an Sponsoren heranzutreten.

Virtueller Sturm aufs Rathaus geplant

Unabhängig davon, so lässt Stadtfeld durchblicken, werde es wie schon im Vorjahr zusammen mit der RaKaGe und der KNG und der Interessengemeinschaft Rastatter Narren einen virtuellen gemeinsamen Sturm aufs Rathaus geben, der am Schmutzigen Donnerstag gezeigt werden soll. Mehr will er nicht verraten – nur so viel: Die Dreharbeiten laufen.

Bleibt die Frage zum Schluss: Soll ein Dreigestirn künftig das traditionelle Prinzenpaar bei der GroKaGe ersetzen? Wenn es nach Roland Stadtfeld geht, dann nicht. „Es sollte eigentlich eine einmalige Angelegenheit sein“, sagt er: „Aber wer weiß?“


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