Schwarzwaldbad: Technik möchte ständig gefüttert werden

Bühl (BNN) – Im Bühler Schwarzwaldbad steht eine größere Investition für 360.000 Euro an. Oberbürgermeister Hubert Schnurr bekennt sich zum Erhalt der Einrichtung.

Im Kraftraum des Schwarzwaldbads: Markus Benkeser, Geschäftsführer der Bühler Sportstätten GmbH, erläutert Oberbürgermeister Hubert Schnurr (rechts) die Freibad-Pumpen, die aktuell nicht in Betrieb sind und im September ausgetauscht werden. Foto: Bernhard Margull

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Im Kraftraum des Schwarzwaldbads: Markus Benkeser, Geschäftsführer der Bühler Sportstätten GmbH, erläutert Oberbürgermeister Hubert Schnurr (rechts) die Freibad-Pumpen, die aktuell nicht in Betrieb sind und im September ausgetauscht werden. Foto: Bernhard Margull

Der Bauch des Schwarzwaldbads ist gefräßig. Immer wieder muss er, der die umfangreiche Badtechnik beherbergt, mit einer gehörigen Euro-Portion gefüttert werden, damit er nicht rebelliert und den Betrieb in Frei- und Hallenbad gefährdet. Aktuell wird eine 360.000 Euro teure Mahlzeit vorbereitet: Im kommenden Jahr wird die Bühler Sportstätten GmbH 25 Umwälzpumpen austauschen.

55 Prozent der Kosten übernimmt die Nationale Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums, da mit diesem Vorhaben ein wichtiger Beitrag zu den nationalen Klimaschutzzielen geleistet werde, wie die bisherige Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) per Förderurkunde bescheinigte.

Markus Benkeser, der Geschäftsführer der Bühler Sportstätten GmbH, erwartet eine glatte Halbierung des Stromverbrauchs. 257.000 Kilowattstunden würden eingespart, womit sich die Investition innerhalb von acht Jahren amortisiere. Die deutlich verbesserte Klimabilanz ist indes nur ein Aspekt des Vorhabens. Es geht auch darum, den Badespaß zu sichern und eine Situation wie in Kehl und Rastatt, wo Hallenbäder wegen der mangelhaft gewordenen Badtechnik dauerhaft geschlossen wurden, zu verhindern.

Noch ein halbes Jahr Risiko

Die auszutauschenden Pumpen haben die normale Laufzeit von zehn Jahren deutlich überschritten, manche sind 14, andere sogar schon 20 Jahre alt. Der Austausch sei technisch notwendig, räumt Markus Benkeser ein gewisses Risiko ein. Im Freibad sei die Gefahr, dass der Betrieb wegen defekter Pumpen eingestellt werden müsse, zwar gering, aber einzelne Becken könne es schon treffen. Das Hallenbad dagegen müsste bei einem unplanmäßigen Austausch kurzfristig komplett geschlossen werden.

Ein halbes Jahr noch existiert dieses Risiko. Die Arbeiten werden im Januar ausgeschrieben, die Lieferzeit der Pumpen betrage bis zu einem halben Jahr. Die neuen Pumpen des Hallenbads werden dann in der Sommerpause 2022 ausgetauscht, wenn der Betrieb ruht: „Beim Start im September sind wir dann auf dem neuesten Stand“, blickt Benkeser voraus. Und nach dem Ende der Sommersaison sind dann die insgesamt 16 Pumpen des Freibads an der Reihe.

Im Jahr 2024 feiert das Bühler Hallenbad einen runden Geburtstag, es wird 50 Jahre alt. Zeit für eine Generalsanierung? Markus Benkeser sieht eine solche in den nächsten zehn Jahren nicht kommen: „Natürlich ist immer etwas zu machen, aber wir sind technisch auf einem guten Stand“, sagt er. Und das sieht Oberbürgermeister Hubert Schnurr (FW) ähnlich: „Wir haben ständig in die Unterhaltung investiert und das Bad nicht verkommen lassen.“ Deshalb sei Bühl „in der glücklichen Lage, dass wir noch ein Schwimmbad haben“. Hubert Schnurr gibt ein Bekenntnis zum Badevergnügen und zur wichtigen Einrichtung vor Ort ab: „Ein Schwimmbad gehört zur Daseinsvorsorge und zu einer modernen Infrastruktur.“

Bad als eine zentrale Bühler Einrichtung

Die 25 neuen Pumpen sind ein Beitrag dazu, das Bühler Schwarzwaldbad fit zu halten. Markus Benkeser spricht bei der Neuerung von regelbaren Hocheffizienzpumpen für das Beckenwasser, die stufenlos geregelt werden können und damit anders als die bisherigen Modelle nicht durchgängig unter Volllast laufen müssten. Diese Eigenschaft wirke sich auch auf die Lebensdauer der Pumpen aus. „Damit sind wir auch materialschonender unterwegs“, meint Oberbürgermeister Schnurr, der im Schwarzwaldbad eine der zentralen Einrichtungen für Bürger, Schulen und Vereine der Zwetschgenstadt sieht.

Damit es das bleiben kann, muss laufend investiert werden. Zu den normalen Wartungskosten von jährlich rund 150.000 Euro sind in den coronabedingten Schließzeiten noch einmal 250.000 Euro dazugekommen. Dieses Geld floss unter anderem in fünf Behälter mit Marmorkies, der seither statt der bisher eingesetzten Natronlauge den pH-Wert des Wassers stabilisiert. Neben der Modernisierung der Technik wurden schadhaft gewordene Betonstellen saniert: „Wir verpressen dabei Risse und verhindern so den Wasseraustritt“, sagt Geschäftsführer Markus Benkeser, der solche Arbeiten als laufendes Geschäft im Bad bezeichnet. Der Bauch des Schwarzwaldbads will eben ordentlich mit Euro gefüttert werden.

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Ihr Autor

BNN-Redakteur Wilfried Lienhard

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Erstellt:
21. Dezember 2021, 06:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 05sec

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