Schwarzwaldhochstraße: Mehr Busse statt Autos

Baden-Baden (BT/nof) – Die Stadtverwaltung hatte Autofahrern empfohlen, möglichst früh in die Skigebiete entlang der Schwarzwaldhochstraße aufzubrechen. SPD-Stadtrat übt Kritik an der Empfehlung.

„Bärendienst für die Verkehrsverhältnisse und die Umwelt“: SPD-Stadtrat Werner Schmoll hält die Aufforderung der Stadtverwaltung für unverantwortlich. Foto: Bernhard Margull

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„Bärendienst für die Verkehrsverhältnisse und die Umwelt“: SPD-Stadtrat Werner Schmoll hält die Aufforderung der Stadtverwaltung für unverantwortlich. Foto: Bernhard Margull

„Die Stadt Baden-Baden hat mit ihrer Aufforderung an alle Autofahrer, möglichst früh in die Skigebiete entlang der Schwarzwaldhochstraße aufzubrechen, den dortigen Verkehrsverhältnissen und nicht zuletzt der Umwelt einen Bärendienst erwiesen“, ist sich SPD-Stadtrat Werner Schmoll sicher. Er bezieht sich auf eine Mitteilung der Stadtverwaltung, in der unter anderem empfohlen wird, an Wochenenden möglichst früh oder erst wieder nach 15 Uhr die Fahrt in die Höhengebiete in Angriff zu nehmen, um dem Wintersport frönen zu können.

Zu viel Individualverkehr vor Ort

Schmoll hält es „für unverantwortlich, zusätzliche Fahrzeuge“ auf die B500 und in das Gebiet des Nationalparks Schwarzwald zu locken. Auch wenn der Tipp der Verwaltung gut gemeint gewesen sei, widerspreche sie mit ihrer Einladung an die Autofahrer allen Bemühungen, „das Aufkommen an motorisiertem Individualverkehr endlich zu begrenzen“. Das Ergebnis dieser Aktion wird sein, dass mehr Autofahrer in die Höhengebiete aufbrechen, die Sperrungen früher einsetzen müssen und erst spät wieder aufgehoben werden können, so Schmoll in seinem Schreiben an Oberbürgermeisterin Margret Mergen.

„Den Gipfel der Verständnislosigkeit“ erreiche die Verwaltung mit der Aufforderung „ausgerechnet an umweltfreundlich handelnde Familien, sich doch Bitteschön bei der Auswahl ihrer Wintersportgeräte beschränken zu wollen“, echauffiert sich der SPD-Stadtrat, der vorschlägt, stattdessen doch zusätzliche Busse einzusetzen.

Der Bereich um die Schwarzwaldhochstraße zieht bei besten Wintersportbedingungen wochenends Tausende Ausflügler an. Parkplätze entlang der beliebten Touristen-Ziele sind dann schnell Mangelware. Um ein Verkehrschaos zu vermeiden, reagieren die Behörden in der Region bei Bedarf mit Straßensperrungen. Ausgenommen sind Anwohner, Linienbusse des ÖPNV und der überörtliche Durchgangsverkehr.

Ihr Autor

BT-Redakteur Nico Fricke

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Erstellt:
29. Januar 2022, 11:00 Uhr
Lesedauer:
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