Schwierige Situation für Baden-Badener Geschäfte

Baden-Baden (sre) – In einer schwierigen Situation befinden sich derzeit die Einzelhändler. In Baden-Baden dürfen sie ab Mittwoch nur noch nach Terminvereinbarung Kunden in die Geschäfte lassen.

Die Verkaufsbuden, die für mehr Frequenz in der Innenstadt sorgen sollten, werden bis auf Weiteres wieder geschlossen. Foto: Monika Zeindler-Efler

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Die Verkaufsbuden, die für mehr Frequenz in der Innenstadt sorgen sollten, werden bis auf Weiteres wieder geschlossen. Foto: Monika Zeindler-Efler

Die Kunden sind verunsichert, die Einzelhändler ratlos: Ab Mittwoch gelten nach rund einer Woche schon wieder neue Regeln für den Einkauf in der Kurstadt. Aufgrund der steigenden Inzidenzzahlen soll „Terminshopping“ angeboten werden. Wichtigste Botschaft der Einzelhändler: Kunden bekommen dennoch in vielen Geschäften ohne großen Aufwand, was sie wollen.

„Wir sind jederzeit für jeden Kunden da“, betonte zum Beispiel Unternehmer Franz-Bernhard Wagener. Fürs Modehaus und die Wagener-Galerie habe man ein digitales System, Kunden könnten aber genauso auch per Telefon einen Termin für ihren Einkauf buchen. Und auch, wer unangemeldet komme, müsse nicht mit Wartezeiten rechnen: Die Fläche in den Geschäften sei so groß, dass die pro Zeitfenster maximal zugelassene Anzahl an Kunden an normalen Tagen nicht überschritten werde. Wer noch keinen Termin habe, könne diesen also auch kurzfristig vor Ort bekommen und einfach am Eingang die Daten zur Kontaktnachverfolgung angeben, die man sonst vorher online oder telefonisch hinterlege.

Dennoch ist die Stimmung der Einzelhändler in der Stadt schlecht, wie Wagener und auch Matthias Vickermann, Vorsitzender der Einzelhändlerinitiative Baden-Baden Innenstadt (BBI), schilderten.

BBI-Chef: „Der Bogen ist mehr als überspannt“

„Jetzt ist der Bogen mehr als überspannt“, machte Vickermann klar. Er sprach von einem „Trauerspiel“ und verwies auf die große Not der Einzelhändler. Bei steigender Inzidenz die Geschäfte wieder zuzumachen, sei keine Lösung. Es entbehre jeder Logik, einerseits Flüge nach Mallorca zu ermöglichen, andererseits aber keinen normalen Einkauf – obwohl es so viele Möglichkeiten gebe, mit Luftfiltern, Masken und Hygieneauflagen den Besuch in einem Laden oder auch einem Restaurant abzusichern.

Das „Terminshopping“ sei „wieder ein Dämpfer“ für den Einzelhandel, urteilte auch Jörg Grütz, Sprecher der Kolonnaden-Geschäfte und für die Frühjahrs-Buden in der Innenstadt verantwortlich. Letztere sollten eigentlich die Wiedereröffnung der Geschäfte flankieren und für eine zusätzliche Attraktion in der Stadt sorgen. Nun werden sie ab Mittwoch erst einmal wieder zugemacht, kündigte Grütz an.

Die Frequenz sei in den vergangenen Tagen ohnehin schwach gewesen. Er hoffe aber, dass man die Buden bald wieder öffnen könne. Mittlerweile habe man auch genug Winzer gefunden, die im Frühjahr gern für einige Tage ihre Weine in den Hütten präsentieren würden.

Teststation und App als Lösungsansätze?

Einkaufen mit Termin heißt es ab Mittwoch auch in der Shopping Cité: Dort bieten den Service laut Center-Manager Jürgen Ehlen alle Geschäfte an. „Das geht relativ kurzfristig“, betont Ehlen ebenfalls. Die Geschäfte seien geöffnet, nur müssten eben die Kontaktdaten der Kunden erfasst werden und es dürften weniger Menschen auf einmal in die Läden.

Auch Ehlen verweist auf die vielen Ansatzpunkte, die dem Einzelhandel eine möglichst unkomplizierte Öffnung unter Corona-Bedingungen ermöglichen könnten. So habe er schon Gespräche mit dem Amt für Katastrophenschutz geführt. Dabei sei es um die Möglichkeit gegangen, in Zusammenarbeit mit der Stadt eine Teststation auf dem Parkplatz oder im Bereich der Bushaltestelle auf dem Gelände des Fachmarktzentrums einzurichten. „Eine Teststrategie würde weiterhelfen“, ist er überzeugt.

Außerdem habe man bereits ans Gesundheitsamt geschrieben, um sich für die Einführung der Luca-App einzusetzen. Die Idee dahinter: Nutzer könnten beim Betreten eines Ladens einen QR-Code scannen und würden dann benachrichtigt, wenn sich herausstellen würde, dass eine positiv auf Corona getestete Person zeitgleich im Laden war. In Mecklenburg-Vorpommern werde die App bereits eingesetzt. „Uns würde es schon reichen, wenn es regional angeboten würde“, hofft Ehlen darauf, damit auch in Mittelbaden etwas erreichen zu können.

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Erstellt:
15. März 2021, 20:00 Uhr
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