Schwimmbad Lautenbach hat wieder geöffnet

Gernsbach (stj) – Der 28. Juli 2021 geht als ein großer Tag in die Geschichte von Lautenbach ein: Nach knapp einjähriger Sanierungsarbeit hat das örtliche Schwimmbad wieder seine Pforten geöffnet.

Die am Umbau Beteiligten freuen sich über die erfolgreiche Sanierung des Freibads in Lautenbach. Foto: Stephan Juch

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Die am Umbau Beteiligten freuen sich über die erfolgreiche Sanierung des Freibads in Lautenbach. Foto: Stephan Juch

„Heute ist ein ganz besonderer Tag für Lautenbach.“ Matthias Mörmann, Vorsitzender des Fördervereins Schwimmbad-Initiative Lautenbach (SIL), gab am Mittwoch seiner Freude Ausdruck, als das Dorf endlich sein großes Ziel erreicht hat, die beliebte und für das Zusammenleben so wichtige Freizeiteinrichtung für die Zukunft fit gemacht zu haben. Er ging auf einige Meilensteine in der Geschichte der SIL ein, die im Jahr 1995 ihren Anfang genommen hatte. Die Gründung sei unter anderem auch darauf zurückgegangen, dass die Stadt Gernsbach ihrem im Eingemeindungsvertrag aus den 1970er-Jahren zugesicherten Erhalt und Ausbau des Lautenbacher Bads nicht nachgekommen sei. Also nahm es die Dorfgemeinschaft in der SIL selbst in die Hand. Mit Erfolg: War der Bau des Schwellwog-Treffs 2012 die bisher größte Leistung der Initiative, stellte das nun erfolgte Sanierungsprojekt alles bisher da gewesene in den Schatten. „Wir sind einfach nur froh und dankbar“, betonte Mörmann: „Das Schwimmbad-Herz ist noch größer geworden.“

Becken von 216 auf jetzt über 240 Quadratmeter vergrößert

Während Kinder im von 216 auf jetzt über 240 Quadratmeter vergrößerten Becken planschten, sprachen Vertreter der Stadt, der beteiligten Firmen und der SIL am Mittwoch über das nun vollbrachte. Und allesamt waren sie voll des Lobes angesichts des Schmuckstücks, in das sich der fast 100 Jahre alte Schwellwog, wie das Bad auch genannt wird, verwandelt hat. Heuer ist die Einrichtung auch ein technisches Meisterwerk, dank einer ausgeklügelten Ingenieurleistung des Büros Wieland GmbH aus Rastatt. Das zeigte der vor einer Inbetriebnahme obligatorische Farbtest, bei dem gerade mal innerhalb von 3,5 Minuten das Becken durchströmt wurde. Auch die Art der Wasserreinigung sei durch einen sogenannten Kieselgur-Anschwemmfilter eine besondere: Dadurch konnte das Technikgebäude sehr klein gehalten werden. „Wirklich beeindruckend“, lobte Bürgermeister Julian Christ beim Blick über die gesamte Anlage und zollte vor allem der SIL große Anerkennung: „Ihr überwältigendes Engagement ist beispielgebend.“

Rund eine Millionen Euro investiert

Stadtwerke-Chef Sean Brent warf einen kurzen Blick auf die Historie des Lautenbacher Schwellwogs, der in den Archiven der Stadt erstmals 1926 Erwähnung fand. 1935 folgte der erste Ausbau, 1966 der Einbau einer Umwälzanlage und 1976 der Einbau einer Beckenfolie. Im Zuge der aktuellen Sanierung wurde das alte Becken vollständig abgebrochen und neu aufgebaut. Neben der größeren Wasserfläche verfügt es nun auch über eine umlaufende Schwallwasserrinne, über die das Überlaufwasser in einen Schwallwasserbehälter geleitet wird. Die Aufbereitung erfolgt im neuen Technikgebäude. Für die Sanierung wurden rund eine Millionen Euro investiert. „Den Menschen in Lautenbach, klein wie groß, steht nun eine attraktive Freizeit- und Begegnungsstätte zur Verfügung, die es ermöglicht, an heißen Sommertagen ein erfrischendes Bad zu nehmen und die Dorfgemeinschaft zu pflegen“, schloss Brent seine Ausführungen.

„Ihr habt einfach Unglaubliches geleistet“

„Die Anstrengungen waren es wert“, bestätigte Dirk Preis. Der CDU-Stadtrat und stellvertretende Bürgermeister würdigte insbesondere die viele Kraft, den Schweiß und gut 2.000 Stunden ehrenamtliche Arbeit, die von der SIL in den Umbau investiert worden seien – neben den rund 20.000 Euro aus eigenen Rücklagen, die der Verein beigesteuert habe. Auch der leitende Architekt des Projekts, Alexander Möhrmann (Firma Luft, Gaggenau) sprach von einem „großen Tag für unser kleines Bad“. Er zeigte sich stolz, dass es gelungen sei, fast ausschließlich Firmen aus der Region zu beauftragen, die allesamt „Glücksgriffe“ gewesen seien. So sei das Schwimmbad mit Herz jetzt schöner als je zuvor, meinte Möhrmann. In Richtung SIL betonte er: „Ihr habt einfach Unglaubliches geleistet.“

Außer donnerstags hat das Bad ab sofort täglich von 13 bis 19.30 Uhr geöffnet. Bademeister ist Robert Pauschnik, der am Mittwoch ebenfalls von der SIL willkommen geheißen wurde. Nach den ersten Erfahrungen, die man gemeinsam gesammelt habe, sprach SIL-Vorsitzender Matthias Mörmann beim Nachfolger von Dieter Klaiber von einem „Glücksgriff“.


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