Schwimmen im Gaggenauer Waldseebad wird teurer

Gaggenau (tom) – Das neue Gaggenauer Waldseebad hat nun mehr zu bieten. Dafür müssen die Besucher auch höhere Eintrittspreise in Kauf nehmen. Zum Teil verdoppeln sie sich.

Bald startklar für die erste Saison: Das Waldseebad liegt noch im Winterschlaf. Foto: Judith Feuerer/Stadt Gaggenau

© Stadt Gaggenau

Bald startklar für die erste Saison: Das Waldseebad liegt noch im Winterschlaf. Foto: Judith Feuerer/Stadt Gaggenau

Die Besucher des neuen Waldseebads werden sich umstellen müssen. Nicht nur eine komplett neue Freizeiteinrichtung mit sowohl Naturbad als auch Chlorbad erwartet sie, sondern auch eine neue Gestaltung der Eintrittspreise. Diese Anpassung beschloss der Gemeinderat am Montag einstimmig. Sie bedeuten eine zum Teil drastische Erhöhung gegenüber den Vorjahren.

Die letzte Erhöhung der Eintrittspreise sei 2006 erfolgt, argumentierte die Stadtverwaltung. Damals war das Naturbad in Betrieb genommen worden. 2016 wurde es nach Überflutung geschlossen, nun soll es sechs Jahre später am Wochenende des 21. Mai offiziell wieder eröffnet werden.

Das Waldseebad sei nun deutlich attraktiver, so dass die Erhöhung angebracht sei, betonte Andreas Fritz, der Abteilungsleiter Bauverwaltung. Bei den Preisen orientiere man sich an Bädern der Umgebung.

Familientageskarten nicht am Automaten

Familientageskarten werde es nicht an einem Kassenautomaten geben, um Betrug zu vermeiden. Das Kassenhäuschen werde zumindest im ersten Jahr zu Zeiten besetzt sein, in denen Familien das Bad besuchen. Begleitpersonen von Schwerbehinderten haben freien Eintritt. Der Kartenverkauf startet, wenn Kassensoftware installiert und programmiert sein wird. Auch im Bürgerbüro sollen Karten zu kaufen sein; es wird wahrscheinlich April werden, bis der Verkauf beginnen kann.

Gemeinderat lobt Preisgestaltung

In der Fraktionsrunde lobte Dorothea Maisch (CDU) die „sehr moderate Anpassung der Eintrittspreise“. Gut sei auch, dass Familien und Alleinerziehende berücksichtigt würden. „Unser Anliegen ist, dass Familien und Alleinerziehende jederzeit Zutritt haben und die Kasse entsprechend besetzt ist.“ Sehr gut sei auch, dass Begleitpersonen von Behinderten freien Eintritt haben. Nun gelte es die Satzungen von Rotherma und Hallenbad zu prüfen, denn Begleitpersonen von behinderten Gästen sollen generell freien Eintritt haben.

Heinz Adolph (FWG) freute sich über „attraktive Preise für ein attraktives Bad“. Er gehe davon aus, dass der größte Teil der Besucher beim Kauf der Karten wahrheitsgemäße Angaben machen werde, „weil sie sich freuen, in ein tolles Bad zu gehen.“

Auch Susanne Detscher (Grüne) ging auf die „moderate Erhöhung“ der Preise ein, diese Entwicklung sei klar gewesen. Auch Armin Kellert (AfD) gab seiner Freude darüber Ausdruck, „dass wir endlich wieder ein Bad haben in Gaggenau.“

Zum Thema: Preise und Kostendeckung

Die künftigen Preise in Euro (alte Preise in Klammern):

Einzeleintritt: 5 Euro (3).
Einzeleintritt ermäßigt: 2,50 Euro (1,50).
Abendkarte ab 18 Uhr: 3 Euro (2).
Abendkarte ermäßigt: 1,50 Euro (1).
Zehnerkarte: 40 Euro (20).
Zehnerkarte ermäßigt: 20 Euro (10).
Saisonkarte: 70 Euro (45).
Saisonkarte ermäßigt: 35 Euro (22,50).
Tageskarte Familie: 10 Euro (7).
Saisonkarte Familie: 140 Euro (90).
Tageskarte Alleinerziehende: Euro 6 (4).
Saisonkarte Alleinerziehende: 75 Euro (50).

Die Kostendeckung durch den Eintritt:

Mit den nun beschlossenen Eintrittsgebühren für das Waldseebad werden knapp 9,9 Prozent der errechneten jährlichen Kosten des Bads gedeckt, bilanziert die Stadtverwaltung. Bei diesen jährlichen Kosten von insgesamt 1.115 Millionen Euro werden allerdings die Baukosten einberechnet. Diese summieren sich nach derzeitigem Stand auf insgesamt 13,4 Millionen Euro an Investitionskosten. Hinzu kommen weitere Kosten wie Zinsen. Als kalkulatorische Kosten gehen somit insgesamt 645.200 Euro in eine Jahresbilanz des Waldseebads ein. Hinzu kommen jährlich Personal- und Sachkosten. Diese werden derzeit mit insgesamt 470.000 Euro bilanziert. Sie setzen sich zusammen aus Personalkosten (224.000 Euro), Betriebsmitteln wie Wasser, Strom (129.000 Euro), sonstigen Sachkosten (87.000 Euro) und Instandhaltung (30.000 Euro). Bei den Einnahmen kalkuliert die Stadt mit 110.000 Euro pro Jahr. Rechnet man nun die Investitionskosten heraus, dann ergibt sich ein Deckungsgrad der Einnahmen an den laufenden Personal- und Sachkosten von 23,4 Prozent.

Ihr Autor

BT-Redakteur Thomas Senger

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Erstellt:
23. Februar 2022, 14:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 44sec

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