Schwimmer sitzen in Rastatt bald auf dem Trockenen

Rastatt (dm) – Die Freibadsaison geht in rund drei Wochen zu Ende, das Hallenbad Alohra ist weiterhin nicht nutzbar. Schulen und Vereine müssen ausweichen, Schwimmkurse fallen weg.

Derzeit kann man nur im Natura seine Bahnen ziehen. Inwieweit die Saison mit Hilfe einer mobilen Heizanlage verlängert werden kann, ist noch offen. Foto: Frank Vetter

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Derzeit kann man nur im Natura seine Bahnen ziehen. Inwieweit die Saison mit Hilfe einer mobilen Heizanlage verlängert werden kann, ist noch offen. Foto: Frank Vetter

Noch rund drei Wochen, dann ist die Saison im Rastatter Freibad vermutlich vorbei und in Sachen des derzeit nicht nutzbaren Hallenbads Alohra noch keine Entscheidung gefallen. „In diesem Herbst wird es wahrscheinlich keine Schwimm-Option in Rastatt mehr geben“, bestätigte die städtische Pressestelle am Donnerstag.
Das heißt: In der Barockstadt sitzen Schwimmer in den kälteren Monaten erst einmal auf dem Trockenen. Wie es in der Bäderfrage weitergeht – und inwieweit das marode Alohra ertüchtigt werden soll –, das wird im kommenden Monat erneut Thema im Gemeinderat sein. Bis dahin hält man sich bedeckt, was die Optionen anbelangt.

Schwimmwasser ist knapp in der Region

Ab September, so schreibt die Rastatter DLRG-Ortsgruppe auf ihrer Homepage, sei jedenfalls das Training im Freibad nicht mehr möglich. Dorthin war man zuletzt mit der Schwimmausbildung ausgewichen (wir berichteten). Da man aber von der Stadt für den Herbst keine Wasserfläche zugesichert bekommt, könne man folglich derzeit keine Anmeldungen für Schwimm- und Rettungsschwimmkurse mehr annehmen.

Wo in den nächsten Monaten Schwimmunterricht der Schulen stattfinden soll, ist offenbar ebenfalls noch unklar. Die Bildungsstätten seien informiert, so Heike Vetter von der städtischen Pressestelle, und man nehme Kontakt mit Umlandgemeinden auf, was Ersatzmöglichkeiten für das weggefallene Rastatter Hallenbad anbelangt.

Schwimmwasser ist indes knapp, wie der RTV-Vorsitzende Werner Bartels weiß, dessen Verein eine rund 260 Mitglieder zählende Schwimmabteilung beheimatet; die Kapazitäten sind begrenzt. Angesichts der Misere gibt es bereits erste Abwanderungsbewegungen. „Gute Schwimmer werden unseren Verein verlassen“, stellt Abteilungsleiter Eugen Engelhardt fest. Angesichts der kühleren Wassertemperaturen sei das Training im Freibad – auch wenn das eigentlich eine wunderbare Sache sein könnte – „alles andere als ideal“ gewesen. Man habe zwar eine Alternative im Cuppamare in Kuppenheim gefunden – wofür man dankbar sei. Doch die zur Verfügung stehenden Trainingszeiten seien für einige berufstätige Schwimmer sowie Eltern nicht günstig. Man könne nur von einer kurz-, aber nicht mal mittelfristigen Lösung sprechen.

Saisonverlängerung per mobiler Heizanlage?

Was Werner Bartels besonders ärgert: „Was hier passiert, war mit Ansage.“ Dass sich das Alohra in einem Zustand befand, in dem es jederzeit passieren könne, dass man den Schlüssel umdrehen muss, sei schon länger dokumentiert. Zu kaum einem anderen Bad in Deutschland gebe es mehr Gutachten, dennoch hätten Teile des Gemeinderats auf Zeit gespielt, anstatt nach dem Grundsatzbeschluss für ein Kombibad „Vollgas zu geben“. Dann hätte man nun ein halbes Jahr anstatt fünf Jahre zu überbrücken.

„Auch wir sind mehr als enttäuscht über die Situation und wissen nicht, wie es weitergehen soll. Wir hoffen sowohl auf eine schnelle und kurzfristige, als auch eine langfristige Lösung (...)“, schreibt derweil die DLRG. Und appelliert: „Bitte gehen Sie direkt auf die Stadt Rastatt zu und wenden sich an den Gemeinderat. Nur gemeinsam können wir auf die zunehmende Zahl an Nichtschwimmern aufmerksam machen!“

Unterdessen sei man im Bäder-Eigenbetrieb „unter Hochdruck dabei“, doch noch eine Verlängerung der Freibadsaison hinzubekommen, so Bäderleiter Tobias Peter auf Nachfrage des BT. Das gelinge, wenn durch die Installation einer mobilen Heizanlage eine Mindestwassertemperatur erreicht werden kann. Dies hänge von einigen Faktoren ab – Anschlüsse müssen erweitert, die technische Einbindung geregelt werden – , die nicht zum Nulltarif zu haben sind. Und: Auch das Wetter müsste mitspielen. Wie lange sich dadurch die Saison verlängern ließe und wie viel früher man damit wieder öffnen könne, sei derzeit nicht absehbar.

Ihr Autor

BT-Redakteur Daniel Melcher

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Erstellt:
26. August 2021, 18:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 45sec

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