Schwindendes Interesse am Dorfwettbewerb

Murgtal (mm) – Es ist landesweit zu beobachten, dass das Interesse an der Teilnahme am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ seit Jahren rückläufig ist.

Die Delegation aus Langenbrand freut sich bei der Verleihung der Goldmedaille im Oktober 2018 in Ludwigsburg. Foto: Katharina Vogt (Archiv)

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Die Delegation aus Langenbrand freut sich bei der Verleihung der Goldmedaille im Oktober 2018 in Ludwigsburg. Foto: Katharina Vogt (Archiv)

Eindeutige Ursachen wurden bisher allerdings noch nicht ermittelt, erläutert Hannelore Dütsch-Weiß von der Beratungsstelle für Obst- und Gartenbau im Landratsamt Rastatt.

Sie ist seit 20 Jahren als Beraterin für Obst- und Gartenbau im Landratsamt tätig und begleitet den Dorfwettbewerb zusammen mit dem mittlerweile pensionierten Sachgebietsleiter Uwe Kimberger. Dessen Position wird sie ab Oktober übernehmen.

Bei der aktuellen Auflage des Wettbewerbs glänzt das Murgtal gänzlich durch Abwesenheit – und das, obwohl in der Vergangenheit bereits einige erfolgreiche Teilnahmen auf Landes- und gar Bundesebene verbucht werden konnten. Langenbrand holte 2018 die Goldmedaille, Bermersbach 2006 und 2012, Loffenau war 1983, 1985 und 1989 ganz oben auf dem „Landes-Treppchen“. Michelbach holte sogar eine Silbermedaille beim Bundeswettbewerb im Jahr 2004.

Corona-Pandemie beeinflusst Teilnahme

2020, zum Ende der Anmeldefrist im Mai und der danach verlängerten Anmeldefrist Ende Dezember, herrschte nun aber Tristesse im Murgtal, nicht ein Dorf warf seinen Hut in den Ring. Dazu habe auch die Corona-Pandemie beigetragen, die negativen Einfluss auf die Bewerbungen nahm, meint Dütsch-Weiß und erklärt: Das Vereinsleben kam nahezu komplett zum Erliegen, Infoveranstaltungen in Präsenz waren praktisch unmöglich. „Keiner konnte sich richtig vorstellen, wie ein solcher Wettbewerb in den Teilnehmerorten vorbereitet werden könnte.“

Erfreulich sei, dass sich trotzdem Orte dem Wettbewerb stellen. Aus dem Landkreis Rastatt sind es die Lichtenauer Stadtteile Grauelsbaum, Scherzheim und Muckenschopf. Dort wird die Bewertungskommission für den Bezirksentscheid am Mittwoch, 15. September, erwartet.

In den Kuppenheimer Stadtteil Oberndorf, der ebenfalls am Wettbewerb teilnimmt, kommt die Kommission am Donnerstag, 16. September. Der Ort sei ja „fast schon im Murgtal“, so Dütsch-Weiß, die Region daher auch beim aktuellen Wettbewerb vertreten. Es handelt sich um den 27. Landeswettbewerb, in dessen Vorfeld die Kreis- und Bezirksentscheide durchgeführt werden. Das „Kräftemessen um den schönsten Ort und die besten Zukunftschancen“ sollte planmäßig 2020 auf Kreisebene laufen. Im April 2020 wurde wegen Corona eine Verlegung auf 2021 vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg beschlossen und den Regierungspräsidien und Landkreisen mitgeteilt.

Landrat Toni Huber hatte im Dezember 2019 die Städte und Gemeinden des Landkreises darüber informiert, dass es ihm ein großes Anliegen sei, dass wieder möglichst viele Orte des Landkreises Rastatt am Dorfwettbewerb teilnehmen. Der Landkreis wolle an die großen Erfolge der Vergangenheit anknüpfen. Zum Wettbewerb hatte das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz im November 2019 aufgerufen. Der Landkreistag hatte im Januar 2020 die Landkreise auf den Wettbewerb hingewiesen. Erstmals wurde sogar jedem Teilnehmerort eine Kostenerstattung in Höhe von 3.000 Euro angeboten, berichtet Dütsch-Weiß. Der Wettbewerb war zunächst als Bezirksentscheid geplant. Die Anmeldung sollte bis zum 15. Mai 2020 beim Regierungspräsidium Karlsruhe und nachrichtlich an das Landratsamt Rastatt gehen.

Blühende Landschaften und Entwicklungspotenziale stehen beim Dorfwettbewerb im Fokus. Auch Loffenau war schon mehrfach beim Wettbewerb erfolgreich. Foto: Sabine Zoller

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Blühende Landschaften und Entwicklungspotenziale stehen beim Dorfwettbewerb im Fokus. Auch Loffenau war schon mehrfach beim Wettbewerb erfolgreich. Foto: Sabine Zoller

Kreisentscheid fällt mangels Masse aus

Bei Anmeldung mehrerer Orte bestand in Absprache mit dem Regierungspräsidium die Möglichkeit, die Bereisung und Bewertung im Landkreis in Eigenregie als Kreisentscheid durchzuführen. Die Weitermeldung zum Landesentscheid würde dann in Absprache mit dem RP erfolgen.

Im April 2020 wurde die Verschiebung des Wettbewerbs auf 2021 bekannt gegeben. Damit verbunden war auch eine Verlängerung der Anmeldefrist bis Ende 2020. Zum Kreisentscheid kam es allerdings mangels Masse nicht, bedauert Dütsch-Weiß. Die erste Runde im Wettbewerb ist gleich der jetzt anstehende Bezirksentscheid.

Ihr Autor

BT-Redakteur Markus Mack

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Erstellt:
9. September 2021, 20:00 Uhr
Lesedauer:
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