Sechs Pferde im Himmel-Stall

Iffezheim (rap) – Mit einem kleinen, aber feinen Aufgebot geht Trainer-Urgestein Waldemar Himmel in die Galoppsaison. Besonders im Fokus steht dabei Sweet Master.

Vergangenes Jahr bereits ein Rennen gewonnen, nun soll er vollends durchstarten: Waldemar Himmel und seine Ehefrau Erika setzen auf Sweet Master. Foto: Christian Rapp

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Vergangenes Jahr bereits ein Rennen gewonnen, nun soll er vollends durchstarten: Waldemar Himmel und seine Ehefrau Erika setzen auf Sweet Master. Foto: Christian Rapp

So eine Galoppsaison wie die vergangene hat auch Waldemar Himmel noch nicht erlebt. Und das muss schon was heißen, schließlich ist der 65-Jährige seit 1979 als Trainer auf den Bahnen in der Umgebung und im Nachbarland Frankreich Stammgast. Dass es 2020 eine spezielle Saison gewesen war, lag aber nicht etwa an mäßigen Platzierungen oder nicht erreichten Zielen. Solche Jahre gibt es im Galoppsport ja immer mal wieder, wenn der Sieg um Halsbreite verfehlt wird oder der Untergrund nicht zum Pferd passt. Das weiß wohl kaum jemand besser als das Trainer-Urgestein Himmel.

Was das zurückliegende Jahr aber so außergewöhnlich hat werden lassen, war – natürlich – die Corona-Pandemie und ihre Folgen. Viele Rennen wurden gerade zu Beginn des Jahres gestrichen, als der Galoppsport dann wieder allmählich Fahrt aufnahm, gingen – und gehen derzeit – die Rennen ohne Zuschauer über die Bühne. Ein Umstand, mit dem auch Waldemar Himmel immer noch fremdelt – auch fast zwölf Monate nach der Wiederaufnahme. „Diese Freude, die man sonst hat, wenn man auf eine Rennbahn fährt und die Zuschauer sind da und bejubeln die Pferde, fällt total flach. Im Moment ist es nur ein Geschäft, die Faszination Galoppsport lässt dann schon nach“, sagt Himmel mit hörbar gedämpfter Stimme.

Himmel: „Das hat uns hart getroffen“

Und das Geschäft lief für den erfahrenen Galopptrainer 2020 alles andere als prickelnd. „Zum Streichen“, sei es gewesen, meint er. Angefangen mit der Absage der obligatorischen Rennen im französischen Wissembourg am 1. Mai. „Das hat uns hart getroffen. Das ist so was wie unsere Heimatbahn, wir sind gerne dort, performen da auch immer gut“, sagt der passionierte Motorradfahrer, der sich freut, zumindest dieses Jahr wieder in Wissembourg am Start zu sein. „Ein Jahr Zwangspause reicht.“

Einen anderen Grund, warum das vergangene Jahr, obwohl er mit Sweet Master in Straßburg einen Treffer und einige weitere Platzierungen landete, eher mäßig verlief, war die Anzahl der Startpferde. Neben Sweet Master brachte Himmel nur noch Doctor Saga an den Ablauf. „Wir haben insgesamt wenig Startpferde gehabt. Wir haben einige talentierte Pferde, die jetzt dann startklar sein werden und Erfahrungen sammeln sollen“, sagt Himmel, der derzeit sechs Pferde trainiert. Neben Sweet Master, der an Ostern im französischen aray-le-Monial den ersten Sieg des Jahres eingaloppierte, ruhen seine Hoffnungen auf Narrator („Ein sehr talentiertes Pferd.“) und Sweet Cesaria, die Schwester von Sweet Master. Im Spätjahr soll dann auch Requiem debütieren. „Alle Pferde sind eingesprungen, zur Vorbereitung werden wir aber auch ein, zwei Flachrennen in Angriff nehmen“, erklärt Himmel, der den Hindernissport weiter forcieren möchte. Geritten werden die Pferde vom Jeremy Recher und seiner Tochter Judith.

Neben den talentierten Pferden hat Himmel auch noch einen Routinier in seinen Stallungen – den zehnjährigen Fabulous Valley, zweifacher Gewinner des renommierten Großen Preis der Jura Cement. Nach einer Sehnenverletzung stand der Fuchswallach, der eine Gewinnsumme von 160.000 Euro vorweisen kann, eineinhalb Jahre auf der Koppel. Nun ist er bereit für sein Comeback, das Ziel ist klar: „Für uns zählt nur der Große Preis der Jura Cement.“

Verheißungsvolle Talente und ein Routinier, der ein großes Ziel hat: „Wir sind ein kleiner Stall, aber dieses Jahr hoffentlich auch wieder ein feiner“, sagt Himmel und lacht.

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Ihr Autor

BT-Redakteur Christian Rapp

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Erstellt:
12. April 2021, 16:29 Uhr
Lesedauer:
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