Security soll am Lindensee für Ordnung sorgen

Rastatt (mak) – Ein privater Sicherheitsdienst nimmt ab Samstag den Ottersdorfer Lindensee in den Blick, nachdem sich etliche Anwohner bei der Ortsverwaltung über die Zustände beschwert haben.

Der Lindensee grenzt an die Wohnbebauung. Anwohner beschweren sich über Müll und Lärm am Abend. Foto: Willi Walter

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Der Lindensee grenzt an die Wohnbebauung. Anwohner beschweren sich über Müll und Lärm am Abend. Foto: Willi Walter

Der Ortschaftsrat hat sich am Dienstag nichtöffentlich mit dem Ordnungsdienst der Stadt und der Polizei ausgetauscht. Bereits im vergangenen Jahr registrierten die Anwohner einen deutlichen Anstieg der Badegäste im Vergleich zu den Vorjahren, was höchstwahrscheinlich mit der coronabedingten Schließung der Freibäder zusammenhing. Bis zu 300 Badegäste tummelten sich dort an warmen Sommertagen, auch am späten Abend und teilweise bis nach Mitternacht habe es laute Partys gegeben. Entsprechend vermüllt stellte sich der Uferbereich am nächsten Morgen dann dar, der kommunale Bauhof, aber auch Anwohner räumten dann auf. Ein weiteres Problem ist der Umstand, dass es keine Toiletten gibt, die Badegäste schlagen sich in die Büsche. In der Ortschaftsratssitzung Ende Juni schlugen daher die Anwohner vor, einen Toilettenwagen beim Vereinsheim der Angler aufzustellen oder gleich ein Toilettenhäuschen zu bauen. Dieser Vorschlag wird im Rastatter Rathaus jedoch kritisch gesehen: „Beim Lindensee handelt es sich nicht um einen offiziellen Badesee, sondern um eine Badestelle. Das Baden wird dort toleriert“, verdeutlicht Pressesprecherin Heike Dießelberg auf BT-Anfrage. Mit einer „offiziellen Infrastruktur“ an einer inoffiziellen Bademöglichkeit entstehe „eine Schieflage“. Mit einem Toilettenhäuschen entstünde „eine zusätzliche Sogwirkung“ hin zum Lindensee, was man vermeiden wolle. Bei diesem Thema sei jedoch auch die Ottersdorfer Ortsverwaltung gefragt. Ein Anwohner hat sich am Donnerstag erneut über die Zustände am Lindensee bei der Ortsverwaltung beschwert. Beim morgendlichen Rundgang mit dem Hund habe er eine Feuerstelle und daneben einen großen Haufen mit dicken Ästen entdeckt. Außerdem waren zwei neue Strandmuscheln aufgestellt. „So kann es nicht weitergehen. Das nächtliche Aufenthaltsverbot muss zeitnah verankert werden“, fordert er in seiner E-Mail, die auch der Redaktion vorliegt. Mit dem wärmeren Wetter und dem anstehenden Ferienbeginn sei mit einer erhöhten Frequentierung des Sees zu rechnen.

Sicherheitsdienst erhält Hausrecht

Der 69-Jährige fordert weiterhin, Verbote für Alkoholkonsum. Abfallentsorgung, Glasverwendung, Verrichten der Notdurft und eine Beschränkung der Nutzungszeiten in die Benutzungssatzung für die städtischen Grün- und Erholungsflächen aufzunehmen. Diese Anregung werde derzeit geprüft, so Dießelberg, die jedoch keine Auskunft darüber geben konnte, wie lange diese Prüfung dauern wird. Immerhin schaut heute ab 18 Uhr ein privater Sicherheitsdienst aus Rheinstetten am Ufer des Lindensees nach dem Rechten: „Ihm wurde das Hausrecht übertragen, das heißt, dass die Mitarbeiter auch Platzverweise aussprechen dürfen“, verdeutlicht die Pressesprecherin, die darauf hinweist, dass auch der Ordnungsdienst und die Polizei schnell zur Stelle seien, wenn konkrete Verstöße angezeigt werden. Zudem helfe auch die Feldschützerin aus, wenn sie um Unterstützung gebeten werde. Auch am Wintersdorfer Sämannsee ist „jede Badesaison eine neue Herausforderung“, erläutert Ortsvorsteherin Daniela Schneider im BT-Gespräch. Am Sämannsee gibt es jedoch einen Kiosk mit zwei Toiletten. Der Betreiber kümmere sich zusätzlich um die Sauberkeit im Badebereich. Das Grillen ist grundsätzlich verboten, entsprechende Schilder verdeutlichen dies. Wenn Badegäste, die sich nicht daran halten, auf ihr Fehlverhalten angesprochen werden, gebe es oft „beleidigende Rückmeldungen, die ich hier nicht wiedergeben möchte“, berichtet Schneider. Auch der Kioskpächter habe damit „seine liebe Not“. Die Mülleimer, auch am Parkplatz, seien am Montagmorgen „übervoll“: Neben Liegestühlen und Luftmatratzen habe man auch schon Möbelteile beseitigen müssen.

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Erstellt:
23. Juli 2021, 19:00 Uhr
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