Seelsorge findet am Telefon statt

Rastatt (mak) – Kirche in Coronazeiten: Die Seelsorge findet am Telefon statt. Im Gespräch ist ein Gottesdienst im Internet.

Auch wenn keine Messen stattfinden, sind die vier Pfarrkirchen St. Alexander (Foto), Herz Jesu, Zwölf Apostel und Heilig Kreuz ganztags zum Gebet geöffnet. Foto: Archiv

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Auch wenn keine Messen stattfinden, sind die vier Pfarrkirchen St. Alexander (Foto), Herz Jesu, Zwölf Apostel und Heilig Kreuz ganztags zum Gebet geöffnet. Foto: Archiv

Zuerst ging die Zahl der Gottesdienstbesucher in St. Alexander wegen der Corona-Krise zurück, am vergangenen Sonntag wurden die wenigen Gläubigen, die noch kamen, am Eingang nach Hause geschickt, berichtet Stadtpfarrer Ralf Dickerhof im BT-Gespräch. Nun gibt es erste Überlegungen, die Sonntagsmesse per Live-Stream ins Internet zu stellen.
Der Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit hat sich am Donnerstagabend per Telefonschaltung darüber ausgetauscht, ob und wie solche Gottesdienste machbar sind, Dickerhof könnte sich dieses neue Angebot grundsätzlich vorstellen.

Neue Möglichkeiten

Der 50-Jährige, der es gewohnt ist, tagtäglich mit vielen Menschen zusammenzutreffen, verbringt nun viel mehr Zeit am Telefon und mit dem Schreiben von E-Mails, auch von Briefen. Die Seelsorge findet in diesen Zeiten nicht mehr unter vier Augen statt, sondern am Telefon. „Die digitalen Möglichkeiten, die oft ein Fluch sind, können auch ein Segen sein, um den Mitmenschen Nähe zu signalisieren“, verdeutlicht der Geistliche. Wie man trotz der aktuellen Umstände Nähe schaffen kann, habe er sich auch gemeinsam mit seinen evangelischen Kollegen überlegt. Da die Erzdiözese in Freiburg verordnet, dass die Feier der Kar- und Osterliturgie unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattzufinden hat, müssen neue Möglichkeiten ins Auge gefasst werden. „Wir haben uns überlegt, einen Osterbrief zu erstellen, der dann alle Haushalte in Rastatt erreichen soll“, berichtet Dickerhof.

Bis auf Weiteres bleiben die katholischen Gemeindehäuser in Rastatt geschlossen, sämtliche Veranstaltungen sind abgesagt. Auch die vier Pfarrbüros bleiben für den Publikumsverkehr geschlossen. „Die im Märzpfarrbrief stehenden Öffnungszeiten und Sprechzeiten sind ausgesetzt“, betont Dickerhof. Allerdings ist das Stadtpfarramt St. Alexander vormittags von 9 bis 12 Uhr und nachmittags von 15 bis 18 Uhr unter (0 72 22) 40 63 60 erreichbar.

Die Corona-Krise hat auch Auswirkungen auf Taufen und Hochzeiten, die nun verschoben oder im ganz kleinen Kreis gefeiert werden. Beerdigungen können nur im Freien und im Familienkreis stattfinden.

Auch wenn keine Messen mehr stattfinden, so sind die vier Pfarrkirchen der Rastatter Kernstadt – St. Alexander, Herz Jesu, Zwölf Apostel und Heilig Kreuz – ganztags für die Gläubigen zum Gebet geöffnet.


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