Senioren-Projekt: Mit E-Rikschas durch Bühl

Bühl (waa) – „Radeln ohne Alter“ nennt sich das Bühler Projekt bei dem künftig Spazierfahrten für nicht mehr mobile Senioren angeboten werden sollen. Eines der Räder wurde am Mittwoch präsentiert.

Ob Vertreter der Stadt, Initiatoren oder Förderer: Sie alle sind Feuer und Flamme für das Projekt „Radeln ohne Alter“.  Foto: Alena Wacker

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Ob Vertreter der Stadt, Initiatoren oder Förderer: Sie alle sind Feuer und Flamme für das Projekt „Radeln ohne Alter“. Foto: Alena Wacker

Traditionell stammen sie aus Asien und werden dort von Menschenhand gezogen – die Rikschas. Inzwischen sind die Gefährte zur Personenbeförderung auch in Europa angekommen. Eine mit einem Fahrrad betriebene E-Rikscha befindet sich seit Neuestem auch im Besitz der Stadt Bühl. Mit ihr sollen künftig Spazierfahrten für nicht mehr mobile Senioren angeboten werden.
Das Projekt „Radeln ohne Alter“ nimmt weiter Gestalt an. Die ersten ehrenamtlichen Chauffeure sind gefunden und auch das rote Gefährt des Typs „Christiania Bike Modell T“ ist mittlerweile angekommen und wurde am Mittwoch offiziell präsentiert.

Initiator und Gemeinderat Lutz Jäckel (FDP) hatte sich „tierisch über die breite Zustimmung der Stadt zu dem Projekt gefreut“. Erst durch ihn und die Bühler Bürgerin Michaela Lang wurde die Stadtverwaltung aufmerksam auf das Projekt, das in nur zehn Standorten in ganz Baden-Württemberg umgesetzt wird, hieß es gestern beim Pressegespräch. Für Bürgermeister Wolfgang Jokerst passt es vor dem Hintergrund der Themen Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Seniorenarbeit und bürgerschaftlichem Engagement „wunderbar in das Profil der Stadt“.

Unterstützung der Sparkasse Bühl

Unterstützt wurde die Anschaffung der mit einem Hilfsmotor ausgestatteten E-Rikscha von der Sparkasse Bühl. Sparkassendirektor Frank König war auf Anhieb begeistert von der Idee: „Der Funke war direkt übergesprungen.“, erklärt er. Neben der Spende der Sparkasse wird das Projekt als nachhaltige Infrastrukturmaßnahme auch über den Nachhaltigkeitsfonds der Stadt finanziert.

Zum einen wolle man durch das Projekt die Palette der Mobilitätsangebote der Stadt erweitern, zum anderen gehe es aber auch um das wichtige Thema psychische Gesundheit und „den Austausch der Generationen, der in Zeiten von Corona zum Stocken kam“, erklärt Klimaschutzmanager Martin Andreas.

In der Stadt stößt das Projekt schon jetzt auf viel Zuspruch. Drei Seniorenheime haben bereits Interesse an den Ausfahrten bekundet.

Bequemer Einsteig für betagte Fahrgäste

Die rund 7.000 Euro teure E-Rikscha ist so gebaut, dass mit einem Rollator so nahe an sie herangefahren werden kann, damit ein bequemes Einsteigen problemlos möglich ist. Gurte bieten den Fahrgästen Sicherheit, während sich Handtaschen oder Einkäufe in einer Ablage unter dem Sitz verstauen lassen. Mit etwa 15 Stundenkilometern soll es dann künftig quer durch die Stadt gehen – die ersten Routen dafür werden von den Verantwortlichen des Projekts momentan erarbeitet.

In den kommenden Wochen absolvieren die knapp 20 ehrenamtlichen Chauffeure ein Fahrtraining mit Bernd Friedmann von der Fahrradwelt Hot-Bike, von der die erste Rikscha geliefert wurde, ein zweites Rad wird noch in Auftrag gegeben.

Im Frühjahr, wenn das Wetter wieder besser wird, soll es dann losgehen mit den ersten Ausfahrten für die Senioren.

Wer sich ehrenamtlich bei dem Projekt engagieren möchte, kann sich beim Seniorenbüro der Stadt Bühl melden, (0 72 23) 93 54 04, E-Mail: seniorenbuero@buehl.de.

Ihr Autor

BT-Volontärin Alena Wacker

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Erstellt:
17. November 2021, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 23sec

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