Seniorenzentrum Sinzheim: Schon zweimal gepikst

Sinzheim/Rheinmünster (nie) – In den vier Seniorenzentren der Curatio GmbH (Sinzheim, Stollhofen, Ötigheim und Karlsruhe) sind die Mitarbeiter und Bewohner schon jeweils zweimal geimpft.

Das mobile Impfteam aus Karlsruhe war binnen eines Monats in allen Curatio-Häusern aktiv. Foto: Friso Gentsch/dpa

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Das mobile Impfteam aus Karlsruhe war binnen eines Monats in allen Curatio-Häusern aktiv. Foto: Friso Gentsch/dpa

Der zweite Piks ist gesetzt. Also zurück zur Normalität! Nein, in der Praxis sieht das leider nicht so aus. Von einem flächendeckenden Schutz ist Deutschland nämlich noch weit entfernt. Doch in den Seniorenzentren der Curatio GmbH hat man seinen Beitrag hin zum Normalzustand schon geleistet.

Nahezu 100 Prozent der Hausgäste in Sinzheim, Stollhofen, Ötigheim und Karlsruhe haben sich für den Schutz per Spritze gegen das Coronavirus entschieden und bereits beide notwendigen Termine hinter sich. Und auch von den insgesamt 800 Mitarbeitern hätten sich rund 75 Prozent für die Impfungen entschieden und sie erhalten, kann Curatio-Geschäftsführer Lothar Kanter über die „gute Quote“ berichten. Selbstverständlich sei die Entscheidung pro oder contra Impfung jedem freigestellt gewesen, sagt Uwe Maier, einer der beiden Heimleiter in Sinzheim. Ein „Nein“ habe meist individuelle Gründe oder hänge mit Allergien zusammen.

Erleichterung war spürbar

Am 4. Januar ging es in Sinzheim los, Ende des Monats war es dann schon rum in allen vier Häusern. Und auch im Neubau in Hügelsheim – dort geht Kanter davon aus, dass Mitte März alle Zimmer belegt sind – sollen bald Impftermine angeboten werden.

Beide Spritzen erhalten und schriftlich dokumentiert: Fast alle Hausgäste und 75 Prozent der Mitarbeiter sind geimpft. Foto: Anne Zöllner

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Beide Spritzen erhalten und schriftlich dokumentiert: Fast alle Hausgäste und 75 Prozent der Mitarbeiter sind geimpft. Foto: Anne Zöllner

„Ganz unaufgeregt“ seien für die Hausgäste (so werden bei Curatio die Bewohner genannt) die Tage des Spritzens abgelaufen, fasst Maier für alle Häuser zusammen. Den mobilen Impfteams aus dem zentralen Impfzentrum in Rheinstetten sei jeweils ein Raum zum Vorbereiten gestellt worden, und auf den einzelnen Wohnbereichen sei dann im Aufenthaltsraum nach und nach geimpft worden, zu bettlägerigen Personen sei das fünf Mann starke Team ins Zimmer gegangen.

Lothar Kanter spricht von einer „gemischten Stimmung“ hinsichtlich der Impfmöglichkeiten: Während die Bewohner freudig gewartet hätten, habe es unter den Mitarbeitern mehr Diskussionen gegeben. Alle Hausgäste hätten beide Impfungen „sehr gut“ vertragen, aber die Mitarbeiter hätten teilweise Reaktionen gezeigt, die aber auch nach 24 Stunden wieder abgeklungen waren, erläutert Simone Borho, Heimleiterin des Sinzheimer Neubaus. „Eine große Erleichterung, dass man jetzt endlich geimpft werden kann“, sei spürbar gewesen, blickt Heinrich Peters, Heimleiter in Stollhofen, zurück. Er hebt die schnelle und geglückte Umsetzung hervor.

Kollegiales Miteinander mit mobilen Impfteams

Als „eine Einheit“ hätten Mitarbeiter, Bewohner und Angehörige agiert – gar aus dem Weihnachtsurlaub seien die Rückmeldungen zu den Impf-Informationen gekommen. Denn es galt laut Maier einen immensen Verwaltungsaufwand zu stemmen mit Anamnesebögen, Bewilligungen und mehr. Aber der hat sich gelohnt: Die gute Organisation habe gegriffen, „es hat wirklich gut geklappt“, ist sich Prokuristin Anne Zöllner sicher. An den Impftagen selbst habe es zudem ein kollegiales Zusammenarbeiten mit den mobilen Impfteams gegeben.

So kann es weitergehen, denn bei Curatio versucht man aufgrund der großen Nachfrage jetzt auch, zeitnah für die Betreuten in der Tagespflege und im Betreuten Wohnen Impftermine zu bekommen. Die Regelungen des Sozialministeriums hätten sich erst jetzt dahingehend geändert, dass sich diese Klientel auch von den mobilen Impfteams und organisiert vom Pflegeheim impfen lassen kann.

Die Hütte bleibt stehen: Dort werden Schnelltests für Besucher und Mitarbeiter des Seniorenzentrums Sinzheim weiterhin angeboten. Foto: Nina Ernst/Archiv

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Die Hütte bleibt stehen: Dort werden Schnelltests für Besucher und Mitarbeiter des Seniorenzentrums Sinzheim weiterhin angeboten. Foto: Nina Ernst/Archiv

Intensiv bleibe man an den Themen dran, verspricht Lothar Kanter – über allem stehe schließlich der Wunsch, dass die Pandemie schneller rumgeht. Und daher sei es unumgänglich, die Schutzmaßnahmen aufrecht zu erhalten: Masken und negative Tests bleiben laut Anne Zöllner Pflicht. Es sei aber „eigentlich unproblematisch“ für Besucher, ihre Angehörigen zur passenden Zeit zu sehen – da achte man drauf. Lothar Kanter ist froh: „Wir hatten noch keinen Corona-Fall in den Häusern“, und das soll auch so bleiben. So lasse sich die Geschäftsführung öfter testen als nötig, da sie in allen Häusern unterwegs sei. Er richtet vor allem aber ein großes Kompliment an alle Mitarbeiter: „Sie sind sehr verantwortungsbewusst“ und würden sich trotz Mehrbelastung sehr stark einsetzen.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Nina Ernst

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Erstellt:
3. Februar 2021, 06:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 54sec

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