Sexueller Übergriff: Rastatter Rentner verurteilt

Rastatt (mak) –Ein Rentner aus Rastatt muss nach einem sexuellen Übergriff mit Körperverletzung eineinhalb Jahre hinter Gitter und 1.000 Euro Schmerzensgeld an eine geistig behinderte Frau zahlen.

Ein 70-jähriger Rastatter muss wegen eines sexuellen Übergriffs eineinhalb Jahre in den Knast. Symbolfoto: Nina Ernst/Archiv

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Ein 70-jähriger Rastatter muss wegen eines sexuellen Übergriffs eineinhalb Jahre in den Knast. Symbolfoto: Nina Ernst/Archiv

Wegen des sexuellen Übergriffs auf eine geistig behinderte junge Frau in Tateinheit mit Körperverletzung am 25. Juli 2018 in Rastatt hat das Landgericht Baden-Baden am Freitag einen 70-jährigen Rastatter zu einer Freiheitsstrafe von eineinhalb Jahren und der Zahlung von Schmerzensgeld in Höhe von 1.000 Euro verurteilt. Die Freiheitsstrafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.

„Es war eine erbärmliche Aktion“, fand der Vorsitzende Richter Wolfgang Fischer deutliche Worte nach einer „recht umfangreichen Beweisaufnahme mit einem eindeutigen Ergebnis“. Für die Zweite Große Strafkammer war es nach zwei Verhandlungstagen mit acht Zeugen erwiesen, dass der Angeklagte in einem Behindertentransporter neben der damals 20-Jährigen sein Glied entblößt und ihre Hände darauf gepresst hatte. Weiterhin habe der Rentner der Behinderten derart in die Brüste gekniffen, dass sie „deutliche Schmerzen“ hatte, so Fischer. Er sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte der Frau beim Aussteigen gegen deren Willen einen Zungenkuss gegeben hatte.

Keine Arbeitsstunden für Rentner

Zugunsten des Angeklagten sprach sein „fortgeschrittenes Alter“, dass seit der Tat fast zweieinhalb Jahre verstrichen sind und die „erhebliche Verfahrensdauer“. Im Dezember 2019 war Anklage erhoben worden. Zudem habe die junge Frau „keine Belastungen durch die Tat“, was sich ebenfalls strafmildernd auswirkte.

Staatsanwalt Michael Leber hatte ein Jahr und zehn Monate gefordert, ein Schmerzensgeld von 600 Euro und 200 Arbeitsstunden. Da der Angeklagte so alt sei, lasse sich keine passende Einrichtung finden, begründete Fischer den Wegfall der Arbeitsstunden. Der Verurteilte muss die Gerichtskosten und die Kosten der Nebenklage bezahlen.

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27. November 2020, 15:30 Uhr
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