Sibylle Vogt siegt im BBAG-Auktionsrennen

Iffezheim (deli) – Nur anderthalb Minuten braucht Sibylle Vogt mit ihrem Hengst Georgios, um auf der Iffezheimer Rennbahn das prestigeträchtige Ferdinand-Leisten-Memorial-Rennen zu gewinnen.

Auf dem Weg zum Sieg: Sibylle Voigt fliegt auf Außenseiter Georgios links am gesamten Feld vorbei. Foto: Klaus-Jörg Tuchel

© Klaus-Joerg Tuchel

Auf dem Weg zum Sieg: Sibylle Voigt fliegt auf Außenseiter Georgios links am gesamten Feld vorbei. Foto: Klaus-Jörg Tuchel

In den nächsten Tagen werden auf das vom Galopper-Dachverband geführte Konto von Sibylle Vogt 5.000 Euro überwiesen. Plus des üblichen Reitgeldes ist es ihr Lohn für knapp eineinhalb Minuten Arbeit auf dem zwei Jahre alten Hengst Georgios, der am Freitag zur Überraschung vieler als 16,8:1-Außenseiter das mit insgesamt 200.000 Euro dotierte BBAG-Auktionsrennen zur Erinnerung an Ferdinand Leisten gewann. Die aus der Lichtenthaler Familie Falk stammende, 90-jährige Hildegard Leisten überreichte die Ehrenpreise.

Einem Jockey stehen in Deutschland fünf Prozent der Preisgeldsumme zu, in diesem Fall 100.000 Euro für das ostwestfälische Gestüt Ebbesloh der Verleger-Familie von Schubert. Vogt, die am Stall von Trainer Peter Schiergen in Köln die Nummer zwei hinter Bauyrzhan Murzabayev ist, profitierte von der Wahl des Champions. Der hatte sich für ein anderes Schiergen-Pferd, nämlich Fire Of The Sun, entschieden, der nur Dritter wurde. Die bei Carmen Bocskai in Iffezheim tätige Schweizerin feierte damit den finanziell zweithöchsten Sieg ihrer Laufbahn. „In Saudi-Arabien gab es letztes Jahr noch mehr“, erinnerte sie an ihren Erfolg in der internationalen Jockey-Challenge. Gleichzeitig war es der 201. Treffer ihrer bemerkenswerten Karriere, in der es, wie sie treffend anmerkte „immer nur nach oben gegangen ist“.

40.000Euro Siegprämie für den Zweitplatzierten

Georgios verdankte seine Qualifikation für das Auktionsrennen einem Auftritt im Iffezheimer Versteigerungsring 2020, als er im Oktober bei einem Gebot von 36.000 Euro unverkauft das Rund verließ. Von der Besitzerfamilie war am Freitag niemand vor Ort: „Paul von Schubert wollte gar nicht laufen“, berichtete Peter Schiergen, „weil Fire Of The Sun im Rennen war, gegen den wollte er nicht antreten. Da konnte ich mich aber durchsetzen.“ Für seinen Schützling war es der zweite Sieg beim zweiten Start, eine Nennung für das Deutsche Derby 2022 hat er allerdings nicht bekommen, „dafür ist die Distanz von 2.400 Metern zu weit“, meinte Schiergen. „Er ist eher ein Meilenpferd“, befand der Trainer.

Immerhin 40.000 Euro gab es für den Besitzer der Zweitplatzierten La Estrellita, den investitionsfreudigen Unternehmensberater Jochen Stargardt. Der Polo-Spieler betreibt bei dem Münchener Trainer Michael Figge einen Stall mit sieben Pferden. „Zu Anfang haben wir vielleicht nicht immer eine optimale Wahl bei den Einkäufen getroffen“, hat er jüngst zugegeben. „Aber jetzt sind wir auf dem richtigen Weg.

Favorit Mister Applebee gehen die Kräfte aus

Nicht ganz überzeugend war die Vorstellung des Favoriten Mister Applebee. Er führte zwar lange das Feld an, musste aber passen, als es ernst wurde. „Mit Höchstgewicht war das heute nicht einfach“, sagte Jockey Adrie de Vries, „da fehlte am Ende schon etwas die Kraft“.

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Erstellt:
15. Oktober 2021, 19:30 Uhr
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