Acht Fußballverbände haben Saison abgebrochen

Baden-Baden (moe) – Der Südbadische Fußballverband hat noch nicht offiziell verkündet, ob die Saison endgültig abgebrochen wird. Andere Landesverbände sind bereits weiter, wieder andere hoffen noch.

Vielerorts – unter anderem in Südbaden – hängen die Fußballclubs noch in der Luft. Foto: Frank Seiter

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Vielerorts – unter anderem in Südbaden – hängen die Fußballclubs noch in der Luft. Foto: Frank Seiter

Insgesamt 21 Landesverbände organisieren in Deutschland den Spielbetrieb im Amateurfußball. Alle haben dabei eines gemein: Sie befinden sich seit Monaten im Würgegriff der Corona-Krise. Nicht überall wird allerdings auf die gleiche Art und Weise auf die Auswirkungen der Pandemie reagiert. In einigen Regionen ist die laufende Saison bereits endgültig abgebrochen, in anderen Verbänden – wie etwa auch in Südbaden – steht die eine Entscheidung noch aus. Wiederum andere glauben hoffnungsvoll, die Runde noch zu Ende spielen zu können. Ein Überblick:

Saison abgebrochen: Acht Landesverbände haben – Stand gestern – die Saison 2020/21 bereits annulliert und zu den Akten gelegt: der Hamburger Fußball-Verband, der Schleswig-Holsteinische Fußballverband, der Fußballverband Rheinland, der Südwestdeutsche Fußballverband, der Saarländische Fußballverband sowie der Fußballverband Sachsen-Anhalt. Am vergangenen Wochenende kam auch noch der Hessische Fußball-Verband (HFV) dazu, am Montag zog obendrein noch der Fußball-Landesverband Brandenburg nach. Einem entsprechenden Antrag der spielleitenden Stellen hat der Vorstand laut Mitteilung am Abend nach einer virtuellen Sitzung zugestimmt.
„Natürlich fällt es uns nicht leicht, diesen Schritt zu gehen, da wir dafür stehen, den Vereinen die Wettbewerbsspielmöglichkeit zu bieten. Wir stehen für den Fußball und wollen, dass Fußball gespielt wird. Aber dieser Weg der Entscheidungsfindung ist kein Schnellschuss, sondern ein sorgsam vorbereiteter, breit abgestimmter und wohl überlegter Prozess“, hatte bereits zuvor HFV-Präsident Stefan Reuß auf „hessenschau.de“ kundgetan.

Entscheidung steht noch bevor: Während in acht Verbänden bereits Klarheit herrscht, stehen in weiteren acht die Entscheidungen noch aus – und teilweise kurz bevor. Der Niedersächsische Fußballverband will nach eigenen Angaben in dieser Woche eine Entscheidung treffen. Wie diese aussehen wird, ist indes klar: Der Vorstand strebt einen „Abbruch in Form der Annullierung“ an. Gestern empfahl obendrein der Krisenstab des Landesfußballverbands Mecklenburg-Vorpommern dem Vorstand eine „sofortige Beendigung“ der Saison, heißt es auf der Verbandshomepage. „Aktuell haben wir eine besorgniserregende Entwicklung, auf die wir reagieren müssen“, betont Präsident Joachim Masuch. Eine finale Entscheidung steht indes noch aus.
Wenig Hoffnung haben auch der Bremer Fußballverband sowie das Präsidium des Berliner Fußball-Verbands, wo der formale Prozess für einen Abbruch des Spielbetriebs bereits in Gang gebracht wurde. Dass auch die Runde im Thüringer Fußball-Verband nicht zu Ende geführt werden kann, wurde bereits beschlossen, die Zustimmung zu einem Abbruch ist wohl nur noch Formsache. Das gilt dem Vernehmen nach auch für die drei Verbände im Südwesten.

Lage im Südwesten: Bei Gesprächen mit Funktionären und Vereinsvertretern ist seit Tagen, wenn nicht Wochen klar, dass unisono mit einem Abbruch der Saison gerechnet wird. Offiziell verkündet ist eine Entscheidung noch nicht, stattdessen hat der Südbadische Fußballverband (SBFV) nach der jüngsten Bund-Länder-Konferenz vor einer Woche mitgeteilt, dass die Fortsetzung der Saison nach einer angemessenen Vorbereitungszeit bis zur Deadline am 9. Mai „immer unwahrscheinlicher“ werde. In einer Sitzung „nach Ostern“ soll nun erneut beraten werden.
Spätestens dann, wird auch eine Entscheidung beim Badischen Fußballverband (BFV) und dem Württembergischen Fußballverband (WFV) fallen. Die drei Verbände im Südwesten streben bekanntlich eine gemeinsame Regelung an, weil das Trio unter anderem in der Oberliga Baden-Württemberg sportlich verbandelt ist. Dort ist der mögliche Aufstieg in die Regionalliga bis dato nicht abschließend geklärt. Wohl auch deshalb – neben einigen rechtlichen Aspekten – ist eine finale Entscheidung noch nicht verkündet.

Prinzip Hoffnung: Andernorts verfährt man aktuell noch nach dem Prinzip Hoffnung, beispielsweise beim Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen. Dort geht man davon aus, 50 Prozent der Partien bis zum 30. Juni absolvieren zu können, damit könnte die Saison gewertet werden. Während man beim Fußball-Verband Mittelrhein die Situation weiter beobachten und beim Sächsischen Fußball-Verband nach Rücksprache mit den Vereinen am 17. April eine Entscheidung fällen will, plant der Fußballverband Niederrhein, die Saison fortzusetzen – „auf jeden Fall“, wie es in einem Bericht der „Sportschau“ heißt. Anfang Mai soll es losgehen.
Kämpferisch gibt man sich derweil beim Bayerischen Fußballverband. „Mit flächendeckenden und regelmäßigen Tests, aber auch mit der Immunisierung der Bevölkerung, die endlich in die Gänge kommen müssen, sehen die Verantwortlichen des BFV auch weiterhin berechtigte Chancen, die aktuell noch immer unterbrochene Spielzeit 2019/20 im bayerischen Amateurfußball bis zum 30. Juni 2021 zu einem guten Ende zu bringen“, teilte der Verband am Freitag auf seiner Homepage mit. Im Gegensatz zu allen anderen Verbänden wurde in Bayern die Saison 2019/20 nicht abgebrochen, sondern zu einer Spielzeit 2019/21 ausgedehnt. „Einfach auf die Schnelle abbrechen und Absteiger per Quotientenregelung festzulegen, das ist für mich eben nur das letzte Mittel“, sagte jüngst BFV-Präsident und DFB-Vize Rainer Koch: „So weit sind wir aber noch nicht.“


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