Sieben Millionen teure Komplettausstattung

Loffenau (stj) – Amtsleiterin Daniela Tamba hat die Masterplanung für den Breitbandausbau in Loffenau präsentiert. Die Umsetzung wird ein finanzieller Kraftakt für die Gemeinde.

Begehrtes Kabel: Wenn Loffenau flächendeckend mit Glasfaseranschluss ausgestattet werden soll, muss die Gemeinde tief in die Tasche greifen. Foto: Stephan Juch

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Begehrtes Kabel: Wenn Loffenau flächendeckend mit Glasfaseranschluss ausgestattet werden soll, muss die Gemeinde tief in die Tasche greifen. Foto: Stephan Juch

Glasfaser ist das Ziel der aktuellen Bedürfnisse für den so wichtigen Fortschritt in der Digitalisierung. Doch um größere Datenmengen schneller transportieren und zum Endverbraucher bringen zu können, bedarf es immenser Anstrengungen. Die Bereitstellung der Infrastruktur ist die größte Herausforderung – und die teuerste. So muss die kleine Gemeinde Loffenau für eine Komplettausstattung circa 7,15 Millionen Euro investieren.

Das geht aus dem Masterplan Breitbandanbindung hervor, den Amtsleiterin Daniela Tamba jetzt im Gemeinderat vorstellte. Dabei zog sie einen Vergleich zum Wasser- und Abwassernetz. Deren Grundlagen seien in den Kommunen über Jahrzehnte gewachsen. So gebe es in Loffenau rund 26 Kilometer Rohre mit Abzweigungen und Anschlüssen in jedes Haus; seit den 1950er-Jahren habe man dafür etwa 4,6 Millionen Euro Herstellungskosten verausgabt (die heute natürlich um ein Vielfaches höhe liegen würden).

Dieses Ziel verfolge man nun auch mit dem Glasfaserkabel. Allerdings funktioniere dies ein bisschen anders, betonte Tamba, weil man nicht einfach an ein bestehendes Kabel andocken könne. Vielmehr gebe es einen Hauptverteiler und mehrere Unterverteiler, von denen aus jedes einzelne Haus versorgt werden müsse. Man brauche also viel mehr Kabel und habe wesentlich höhere Kosten, so Tamba. Sie schlägt daher einen sukzessiven Bau der Kabeltrassen vor, die nach Möglichkeit an Straßenbaumaßnahmen gekoppelt werden, bei denen ohnehin aufgegraben werden muss. Ansonsten sollte der weitere Ausbau – je nach Priorität – vorangetrieben werden, wenn Gelder vorhanden sind. Weitere Aspekte sind die Verbindungen der Kabeltrassen zum Hauptverteiler sowie vorhandene Interessenten. Analog zum Netzausbau beim Wasser und Abwasser werde man für den Breitbandausbau Jahre, wenn nicht Jahrzehnte benötigen. Für das Loffenauer Gesamtnetz stellt die Masterplanung folgende Grobkosten zusammen:

- 54 Kilometer Kabel: 320.000 Euro.
- 54 Kilometer Rohrverbände: 420.000 Euro.
- Verteiler und Anschlüsse: 520.000 Euro.
- Tiefbauarbeiten: 2,59 Millionen Euro.
- Hausanschlüsse: 2,21 Millionen Euro.
- Zusatzkosten (Ingenieur, Baustelleneinrichtung, Vermessung und so weiter): 1,09 Millionen Euro.
- Gesamtkosten: 7,15 Millionen Euro.

Mitverlegungsplanung für die Anbindung der Grundschule und des Gewerbegebiets schon beauftragt

Das weitere Vorgehen sieht nun wie folgt aus: Schon beauftragt ist die Mitverlegungsplanung für die Anbindung der Grundschule und des Gewerbegebiets im Rahmen der Ausbaumaßnahme des Landkreises Rastatt auf Loffenauer Gemarkung – hier kann die Gemeinde Leerrohre für die spätere Anbindung gleich mitverlegen. Was noch aussteht ist die Entscheidung des Gemeinderats, ob man diese Möglichkeit wahrnimmt; selbiges gilt für die Verlegung von Leerrohren im Zuge des Ausbaus der Ortsdurchfahrt. Über den weiteren Netzausbau und wie er konkret aussehen soll, darüber muss sich der Gemeinderat dann noch konkrete Gedanken machen – zum Beispiel auch bezüglich der Kostentragung und der Betriebsführung.

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Erstellt:
28. Januar 2021, 20:00 Uhr
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