Sieben Windkraft-Standorte werden geprüft

Kuppenheim (ar) – Bis 2027 sollen zwischen Bischweier, Kuppenheim und Muggensturm Windkraftanlagen sauberen Strom produzieren. Der Gemeinderat Kuppenheim spricht sich dafür aus.

Wer im Park von Schloss Favorite spazieren geht, könnte in einigen Jahren Windräder am Horizont sehen, wie die Fotomontage der EnBW zeigt. VIsualisierung: EnBW AG

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Wer im Park von Schloss Favorite spazieren geht, könnte in einigen Jahren Windräder am Horizont sehen, wie die Fotomontage der EnBW zeigt. VIsualisierung: EnBW AG

Bis zum Jahre 2030 sollen 65 Prozent des Strombedarfs in Deutschland aus erneuerbaren Energien gewonnen werden. Eine wichtige Rolle bei der Energiewende spielt die Windkraft. Bis in einigen Jahren sollen auch zwischen Bischweier, Kuppenheim und Muggensturm Windkraftanlagen den sauberen Strom produzieren. Der Kuppenheimer Gemeinderat sprach sich am Montag einvernehmlich dafür aus, die Windkraftenergie in der Raumschaft zu fördern.
„Wenn man von regenerativen Energien spricht, sollte man sie auch umsetzen“, urteilte Bürgermeister Karsten Mußler. Die Genehmigungsverfahren sind zwar noch nicht im Gange, jedoch erteilte der Gemeinderat mit seiner Zustimmung den Startschuss zu weiteren Untersuchungen. Bereits vor neun Jahren war man sich im Nachbarschaftsverband Bischweier-Kuppenheim einig gewesen, Windkraftanlagen auf der Gemarkung der beiden Gemeinden grundsätzlich nicht auszuschließen. Es wurde die Aufstellung des Teilflächennutzungsplans „Windkraft Bischweier-Kuppenheim“ beschlossen. Nachdem das Land 2020 einen neuen Windatlas vorgestellt hat, muss dieser Plan überarbeitet werden.

Die EnBW hat im Bereich Bischweier, Kuppenheim und Muggensturm eine Potenzialanalyse durchgeführt, die zeigt, dass unter Berücksichtigung der Planungsgrundlage mit einem Mindestabstand von 1.000 Meter zur allgemeinen Wohnbebauung sowie 700 Meter zur Einzelbebauung mindestens zwei Windkraftanlagen auf Gemarkung der Stadt Kuppenheim möglich wären.

Michael Soukup, Teamleiter Windkraft bei der EnBW, stellte die Pläne vor. Windkraft sei das Zugpferd der regenerativen Energien. Laut einer Forsa-Studie sei in der Bevölkerung eine zunehmende Akzeptanz von Windkraft festzustellen. Derzeit werde in Deutschland 27 Prozent des Stroms aus Windkraft gewonnen, so Soukup.

Anlage mit 250 Metern Höhe

Auf Gemarkung Kuppenheim käme eine Fläche von rund 19 Hektar rechtsseitig der L 67 in Fahrtrichtung Muggensturm in Betracht. Wie Soukup informierte, könnte es sich um eine Windkraftanlage mit einer Höhe von 250 Metern und einer Nennleistung von sechs Mega-Watt handeln. „Es sind noch viele Wege zu gehen, bis wir die Genehmigung erhalten könnten“, so Soukup, der auf Untersuchungen zur Einhaltung der Grenzwerte von Schall- und Schattenwurf verwies.

Sieben Standorte für Windkraftanlagen sollen im besagten Bereich untersucht werden. Die zwei Anlagen in Kuppenheim würden pro Jahr regenerativen Strom für bis zu 8.000 Haushalte liefern, wie der Vertreter der EnBW sagte. Beteiligt werden könnten die Kommune, Unternehmen, Banken und Bürger. „Wir müssen heute schon die Weichen stellen, um unser Ziel, 2035 klimaneutral zu sein, zu erreichen“, sagte Michael Soukup, der in diesem Jahr mit den Windmessungen beginnen möchte. Nach naturschutzrechtlichen Untersuchungen und den Genehmigungsverfahren rechnet er mit Inbetriebnahme Mitte 2027.

„Wer Klimaschutz ernst nimmt, darf vor so einem Projekt nicht Halt machen“, sagte Rudolf Jörger (SPD), der von Seiten seiner Fraktion Zustimmung signalisierte. „Wir müssen umdenken, dann fangen wir mit solchen Projekten an“ betonte Jochen Philipp, Fraktionssprecher der Freien Wähler. Tonio Reuter (Grüne) begrüßte den geplanten Standort nahe der B 462. Dies sei ein sehr großer Schritt in Richtung Klimaschutz, sagte Joachim Seeger (CDU). Mußler betonte, dass neue Flächenausweisungen für mögliche Gewerbegebiete sowie der Bau der Umgehungsstraße B3 neu in die Untersuchungen zur Aufstellung der Windkraftanlagen einfließen würden. „Wir stehen am Anfang, aber irgendwann müssen wir beginnen, und zwar zielstrebig“, so der Rathauschef.


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