Siebzehn lange Wochen für Gaggenau

Gaggenau (tom) – Die Konrad-Adenauer-Brücke wird saniert und deshalb ab Juni für den Kfz-Verkehr komplett gesperrt.

Die Konrad-Adenauer-Brücke ist die wichtigste Zufahrt zur Innenstadt. Ab Juni ist die Tiefgarage am Murgufer nur über Umleitungen zu erreichen. Repro: BT

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Die Konrad-Adenauer-Brücke ist die wichtigste Zufahrt zur Innenstadt. Ab Juni ist die Tiefgarage am Murgufer nur über Umleitungen zu erreichen. Repro: BT

Am Montagabend billigte der Gemeinderat, dass der Oberbürgermeister die Bauarbeiten vergeben darf. Statt rund eine Million Euro könnte das Vorhaben nun lediglich rund 650.000 Euro kosten. Dies ergab die Ausschreibung. 17 Wochen lang, von Juni bis Ende September, soll die Brücke für den Kfz-Verkehr gesperrt werden.

Ursprünglich ging man von einer Komplettsanierung aus, erläuterte Bürgermeister Michael Pfeiffer. Mit der von Gaggenau favorisierten Lösung einer Teilsanierung habe sich das Land bei der Zuschussfrage schwergetan. Doch alles andere wäre noch wesentlich umfangreicher gewesen, auch von der Zeitspanne her.

Jürgen Brick, Leiter der Tiefbauabteilung, erinnerte an die Hauptprüfung im Jahr 2017: ungenügender Zustand der Brücke, so das Urteil. Man war zunächst bei Sanierungskosten von zwei Millionen Euro, dann lagen die Schätzungen bei 820.000 plus 150.000 Euro Ingenieurhonorar. Brick vergaß nicht, dem RP zu danken, das die Gaggenauer Pläne wohlwollend begleitet habe,

Mittlerweile liegen sechs Angebote vor: zwischen 488.000 und 887.000 Euro. Somit strebt man im Rathaus an, inklusive Ingenieurhonorar bei etwa 650.000 Euro zu landen – wenn nicht unerwartete Schäden sichtbar werden. Der Zuschuss würde sich dann in der Größenordnung von 300.000 Euro plus Zuschuss für Ingenieurkosten belaufen.

Hinzu kommen: die Erneuerung des Brückengeländers für derzeit 73.000 Euro sowie eine neue Straßenbeleuchtung für rund 20.000 Euro.

So weit, so gut. Aber: Die Brücke muss unter Vollsperrung für Kfz saniert werden. Immerhin können die Randstreifen für Radler und Fußgänger genutzt werden. Eine Bauzeit von Juni bis Ende September geplant. „Es ist uns klar, dass wir da sehr konzentriert ran gehen müssen, damit es immer läuft“, versicherte Brick mit Blick auf die Geschäftsleute in der Innenstadt. Der Jahnplatz biete sich als Ausweichparkplatz an für die Innenstadtbesucher, die keine Umleitung fahren wollen.

Das „Baustellenmarketing“, also die laufende Information über das Vorhaben, wird von der Wirtschaftsförderung gemacht. City-Manager Philipp Springer berichtete, dass rund 300 Betriebe und Einrichtungen der Kernstadt bereits informiert wurden.

„Das ist eigentlich ein Unding“

Ein E-Mail-Newsletter werde aufgebaut. Auch Springer betonte, dass man vom Parkplatz bei der Jahnhalle „gut und schnell“ zu Fuß in die Innenstadt gelangen kann. Und für Fußgänger und Radfahrer werde die Brücke benutzbar sein.

Doch die Geschäftsleute sind alles andere als begeistert. „Wenn es so kommt, wie es geplant ist, dann ist es eigentlich ein Unding“, sagte gestern Melitta Strack im BT-Gespräch. Sie ist Vorsitzende der Werbegemeinschaft. Auch Harry Schneider, Geschäftsführer des City-Kaufhauses, fürchtet, dass die Brückensperrung das Aufleben der Geschäfte nach dem Zwangslockdown erschweren werde: „Wir hoffen alle, dass wir endlich wieder aufmachen dürfen. Dann wird die Brücke monatelang gesperrt. Das ist der Innenstadt nicht dienlich.“

Ihr Autor

Bt-Redakteur Thomas Senger

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Erstellt:
26. April 2021, 21:16 Uhr
Lesedauer:
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