Simon Assall rockt die Narrenbühne

Baden-Baden (co) – Der mit großem Talent gesegnete Narrensamen Simon Assall kommt aus den eigenen Reihen der BG Haimbach und glänzt bei der Fernsehaufzeichnung für den SWR.

Simon Assall aus Oberbeuern schlägt sich großartig auf der Bühne in Frankenthal. Foto: Karlheinz Topp

© co

Simon Assall aus Oberbeuern schlägt sich großartig auf der Bühne in Frankenthal. Foto: Karlheinz Topp

Die traditionell am Fastnachtssonntag abends im SWR übertragene Badisch-Pfälzische Fastnacht aus Frankenthal hat mit Shooting Star Simon Assall von der BG Haimbach einen besonderen Gast, dessen Fernsehauftritt ihm schon im Vorfeld viele Lorbeeren einbrachte.

Der mit großem Talent gesegnete Narrensamen aus eigenen Reihen der BG Haimbach bricht mit seinen acht Jahren als jüngster Büttenredner aller Zeiten auf der Bühne in Frankenthal sämtliche Rekorde. Man sollte jetzt aber nicht denken, dass sein großer Auftritt den kleinen Mann auch nur irgendwie aus der Ruhe gebracht hätte. Vorher nach eventuellem Lampenfieber befragt, markierte er ganz den coolen Entertainer, wobei das Witzige ist, dass er dabei gar keine Rolle spielte. Simon blieb tatsächlich tiefenentspannt bis in die Haarwurzeln, „aber meine Mama war total nervös“, grinste er spitzbübisch.

In Frankenthal gibt es kein Ablesen

DFCV-Präsident Christian Grimm, der im Programmausschuss der Vereinigung Badisch-Pfälzischer Karnevalvereine für Frankenthal sitzt, wollte schon lange die badische Seite stärken und brachte auch das Wasen-Trio, die Murgtälerin Marion Striebich als Klara Kohlbecker oder Bauchrednerin Murzarella aus der Kurstadt in Frankenthal unter. Die DVD mit Simons Büttenrede als morgenmuffeliges Sams gefiel Grimms Kollegen im Ausschuss.

SWR-Redakteurin Ursula Schwedler verdonnerte ihn allerdings dazu, seinen Text komplett auswendig zu lernen, in Frankenthal gibt es kein Ablesen. Das junge Redetalent war eigentlich zu faul zum Üben, bekennt er ohne Umschweife, aber dann ratterte er doch alle zwei Tage seinen Text herunter. Kleine Korrekturen Schwedlers über Facetime akzeptierte Simon, und da hat die Redakteurin richtig Glück gehabt. Denn der Junior hat nicht nur die Bühne intus, sondern verfügt auch über ein kerngesundes Selbstbewusstsein. Seine „Karriere“ nahm ja ihren Anfang, als sich der Bub zum veritablen Witzerzähler entwickelte und damit einen ersten Auftritt bei der BG Haimbach hatte.

Den Auftritt von Simon Assall auf der Bühne verfolgen die anderen Akteure im Zuschauerbereich. Foto: Karlheinz Topp

© co

Den Auftritt von Simon Assall auf der Bühne verfolgen die anderen Akteure im Zuschauerbereich. Foto: Karlheinz Topp

Im vergangenen Jahr schrieb Sitzungspräsident Tommy Schindler dann die eigentlich für ein Schulkind gedachte Rede, doch Simon bestand darauf, damit als Sams aufzutreten: „Das war auch gerade unsere Gute-Nacht-Geschichte, vielleicht deshalb“, mutmaßt Julia Assall. Standhaft verwahrte er sich gegen etwas anzügliche Textpassagen, wobei gerade das mit der Küsserei und sein kindlich angeekelter Gesichtsausdruck dabei im Löwensaal für Lachtränen im Publikum sorgte. Auch die Cola im Text musste abgewandelt werden in Fanta, schließlich trinkt er das braune Blubberzeug ja nicht, empörte sich Simon. Der seine absolute Stärke, mit dem Publikum zu spielen wie ein Profi, was ihn im Vorjahr auf der Bühne förmlich explodieren ließ, diesmal leider nicht ausspielen konnte.

Selbstbedienung an der „Corona-Bar“

Denn die Corona-Regeln im Congressforum Frankenthal waren rigoros und ließen nur rund 40 Kameraleute, Helfer und Künstler auf, vor und hinter der Bühne zu. Elferräte sind nur per Foto vertreten, es gibt auch keine Tanzgarden, nur Solisten oder Paare, „große“ Kollegen in der Bütt für Simon und etliche Pappkameraden. Als kleinen Gag hatten die Programmverantwortlichen eine „Corona-Bar“ aufgebaut und animierten zu reichlicher Selbstbedienung bei FFP2-und OP-Masken, Desinfektionsmittel und Handcreme. Über dem Konterfei eines närrischen Virus mit Zipfelmütze stand die deutliche Aufforderung „Wir müssen leider draußen bleiben“.

Die Tonprobe am Samstag verlief reibungslos, obwohl sich Simon lange gedulden musste. Trotz minutiöser zeitlicher Vorgabe kamen die Verantwortlichen relativ schnell in Verzug. Doch der Youngster aus Lichtental blieb ziemlich gelassen. Er durfte in gebührendem Abstand zu den anderen mit seiner Mama, die ihr Outfit dem Sams-Kostüm ihres Sohnes anpassen sollte, ganz vorne sitzen. Simon schaute sich alles sehr interessiert an, unter anderem die Tanzauftritte der Mädels. Auch in Gesprächen mit den großen Kollegen zeigte er nur wenig Scheu, wie etwa bei Zauberer Ted Louis (Peter Karl), einem der Sitzungspräsidenten.

Simon Assall. Foto: Julia Assall

© co

Simon Assall. Foto: Julia Assall

Nach der gelungenen Generalprobe am Samstag ging es dann bei der Aufzeichnung am Sonntag um alles. Da hatte sich Simon schon daran gewöhnt, dass nur seine Bühnenkollegen das Publikum bildeten, mit dem er doch sonst so hinreißend jonglierte wie ein alter Hase. Doch der junge Mann schlug sich einfach großartig. Gewieft setzte er seine Stimme in all ihren Modulationen ein und überzeugte gleichzeitig mit seiner jungenhaften Natürlichkeit. Es gab immer wieder Heiterkeitsausbrüche bei seinen Bühnenkollegen, etwa bei Sätzen wie diesen mit beredter Mimik und Gestik: „Ich erlaubte ihr, mir einen Kuss auf die Backe zu geben – tja, man muss auch mal Opfer bringen im Leben.“ „Er hat es gerockt“, erzählte Christian Grimm unmittelbar nach Simons Auftritt freudestrahlend am Handy, „die haben hier getobt und ihm alle gratuliert.“

Bewundert werden kann der kleine Held am Valentinstag, 14. Februar, um 20.15 Uhr im dritten Fernsehprogramm.

Zum Artikel

Erstellt:
10. Februar 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 20sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.