Sinzheimer Schulhund Lino tritt Dienst an

Sinzheim (waa) – Die Lothar-von-Kübel-Realschule Sinzheim hat nun einen vierbeinigen Mitarbeiter. Australian Shepherd Lino unterstützt Schulsozialarbeiter Benedikt Huck tatkräftig im Arbeitsalltag.

In und auch außerhalb der Schule: Schulsozialarbeiter Benedikt Huck und sein treuer Gefährte Lino sind ein eingespieltes Team.  Foto: Alena Wacker

© waa

In und auch außerhalb der Schule: Schulsozialarbeiter Benedikt Huck und sein treuer Gefährte Lino sind ein eingespieltes Team. Foto: Alena Wacker

Das Team der Lothar-von-Kübel-Realschule Sinzheim ist gewachsen. Lino heißt der Co-Pädagoge auf vier Pfoten, der sein Herrchen, Schulsozialarbeiter Benedikt Huck, seit diesem Schuljahr ein- bis zweimal die Woche begleitet. Um offiziell an der Schule mitarbeiten zu dürfen, musste der Australian Shepherd eine Ausbildung absolvieren.

Als Benedikt Huck im Jahr 2019 als Schulsozialarbeiter an der Lothar-von-Kübel-Realschule Sinzheim anfing, hatte er den Welpen Lino gerade erst bei sich aufgenommen. Mit seinen vier Monaten war der Hütehund damals jedoch noch zu klein, um mit seiner Ausbildung zu beginnen. Den Startschuss dafür gab es dann im Februar 2020.

„Das war ein langer Weg“, erklärt Huck. Ein Jahr lang drückten die beiden die Schul(hund)bank und absolvierten am Ende eine Prüfung. Lino musste sich dabei in der Praxis beweisen. Während seiner Ausbildung hatte er gelernt, auf Kommandos zu hören, neben Rollstuhl und Krücken herzulaufen und wie man mit einer Schar von Kindern umgeht. Außerdem musste der Vierbeiner einen Wesenstest bestehen. Dabei wurde überprüft, wie sich der Rüde verhält, wenn er sich bedroht fühlt. Sein Herrchen hingegen musste sich einer theoretischen Prüfung stellen. Während der Ausbildung lernte er, seinen Hund zu lesen und zu erkennen, wenn dieser sich unwohl oder überfordert fühlt.

Begeisterung über neuen Mitarbeiter

An der Sinzheimer Realschule sei man dem Vorschlag eines Schulhundes von Anfang an sehr offen gegenübergestanden, sagt Huck. Schulleiter Christoph Hagel sei regelrecht „Feuer und Flamme“ gewesen. Schon vor Linos Dienstbeginn im neuen Schuljahr war dieser regelmäßig bei Spaziergängen mit Schülern dabei. Während der coronabedingten Schulschließungen hatte Huck den Kindern und Jugendlichen nämlich nicht nur eine Online-Beratung, sondern auch sogenannte „Geh-Spräche“ angeboten. Zusammen mit ihm und Lino konnte man bei Redebedarf einfach ein paar Schritte gehen.

Inzwischen sind die Schultore wieder geöffnet und auch die Tür der beiden Schulsozialarbeiter steht den Schülern jederzeit offen. Durch den zweieinhalb Jahre alten Hütehund soll für Kinder und Jugendliche die Hemmschwelle gesenkt werden, sich bei Problemen an den studierten Sozialarbeiter zu wenden. „Lino ist ein echter Eisbrecher“, so Huck. Ein Gang durch das Schulhaus bestätigt die Behauptung. Wo auch immer Lino langläuft, die Blicke der Kinder sind dem jungen Rüden sicher. Viele kommen vorbei und wollen den flauschigen Vierbeiner streicheln.

Persönliche Probleme und die Pandemie

Durch diese kleinen Kuscheleinheiten mit Lino hat Huck die Möglichkeit, mit den Schülern ins Gespräch zu kommen. Themen, mit denen der Schulsozialarbeiter dabei zu tun hat, reichen von kleinen Streitereien über Schwierigkeiten mit den Noten bis hin zu Suchtproblemen und häuslicher Gewalt.

Deutlich spüre er auch die Auswirkungen der Pandemie, erklärt der junge Pädagoge, der selbst Schüler an der Lothar-von-Kübel-Realschule war. Man merke an vielen Stellen, dass den Kindern die sozialen Kontakte gefehlt haben und auch die Kontaktaufnahme besorgter Eltern komme immer häufiger vor.

Vielfältiger Arbeitseinsatz

Neben der Arbeit als Co-Pädagoge hat Lino, der sogar als Schulhund haftpflichtversichert ist, auch im Biologieunterricht der fünften Klassen seinen großen Auftritt. Nämlich dann, wenn es um die Eigenschaften von Säugetieren geht.

Immer donnerstags gibt es außerdem eine Hunde-AG. Teilnehmer lernen dabei alles rund um die Vierbeiner. Theoretisches Wissen wie die Entwicklung vom Wolf zum Hund, aber auch praktische Übungen, etwa wie man einem Hund Kommandos gibt und mit ihm an der Leine geht.

Auch außerhalb des Schulgebäudes sind die beiden Schulsozialarbeiter unzertrennlich. Diesen Sommer waren sie etwa drei Wochen lang mit einem Camper in Norwegen unterwegs, perfekt für einen aktiven Australian Shepherd wie Lino.


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.