Sinzheimer ist Garant für beste Party-Stimmung

Sinzheim/Baden-Baden (co) – Reinhard Sammüller von den „Topstars“ steht seit 50 Jahren auf vielen Bühnen der Region und darüber hinaus.

•Unverwechselbarer Sound: Sam hat sein Hobby zum Beruf gemacht. Foto: Conny Hecker-Stock

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•Unverwechselbarer Sound: Sam hat sein Hobby zum Beruf gemacht. Foto: Conny Hecker-Stock

Reinhold Sammüller, den jeder nur als Sam und die eine Hälfte des auf vielen regionalen Festen erfolgreichen Duos „Topstars“ kennt, feiert am 13. Februar sein 50-jähriges Bühnenjubiläum. Kurioserweise ist es diesmal genauso wie damals ein Mittwoch.

Seine musische Ader entdeckte der gebürtige Schiftunger schon als Neunjähriger beim Akkordeonunterricht. Im zarten Alter von elf Jahren gründete der gewitzte Bub bereits eine Band – mit selbst gebautem Schlagzeug „aus Omo- und Persil-Waschtrommeln“. Proberaum war damals Sam’s Kuhstallbar. Seinen ersten Auftritt hatte er als Vierzehnjähriger zusammen mit Willi Seifermann am 13. Januar 1971. Sie nannten sich „Mile Stones“, hatten 20 Songs im Gepäck und unterhielten im Engel in Baden-Oos bei der Weihnachtsfeier der Schiedsrichterinnung Mittelbaden.

Auftritt auf der Reeperbahn

Ein richtig großes Event bestritt die Teenagerband rund ein Jahr später an Rosenmontag in der Sinzheimer Turnhalle. Dank Rolf Peter startete eine bis heute über 40 Jahre andauernde Karriere in der Fastnachtshochburg Kartung und beim dortigen Straßenfest. Eine erste Lautsprecheranlage und eine elektronische Orgel wurden angeschafft, kurz darauf füllten die Jungs schon große Zelte. Wie beim Sportfest in Leiberstung, wo sie nach der Absage einer Sechs-Mann-Band kurzfristig einspringen durften.

In dieser Zeit bewies Sam schon seine Vielseitigkeit und schrieb eine rhythmische Messe für einen Gottesdienst. Aufgeführt wurde sie mit einem dreistimmigen Chor aus Jungs und Mädels der katholischen Jugend, die Band wurde noch durch Bläser verstärkt.

Ein unvergessliches Erlebnis war die Reise mit dem Männergesangverein Kartung zu einem Tanzabend auf der Reeperbahn. Im Jahr 1976 veränderte sich die Zusammensetzung der Band, ein Bassist und zwei Gitarristen kamen hinzu. Sam erinnert sich gerne an viele fulminante Auftritte mit Songs wie „Hotel California“, „Driver‘s Seat“ oder „Gimme some lovin“.

Durch seinen Einzug zur Bundeswehr zerfiel die Truppe. Danach hatte Sam verschiedene Tanzbands, unter anderem „Skyline“, und lernte dabei Ortwin Ernst kennen, den alle nur Edi nennen und dessen Stimme sich optimal mit seiner eigenen ergänzte. Beide gründeten 1987 die schon zu Lebzeiten legendären „Topstars“, mit denen sie sich rasch einen Namen machten.

Als Duo in den Tanzlokalen unterwegs

Ihr Sound ist unverwechselbar. Nach seinen eigenen Worten war Sam der Erste, der es wagte, als Duo in Tanzlokalen und Diskotheken wie Metropol, Butterfly oder Lauinger aufzutreten. Witzig war, als er einmal Sonne mit Blume verwechselte und sie im falschen Lokal aufbauten, bis die anwesende Braut erstaunt meinte, man habe keine Band bestellt.

Als beste Idee sieht er das Wiederaufleben des legendären Schnurrens im Sinzheimer Ochsen, der Saal war und ist bis heute immer voll. Eine vierwöchige Verpflichtung des Duos auf Gran Canaria blockierte damals den geplanten Auftritt bei der Rudi-Carrell-Show. „Als andere Bands noch Vinyl-Singles aufnahmen, produzierten Edi und ich 1990 bereits die erste von drei CDs, auch mit selbst komponierten Titeln“, plaudert Sam aus dem Nähkästchen seiner vielfältigen Erinnerungen. Darauf war auch das gemeinsam mit seiner Frau Leonita geschriebene Lied über ihre Tochter „Sina oh Sina“ zu hören.

Auftritte mit bekannten Stars

Sam hatte Auftritte mit so bekannten Stars wie Wolfgang Petry, Andi Borg und Pete Tex bei der Aufzeichnung der Schlagerparade. Als „Topstars“ spielte er mit Edi beim 50. Geburtstag von Bernd Clüver, umrahmte die Hochzeit von Rosana Rocci und Michael Morgan oder die Partys von Dieter Thomas Heck. Seit 2001 hat Sam sein Hobby zum Beruf gemacht.

Auch heute, nach 50 Jahren und fast 5.000 Auftritten, ist er nach wie vor ein Garant für gute Musik und beste Partylaune, etwa bei einer Tour nach Spanien mit 18 voll besetzten Fanbussen. Seine größten Events waren die Open-Air-Veranstaltungen auf dem Wasser beim Seenachtsfest in Schuttern mit jeweils rund 10.000 Besuchern.

Auch wenn der Körper seinen Tribut fordert, hofft Sam auf ein Ende von Corona und auf noch fünf Fastnachtsauftritte im Sinzheimer Ochsen, dann hat er dort 1.000 Mal gespielt.

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Erstellt:
8. Januar 2021, 14:00 Uhr
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