Situation in Hilpertsau eskaliert

Gernsbach (stj) – Anwohner der Murgtalstraße in Hilpertsau klagen über chaotische Zustände auf der Ortsdurchfahrt (B 462).

Immer wieder kommt es in der lang gezogenen Kurve hinter dem „Ochsen“ zu brenzligen Situationen – vor allem, weil Autos am Straßenrand parken. Die Nerven einiger Anwohner liegen blank. Foto: pr

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Immer wieder kommt es in der lang gezogenen Kurve hinter dem „Ochsen“ zu brenzligen Situationen – vor allem, weil Autos am Straßenrand parken. Die Nerven einiger Anwohner liegen blank. Foto: pr

In der Murgtalstraße ist das Chaos ausgebrochen. Das berichten mehrere Anwohner der Hilpertsauer Ortsdurchfahrt. Sie sprechen mitunter von unzumutbaren Zuständen, die Nerven liegen bei einigen blank. Grund sind parkende Autos am Straßenrand, die dafür sorgen, dass Lkw oder Busse im Begegnungsverkehr teils stark abbremsen und oft lange warten müssen, bis sie weiterfahren können. Das führt nicht selten zu Hupkonzerten, teilweise mitten in der Nacht. Ein Betroffener klagt, dass sein Kind aus dem Schlaf gerissen werde, ein anderer nennt es „Psychoterror“.

Das Problem: Das Parken an der Bundesstraße 462 ist in der Ortsdurchfahrt von Hilpertsau erlaubt. Darauf verweisen die Straßenverkehrsbehörden, die Polizei und die Stadt. Etwaige Verstöße gegen irgendwelche Verkehrsvorschriften liegen also nicht vor. Aber warum ist das Problem jetzt plötzlich so akut? Ein Anwohner sagt im BT-Gespräch, dass in der lang gezogenen Kurve, die kurz hinter der Fußgängerampel beim „Ochsen“ beginnt, früher nicht geparkt worden sei. „Irgendwann hat halt mal jemand damit angefangen, jetzt herrscht Chaos“, erzählt er.

Durch die stehenden Pkw kommen die vielen Laster, die unter anderem die Papierfabriken ansteuern, oft nicht durch; die häufige Folge ist ein langer Rückstau im Kurvenbereich. Auch die Sicht ist dort mitunter eingeschränkt, deshalb komme es vielfach zu gefährlichen Situationen, weil motorisierte Verkehrsteilnehmer auf den Geh- und Radweg ausweichen. Ein Anwohner spricht von „einem Wunder“, dass noch nichts passiert sei – zumal der Weg auch von Kindern genutzt wird, die zur Grundschule gehen oder die zum Kindergarten Rockertstrolche gebracht werden. Ortsvorsteher Walter Schmeiser ist die Problematik bekannt. Diskussionen über Sicherheitsvorkehrungen in der Ortsdurchfahrt sind in Hilpertsau schließlich nicht neu. Es hat auch schon viele Vor-Ort-Termine gegeben. Schmeiser sind aber die Hände gebunden, mehr als appellieren kann der Ortsvorsteher nicht.

Parkendes Auto mit Eiern beworfen

Die Smileys alleine (Geschwindigkeits-Messtafeln), die den Verkehrsteilnehmern signalisieren, ob sie die geforderten 50 Stundenkilometer in der Murgtalstraße einhalten, reichen offenbar nicht aus, Rufen nach Tempo 30 in diesem Bereich hat die Straßenverkehrsbehörde bisher aber stets eine Absage erteilt. Jetzt hat die Situation eine andere Dimension angenommen, weil die Parkerei am Straßenrand für zusätzliche Engstellen sorgt – und für zusätzlichen Lärm und größere Gefahr. Mehrere Anwohner haben sich zuletzt an die Behörden gewandt und die teils dramatische Situation geschildert. Getan hat sich aber noch nichts, auch weil es sich bei der Murgtalstraße um keinen Unfallschwerpunkt handelt, wie es so schön heißt. Das ist auch eine Begründung, weshalb die Bemühungen um eine Temporeduzierung bisher ohne Erfolg geblieben waren.

Das beruhigt die gestressten Anlieger aber kaum, sie erwarten, dass jetzt zügig etwas passiert. Dass die Nerven bei einigen blank liegen, zeigen die Eier, die kürzlich auf ein am Straßenrand (korrekt) abgestellten Pkw geworfen wurden.

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Erstellt:
3. Juli 2020, 14:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 25sec

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