Skater-Aufbau „so schnell wie möglich“

Elchesheim-Illingen (HH) – Skateranlage, Mehrgenerationen-Freizeitanlage, Spielplatzverkauf: Kontroverse Themen beschäftigten den Rat Elchesheim-Illingen am Montag. Eine Elterninitiative äußerte Kritik.

Irgendwann demnächst soll auf dem Hartplatz an der Waldstraße, der sich langsam zur Wiese wandelt, die Skater-Anlage aufgebaut werden. Foto: Helmut Heck

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Irgendwann demnächst soll auf dem Hartplatz an der Waldstraße, der sich langsam zur Wiese wandelt, die Skater-Anlage aufgebaut werden. Foto: Helmut Heck

Wann die wegen der Dammertüchtigung in Illingen derzeit abgebaute Skateranlage wieder aufgestellt wird, ist ein großes Thema im Ort. Sie soll nun „so schnell wie möglich“ auf dem Hartplatz in Elchesheim aufgebaut werden. Das beschloss der Gemeinderat am Montag, obwohl er eigentlich schon im März so entschieden hatte (das BT berichtete).

Die Kosten, auch um den erforderlichen Untergrund zu schaffen, dürfen nicht viel mehr als 25.000 Euro betragen. Auf die Frage nach der konkreten Realisierung vertröstete Bürgermeister Rolf Spiegelhalder auf kommende Woche, dann werde er es sagen können. Eine „kurzfristige Lösung“ sei wichtig, berichteten mehrere Gemeinderäte vom „Druck“, den sie von der Dorfjugend zu spüren bekämen.

Thema seit 2017 bekannt

Spätestens seit Oktober 2017 ist dem Gemeinderat bekannt, dass die Skateranlage im Zuge der Baumaßnahme vom Festplatz Illingen verlegt werden muss. Damals hatte der Bürgermeister das in einer Ratssitzung im Zusammenhang mit der Dammertüchtigung klargemacht. Danach war die Standortfrage über drei Jahre kein Thema mehr.

Öffentlich im Rat diskutiert wurde die Sache erst wieder im März – wenige Wochen, bevor die Skateranlage abgebaut wurde. Das Gremium beschloss, die Anlage als vorübergehendes Provisorium auf den Fußball-Hartplatz an der Waldstraße zu verlegen, eine „Machbarkeitsstudie für eine Freizeitanlage“ in Auftrag zu geben und die Jugend des Ortes in die Planungen einzubeziehen.

Am Montag stand das Vorhaben in der letzten Ratssitzung vor der Sommerpause erneut auf dem Programm. Wie im März wurde wieder die Beteiligung der Öffentlichkeit verlangt, am Schluss jedoch nichts eindeutig festgelegt. Die Bitte von Susanne Ebel (EIL), direkt auf die Jugend zuzugehen, blieb ohne klare Zusage. Bürgermeister Spiegelhalder entgegnete stattdessen, „Brainstorm ist immer gut“, was man vorher aber brauche, sei ein durch den Gemeinderat festgelegter Rahmen. Er warnte davor, mit „falscher Vorgehensweise“ unerfüllbare Hoffnung zu schüren.

Beteiligung als Ideenanregung

Silke Kieser (EIL) hielt es einerseits für sinnvoll, vor der Bestimmung eines Budgets schon Vorschläge aus der Bevölkerung zu kennen, andererseits wollte sie sich nicht der Unannehmlichkeit aussetzen, später „wieder zurückrudern“ zu müssen. Anregungen könnten auch direkt an die Gemeinderäte gerichtet werden, schlug Monika Balthazaar (CDU) einen anderen Weg ein: „Wir sind immer ansprechbar.“ Ebel und ihre Kollegin Petra Fritz (EIL) waren der Meinung, um ein Budget zu bestimmen, wäre es ja gerade gut, durch Bürgerbeteiligung herauszubekommen, was überhaupt gewünscht werde. Die Beteiligung wäre ja nicht als Versprechen zu sehen, sondern als Ideenanregung, unterstrich Fritz.

Freizeitanlage für alle Generationen

Dabei ging es nicht bloß um den Skaterplatz. Im Kern zielte die Diskussion auf etwas viel Größeres. Die Beratung war nämlich von einem Vortrag eingeleitet worden, in dem Frank Gericke vom Ingenieurbüro Modus Consult Möglichkeiten für eine Freizeitanlage aufzeigte, die sich beim Hartplatz in der Waldstraße verwirklichen ließe. Dazu bezog er in Absprache mit der Verwaltung den gegenüberliegenden Bolzplatz ein. Die Gedankenspiele führten zu einem „Mehrgenerationenpark“, der für alle Altersgruppen Betätigungsfeld und Treffpunkt sein könnte.

Beteiligung der Bürger sei immer wichtig. Der Rahmen dafür werde durch Wünsche, Flächen und Normen bestimmt. Innerhalb dieses Wechselspiels müsste immer wieder über die verschiedenen Aspekte diskutiert werden, skizzierte Gericke das Vorgehen. Der „Beteiligungsprozess“ sollte „unbedarft“ begonnen werden, etwa mit einem „Bürgercafé“. In der zweiten Stufe könnten Arbeitsgruppen gebildet werden, um diverse Varianten zu bewerten. Endlich sei einmal gezeigt worden, wie man solche Projekt angehe, freute sich Dieter Link (ABL), der die Chance ergriff, für eine alles umfassende Sport- und Freizeitstätte zu werben, wie es dem FV Rot-Weiß Elchesheim schon lange vorschwebt.

Otto Heck (EIL) ließ Gefallen an Gerickes „großem Plan“ erkennen, hielt es aber für angebracht, diesen in „kurzfristige, mittelfristige und langfristige“ Etappen zu gliedern. Jochen Ritter (EIL) war skeptisch, ob sich eine große Lösung realisieren ließe. Man sollte zunächst die Skateranlage aufbauen, somit bekäme man zeitlichen Spielraum, um über Weiteres nachzudenken.

Fragestellung für Klausurtagung

Bürgermeister Rolf Spiegelhalder erklärte die Fragestellungen schließlich zu einem Thema für eine bevorstehende Klausurtagung des Gemeinderats. Das Gremium erklärte sich bei einer Gegenstimme einverstanden, zunächst hinter verschlossenen Türen weiter zu beraten.

Elterninitiative will sich konstruktiv einbringen

Einen Mehrgenerationenspielplatz würde auch eine Elterninitiative, die sich in Elchesheim-Illingen formiert hat, „für eine gelungene Lösung“ halten. Die Mütter und Väter fühlten sich offenbar von der Nachricht alarmiert, dass der Spielplatz in der Schulstraße verkauft werden könnte. Diese Überlegung war in den Unterlagen für die Ratssitzung am Montag enthalten das BT berichtete). Die Verwaltung machte den Vorschlag, mit den Einnahmen eine Freizeitanlage auf dem Hartplatz in der Waldstraße zu finanzieren.

Diesen Gedanken habe man „mit Bestürzen“ zur Kenntnis genommen, heißt es in einem Schreiben, mit dem die Initiative sich vergangenen Freitag an Bürgermeister Rolf Spiegelhalder und die Gemeinderäte wandte. In einem zweiten Brief mit Datum vom Sonntag beklagt der Elternkreis, dass in der Vergangenheit Beschlüsse gefasst worden seien, „die ganz sicher nicht dem Gemeinwohl entsprachen“. Als Beispiel wird, ohne es näher zu erklären, das „Seniorenheim“ genannt und die fehlende Pflege des Bolzplatzes bei der Schule erwähnt. Die Initiative sei entstanden, weil „Vertrauen verspielt“ worden sei.

Als weiterer Beleg wird angeführt, dass „selbst nach mehrfachem Versprechen“ seitens der Gemeinde und trotz „Nachfragen von Kindern, Jugendlichen und Eltern“ sich „in Sachen Skateranlage nichts bewegt“ habe. „Am meisten“ schockiere aber, dass von den Jugendlichen belächelt werde, wer noch an die Versprechen glaube.

„Eindruck, dass etwas schief läuft“


„Für uns ist das Maß“ voll, sehen die Mütter und Väter in der Erwägung des Spielplatzverkaufs den letzten Anstoß, sich zur Wehr zu setzen. In der Ratssitzung am Montag stellte sich in der Einwohnerfragestunde eine Sprecherin der Initiative vor. Man habe den Eindruck, dass „irgendetwas schief läuft“ in Elchesheim-Illingen: „Wir wollen nicht, dass das Dorf verkauft wird.“ Die Sprecherin betonte mit Nachdruck, dass man aber keine neuen Fronten aufmachen, sondern sich konstruktiv einbringen wolle, um die Anliegen voranzubringen.

Finanzierungsvorschlag unterbreitet

Mit dem Brief vom Sonntag wurde gleich ein Vorschlag zur „Startfinanzierung“ für eine mögliche neue Freizeitanlage an der Waldstraße unterbreitet: Auf die für Herbst schon geplante Sanierung des Spielplatzes am Gießen könnte verzichtet, das Areal verkauft werden. Die Initiative rechnet vor, dass das eine Ersparnis von 50.000 Euro und einen Erlös von 125.000 Euro bringen könnte. Nach Inbetriebnahme der neuen Anlage könnte auch die Fläche in der Schulstraße veräußert werden, was 300.000 Euro einbringen sollte.

Bürgermeister Rolf Spiegelhalder versuchte in der Sitzung, die Aufregung um das Terrain in der Schulstraße zu dämpfen. Mit einem Verkauf wäre sowieso nicht schon in „ein oder zwei Jahren“ zu rechnen. Es gehe jetzt darum, „die Bürger mitzunehmen“, man wolle „hineinhorchen“. Eine Form der Bürgerbeteiligung sei auch, Gemeinderatssitzungen zu besuchen, um zu verfolgen, was vor sich gehe, erklärte er.


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