Skateranlage kommt auf Bolzplatz

Elchesheim-Illingen (HH) – Neuer Standort für die Skateranlage: Sie soll nicht auf dem Hartplatz des FV Rot-Weiß, sondern auf dem Bolzplatz an der Ecke Goethe-/Speyerer Straße aufgebaut werden.

Dornröschenschlaf: Demnächst soll die in Einzelteilen in Illingen ruhende Skateranlage wieder zum Leben erweckt werden. Die Gemeinde will sie mitten im Ort aufbauen. Foto: Helmut Heck

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Dornröschenschlaf: Demnächst soll die in Einzelteilen in Illingen ruhende Skateranlage wieder zum Leben erweckt werden. Die Gemeinde will sie mitten im Ort aufbauen. Foto: Helmut Heck

Die seit Wochen wegen der Arbeiten am Rheinhochwasserdamm in Illingen abgebaute Skateranlage soll nun neben der Rheinwaldschule auf dem Bolzplatz an der Ecke Goethe- und Speyerer Straße wieder aufgebaut werden. Über diesen neuen Plan informierte die Gemeinde am Donnerstag in einer Pressemitteilung. Der Standort sei auserkoren worden, weil für den Hartplatz in der Waldstraße das Einverständnis des Fußballvereins Rot-Weiß fehle, heißt es darin weiter.
Neben dem verwaisten Klubhaus am Sportplatz in Illingen bietet sich derzeit ein Bild, das es vor zwei Jahren schon einmal gab. Hinter einem Schutzgitter aus Bauzäunen lagern die Einzelteile der Skateranlage, die sich ein paar Meter weiter auf dem Parkplatz befand. In Kürze soll sie wieder aufgebaut werden – und zwar mitten im Ort neben der Rheinwaldschule auf dem Bolzplatz an der Ecke Goethe- und Speyerer Straße.

Laufendes Berufungsverfahren

Die Nutzung des Rasen- wie auch des Hartplatzes in der Waldstraße war dem Verein vor einigen Wochen von der Gemeinde untersagt worden, wogegen der Verein bisher erfolglos Widerspruch einlegte. Inzwischen liegt die Angelegenheit beim Landgericht (das BT berichtete). „Aufgrund des noch laufenden Berufungsverfahrens“ habe man den Verein um Zustimmung für die Errichtung der Skateranlage auf dem Hartplatz gebeten, ließ das Rathaus nun verlauten. Die Anfrage sei bisher unbeantwortet geblieben. Deshalb habe man umplanen müssen. Bis Ende September soll der Aufbau auf dem Schulsportplatz fertig sein.

Vom RWE-Vorsitzenden Dieter Link war derweil zu erfahren, dass der Verein über seinen Anwalt am 12. August über den Rechtsbeistand der Gemeinde die Aufforderung bekommen habe, bis zum 16. August der Errichtung der Skateranlage auf dem Hartplatz zuzustimmen. Sollte das Einverständnis ausbleiben, wolle man „notfalls gerichtliche Hilfe“ bemühen. Gleichzeitig wurde dem Fußballverein eine Schadenersatzforderung angedroht, denn es seien bereits Bauaufträge in einem „Volumen von ca. 30.000 Euro vergeben“ worden. So ist es in Kopien des Schreibens nachzulesen, die dem BT vorliegen.

Gemeinde droht RWE mit Schadenersatzforderung

Die Zustimmung des FV zur Nutzung des Hartplatzes werde nicht nur erwartet, sondern „rein vorsorglich auch beansprucht“, weil dem Verein „möglicherweise possessorische Besitzansprüche zustehen könnten“, ist in dem Anwaltsschreiben weiter zu lesen. Mit Besitzansprüchen könnten Bestandteile des Platzes gemeint sein, die der Verein finanziert hat. Das Grundstück gehört der Gemeinde.

Auf die Frage, warum der RWE das Ultimatum habe verstreichen lassen, gab Link zu verstehen, dass man sich binnen weniger Tage mit dem Sachverhalt und seiner juristischen Bedeutung nicht habe auseinandersetzen können. Das Hauptamt der Gemeinde teilte zur erwähnten Schadensersatzforderung auf BT-Anfrage mit, diese könne nicht bestätigt werden.

Problem war lange bekannt

Dass die Skateranlage einen neuen Standort braucht, weil der Damm saniert und verbreitert wird, ist im Übrigen seit Jahren bekannt. Im Oktober 2017 war von Bürgermeister Rolf Spiegelhalder bereits in einer Gemeinderatssitzung mitgeteilt und anschließend auf BT-Anfrage bestätigt worden, dass ein neuer Platz gefunden werden müsse. Das Problem wurde 2019 in Erinnerung gerufen. Damals musste die Anlage für die Verlegung einer Pipeline vorübergehend entfernt werden. Die Bestandteile wurden, wie derzeit wieder, nebenan hinter Bauzäunen deponiert. Im Dezember vergangenen Jahres wurde verkündet, dass die Anlage auf den Hartplatz beim FV Elchesheim in der Waldstraße kommen soll. Im März 2021 wurde im Gemeinderat beschlossen, die Skater-Teile als „Provisorium“ auf dem Hartplatz aufzustellen.

Am 19. Juli wurde der Beschluss wiederholt, seine „kurzfristige“ Realisierung versprochen und die Kosten auf etwa 25.000 Euro festgelegt. Das nahende Ende der Sommerferien war Anfang der Woche Anlass, nach dem Sachstand zu fragen. Mit der Pressemitteilung wurde eine überraschende Antwort geliefert.

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Erstellt:
27. August 2021, 12:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 51sec

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