Sogar der Bikertreff bekommt Breitband

Bühl (BNN) – Der Ausbau des schnellen Internets in Bühl und den angrenzenden Ortschaften kommt gut voran: Auch am „höchst gelegenen Bikertreff“ soll man rasch surfen können.

Flinkes Internet für Biker: Günter Feist kann jetzt seinen Gästen beim Bikertreff „Zur großen Tanne“ einen schnellen Internet-Anschluss anbieten. Bislang war das Gasthaus ein weißer Fleck auf der Netzkarte. Foto: Bernhard Margull

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Flinkes Internet für Biker: Günter Feist kann jetzt seinen Gästen beim Bikertreff „Zur großen Tanne“ einen schnellen Internet-Anschluss anbieten. Bislang war das Gasthaus ein weißer Fleck auf der Netzkarte. Foto: Bernhard Margull

Wer in Moos oder in Neusatz ins Internet geht, der braucht Geduld. Auch auf Unterstmatt kann man den Anschluss ans schnelle Internet kaum erwarten: „Wenn einer unserer Gäste einen Film gestreamt hat, dann ging plötzlich nichts mehr“, berichtet Günter Feist, der den Bikertreff „Zur großen Tanne“ an der Schwarzwaldhochstraße auf 930 Metern Höhe betreibt. Er freut sich schon jetzt, wenn er „am höchst gelegenen Bikertreff“ schnelles Internet hat, auch für seine Pensionsgäste in sechs Zimmern.

Das Kabel liegt im Boden, der Anschluss stehe kurz bevor, schildert Feist den Stand der Dinge. Markus Benkeser betont: „Das ist ein gutes Beispiel für die Beseitigung eines weißen Flecks auf der Breitband-Landkarte.“ Der Abteilungsleiter Breitband und Energie sieht Bühl in Bezug auf schnelles Internet „gut im Zeitplan“.

Seit rund sechs Jahren werden die Glasfaserkabel unter die Erde gebracht. „Quasi überall, wo gebuddelt wurde, sind die Leitungen verlegt worden“, skizziert Benkeser den erheblichen Aufwand, für den Stadt Bühl jährlich rund vier Millionen Euro investiert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Bis dato sind auf Gemarkung Bühl mehr als 50 Kilometer Gräben gezogen und mehr als 35 Kilometer Glasfaserkabel verlegt worden.

Ringverbindung über Eisental geplant

Auch nahezu alle Bühler Schulen und sämtliche Bühler Gewerbegebiete sind inzwischen mit der Datenautobahn verknüpft. Und die Arbeiten gehen weiter: Nach und nach werden weitere Ortsteile erschlossen: In Moos und Balzhofen wird momentan gegraben, in Neusatz und Kappelwindeck laufen die Abschlussarbeiten an den Datentrassen. Für Altschweier ist eine Ringverbindung über Eisental geplant.

„Vor zwei Jahren gab es durch das Homeschooling wegen Corona einen richtigen Schub bei der Digitalisierung in unserer Schule“, geht Schulleiter Steffen Faller auf die Entwicklung ein. Die Carl-Netter-Realschule ist eine der Bühler Schulen, die jetzt einen Zugang zum schnellen Internet bekommen. Die Schüler sind mit Tablets ausgerüstet, und der Unterricht läuft mit modernen Geräten. „Wir haben moderne Unterrichtsmittel, arbeiten mit iPad und Whiteboard“, ergänzt Klassenlehrerin Christine Exner beim Besuch in ihrer 8b.

Vom schnellen Internet profitieren auch die großen Bühler Industriebetriebe, die viel Wert auf eine sichere Datenverbindung vor Ort legen. „Die IT-Spezialisten haben dabei auch die Gefahr von Cyberangriffen im Blick. Das macht ein lokales Glasfasernetz mit einem direkten Ansprechpartner vor Ort attraktiv“, setzt Benkeser weiter auseinander.

Bis 2030 sollenalle versorgt sein

„Eine Stadt wie Bühl mit ihren vielen mittelständischen Betrieben und den großen Industrieunternehmen braucht eine schnelle Datenübermittlung“, betont Oberbürgermeister Hubert Schnurr (Freie Wähler). „Der Breitbandausbau liegt mir am Herzen, er ist in der heutigen Zeit für unseren Wirtschaftsstandort und nicht zuletzt für unsere Bürger enorm wichtig“, führt er weiter aus. Mit der momentanen Entwicklung ist er zufrieden: „Der Ausbau kommt gut voran, und wir haben das Ziel, alle Bühler Bürger und Unternehmen bis 2030 mit Glasfaser zu versorgen.“

Für die umfangreichen Investitionen in die Netzstruktur sowie für die Erschließung sogenannter weißer Flecken auf der Netzkarte habe die Stadt von Bund und Land finanzielle Unterstützung bekommen. Mehr als 60 Förderbescheide sind seit dem Beginn des Glasfaserprojektes bereits gestellt worden. Zwei davon wurden erst kürzlich bewilligt.

„Wir freuen uns natürlich über die Förderung und den Anschluss der Bühler Schulen, wo es möglich war. Nicht zu vergessen den Flughafen Söllingen, Lichtenau, Ottersweier, Lauf bis hinauf zum Mummelsee“, erläutert Schnurr.

Der Oberbürgermeister macht auf die enorme Bedeutung dieser Infrastruktur aufmerksam. „Das schnelle Internet über den Breitbandausbau ist in der heutigen Zeit so wichtig wie Wasser und Strom geworden“, betont er.

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Ihr Autor

BNN-Redakteur Andreas Bühler

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Erstellt:
3. Mai 2022, 20:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 59sec

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