Solarpark Ötigheim: Gemeinderat begrüßt „Leuchtturmprojekt“

Ötigheim (manu) – Auf einer Fläche von dreieinhalb Hektar im Gewann „Auf dem Gaisweg“ baut die Erdgas Südwest als Investor in Kooperation mit der Gemeinde Ötigheim eine Photovoltaik-Freiflächenanlage.

Auf diesem Gelände südlich von Ötigheim an der A5 will Erdgas Südwest auf 3,5 Hektar einen Solarpark errichten. Screenshot: Manuela Behrendt

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Auf diesem Gelände südlich von Ötigheim an der A5 will Erdgas Südwest auf 3,5 Hektar einen Solarpark errichten. Screenshot: Manuela Behrendt

Mit dem einstimmigen Beschluss zur Aufstellung des dafür notwendigen Bebauungsplans erteilte der Gemeinderat am Dienstag den Startschuss für „ein Leuchtturmprojekt, das sicherlich außergewöhnlich ist“, wie Christian Dittmar (FWG) sagte.

Markus Rapp (CDU) sah das Vorhaben als „einzigartigen Baustein“ in der pragmatischen Herangehensweise an eine ökologisch sinnvolle Zukunft. Bürgermeister Frank Kiefer stellte fest: „Dies ist ein weiterer bedeutender Schritt auf dem Weg, den wir seit Jahren gehen, um nun im größeren Stil unseren Beitrag zur Energiewende zu leisten“.

Mitte 2023 soll die Anlage in Betrieb gehen. Nach Kiefers Einschätzung ist sie „die größte im gesamten Landkreis“. Das dafür ausgeguckte Grundstück liegt im südlichen Gemarkungsgebiet von Ötigheim an der Autobahn. Die Verträge zum Ankauf durch die Gemeinde seien unterschriftsreif. Das Gelände will man für 5.785 Euro pro Jahr an die Erdgas Südwest verpachten. Der Vertrag soll für 30 Jahre abgeschlossen werden.

Projektleiterin Lisa Notheisen bezifferte die Spitzenleistung des Modulparks mit drei bis vier Megawatt. Die finale Zahl sei abhängig vom Entwicklungsfortschritt bei der Modultechnologie. Die Kommune erwartet bei einem Ertrag von 1.050 Kilowattstunden in der Spitze eine jährliche Stromproduktion von 3,1 bis 4,2 Millionen Kilowattstunden.

Bau läuft parallel zur Errichtung des Wasserwerks

Gut 500 Meter nördlich des Baufelds liegt der Netzanschlusspunkt. Die Errichtung des Solarparks läuft parallel zum Bau des neuen Wasserwerks. So könne man Leerrohre gleich mitverlegen. Der Strom werde vollständig ins öffentliche Netz eingespeist.

Zur Vermarktung will man am Ausschreibungsverfahren gemäß dem Gesetz für Erneuerbare Energien (EEG) teilnehmen. Eine geplante Neuregelung erlaube es, die Gemeinde mit 0,2 Cent pro Kilowattstunde ertragsbezogen zu beteiligen. Pro Jahr ergäbe sich dadurch für die Kommune eine Summe von 6.000 Euro.

Auf Nachfrage von Matthias Reutter (FWG) bestätigte Notheisen, dass der Grundstückspächter für Absicherung und Pflege des Areals verantwortlich ist. Der Bereich werde eingezäunt. Außerdem schließe man eine Elektronikversicherung ab.

Da sich Photovoltaik-Module im Telldorf bereits auf allen öffentlichen Gebäuden befinden, wollte Andrea Zittel (FWG) wissen, warum man sich für die Freiflächenanlage einen Kooperationspartner hole. Kiefer erklärte, ohne entsprechendes Know-how und ohne selbst Stromversorger zu sein, sei der Aufwand der Direktvermarktung für die Gemeinde nicht stemmbar. Nicolas Späth (CDU) brachte die ökologische Aufwertung des Geländes ins Spiel, hörte bereits Ökopunkte aufs Konto klackern und schlug für die Nachhaltigkeit sowie zur Untermauerung der Bürgerakzeptanz eine Bürgerbeteiligung am Ökostrom mittels Nachrangdarlehen vor.

Weitere Ideen zur zusätzlichen Geländenutzung waren: Beweidung durch Schafe, Streuobstwiese oder eine bienenfreundliche MÖBS-Blumenwiese.


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