Sonnige Plätzchen am Ufer der Murg

Gaggenau (tom) – Wenn alles so klappt, wie es soll, dann könnten sich die sonnenhungrigen Gaggenauer bereits an den letzten Mai-Tagen auf der „Murgterrasse“ aalen.

In vier Wochen sollen die Arbeiten beendet sein. Foto: Thomas Senger

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In vier Wochen sollen die Arbeiten beendet sein. Foto: Thomas Senger

Seit Anfang der Woche laufen die Arbeiten am rechten Murgufer direkt unterhalb der „Bananenbrücke“.

Vier Wochen geplante Bauzeit; dabei werden rund 220 Kubikmeter Erde bewegt, 33 Tonnen Schotter verlegt und 120 Tonnen an Granitblöcken gesetzt. Dies sind die Eckdaten des Vorhabens, das in den Murgdamm ein Stück weit hineingearbeitet wird. Ein eher kleines Projekt, mit dem die Aufenthaltsqualität an der Murg erhöht werden soll – und vielleicht nicht das letzte, wie Bürgermeister Michael Pfeiffer erläuterte.

Den Fluss, den Uferstreifen mehr „in die Stadt holen“, für die Menschen erlebbar machen, das sei die Devise. Dies werde aber nicht bedeuten, dass auf den neuen Sitz- und Liegeflächen „Party bis in die Puppen“ geduldet werde. Die Anwohner links und rechts der Murg werden dies mit Interesse vernehmen. Schließlich gilt der Park an der Murg gerade in der warmen Jahreszeit als beliebter Treff zu bald jeder Tages- und Nachtzeit – mit entsprechendem Lärmpegel.

Knapp zwei Jahre ist es her, dass Elke Henschel, die Leiterin der städtischen Umweltabteilung, das Projekt dem Gemeinderat vorgestellt hatte. Einhellige Zustimmung gab es damals im Gremium und einige Verärgerung über die Bedenken, die das Regierungspräsidium vorgetragen hatte.

Vier Reihen aus Granitblöcken parallel zum Flussverlauf, dazu kleine Liegeflächen aus Holz – das ist die künftige Murgterrasse bei der Flürscheimbrücke („Bananenbrücke“). Repro: Jasmin Vogt/BT

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Vier Reihen aus Granitblöcken parallel zum Flussverlauf, dazu kleine Liegeflächen aus Holz – das ist die künftige Murgterrasse bei der Flürscheimbrücke („Bananenbrücke“). Repro: Jasmin Vogt/BT

Die „Abtreppung“ beeinflusse das Querprofil des Flusses und damit das Abflussverhalten. Die Murg ist ein „Gewässer erster Ordnung“ und damit in der Zuständigkeit des Regierungspräsidiums. Dort wacht man insbesondere darüber, dass bei Hochwasser dem Abfluss keine Hindernisse in den Weg gelegt werden. In der Murg – eigentlich ein geruhsames Mittelgebirgsflüsschen –, kommt es insbesondere nach starken Niederschlägen zu oftmals sehr schnellen Anstiegen des Wasserstands und hohen Fließgeschwindigkeiten. Dies kennt man aber im Murgtal schon seit Menschengedenken und weiß damit umzugehen. Insofern lösten die Bedenken aus Karlsruhe auch im Gemeinderat Kopfschütteln aus.

Weitere Aufwertungen sind gewünscht

Nun ist also tatsächlich viel Wasser die Murg hinuntergeflossen, bis jetzt endlich Baubeginn sein konnte. Eine Möblierung der Flächen, Mülleimer oder fest installierte Geländer dürfe es aber laut Regierungspräsidium nicht geben. Letztlich wird sich aber durch das Bauvorhaben das Fließverhalten sogar verbessern, erläuterte Elke Henschel gestern.

Aus Sicht der Gaggenauer Gemeinderäte sind weitere Schritte zur Aufwertung des Murgparks wünschenswert. So war bereits vor zwei Jahren die Idee einer kleinen Gastronomie ins Spiel gebracht worden, zum Beispiel in Form eines Kiosks oder einer mobilen Bewirtung. Diese Aufwertung werde sicher nicht die Geschäftswelt und die Gastronomie der Innenstadt negativ beeinflussen, so lautete der Tenor.

Ihr Autor

BT-Redakteur Thomas Senger

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Erstellt:
27. April 2021, 18:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 15sec

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