Sorge wegen Wartungsarbeiten bei MiRO

Karlsruhe (kli) – Bei der Mineralölraffinerie Oberrhein (MiRO) in Karlsruhe stehen turnusmäßige Wartungsarbeiten an. Dafür werden bis zu 5.000 zusätzliche Arbeitskräfte benötigt - das macht Sorgen.

Dr. Susanna Colopi Glage. Foto: privat

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Dr. Susanna Colopi Glage. Foto: privat

Die Mitarbeiter der Fremdfirmen kommen für die Wartung Mitte Februar auch aus dem Ausland, zum Beispiel aus England. Diese werden in Karlsruhe und Umgebung untergebracht. Für MiRO ist das eine Herausforderung in Pandemiezeiten. Über die damit verbundenen Sorgen der Mediziner sprach BT-Redakteur Dieter Klink mit Dr. Susanna Colopi Glage, der Vorsitzenden der Karlsruher Ärzteschaft.

BT: Frau Dr. Colopi Glage, mit welcher Anspannung schauen Sie auf die anstehenden Wartungsarbeiten bei der MiRO?
Dr. Susanna Colopi Glage: Wir haben die Sorge, dass neue Corona-Ausbrüche entstehen könnten, vor allem in dieser Zeit, in der sich die Mutationen in Deutschland verbreiten. Wir haben die Ärzteschaft in Karlsruhe Stadt und Landkreis über die anstehenden Arbeiten bei der MiRO informiert und sie angeregt, wachsam zu bleiben. Die Labore in Karlsruhe führen schon bei positiven Covid-Testungen virustypspezifische PCR durch, um die Mutation zu identifizieren. Diese werden unmittelbar dem Gesundheitsamt und den betreuenden Ärzten mitgeteilt.

BT: Fürchten Sie vor allem, dass sich durch die Wartungsarbeiten bei der MiRO die Mutante aus England in Karlsruhe verbreitet?
Colopi Glage: Die Mutation, die Sorgen macht, ist nicht nur die englische Variante, sondern auch die südafrikanische, die aktuell in Tirol stark verbreitet ist, und die brasilianische. Der Umgang, egal mit welcher Mutation, ist der gleiche. Der sorgfältige Umgang mit den AHA-Regeln, eine konsequente Testung aller Verdachtsfälle und die Schonung von gefährdeten Patientengruppen sind die richtigen Mittel zur Eingrenzung des Schadens der Pandemie. Darauf achten die Ärzte.

BT: Auf was muss MiRO im Umgang mit den Mitarbeitern aus dem Ausland besonders achten?
Colopi Glage: Die Ärzteschaft erwartet ein solides Hygienekonzept ohne Ausnahmen, sorgfältige Überprüfung von Neuzugängen und eventuelle Überlegungen für kurze Quarantänen für die Mitarbeiter, die aus Risikoländern einreisen, zum Beispiel aus England. Wir vertrauen einer strikten Überwachung durch das Gesundheitsamt und durch die Verantwortlichen vor Ort.

BT: Was ist Ihre Hauptsorge?
Colopi Glage: Die Hauptbefürchtung der Ärzteschaft betrifft besonders den Umgang mit den Hygieneregeln in den Unterkünften und auf dem Weg von und zur Arbeit. Dort können die Mitarbeiter viel schneller Infektionen verbreiten, die auch die Bevölkerung aus Karlsruhe und Umgebung betreffen könnten. Daher ist es wünschenswert, dass dieser Punkt bei der Unterweisung der Mitarbeiter besonders sorgfältig und wiederholt bearbeitet wird.

Ihr Autor

BT-Redakteur Dieter Klink

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Erstellt:
11. Februar 2021, 07:25 Uhr
Lesedauer:
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