Sozialregion: Baden-Baden will beitreten

Baden-Baden (hol) – Vergünstigungen für Baden-Badener Familienpass-Inhaber könnte es künftig auch in Gaggenau, Bühl und Rastatt geben: Der Beitritt zur Sozialregion ist bald Thema im Gemeinderat.

Vergünstigt ins Schwarzwaldbad nach Bühl: Tritt Baden-Baden der Sozialregion bei, können Bedürftige aus Kurstadt auch dieses Angebot nutzen. Foto: Conny Hecker-Stock/Archiv

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Vergünstigt ins Schwarzwaldbad nach Bühl: Tritt Baden-Baden der Sozialregion bei, können Bedürftige aus Kurstadt auch dieses Angebot nutzen. Foto: Conny Hecker-Stock/Archiv

Die Kurstadt will sich ab dem kommenden Jahr für zwei Jahre probeweise an der Sozialregion Mittelbaden beteiligen. In diesem Projekt sind seit 2020 die umliegenden Städte zusammengeschlossen. Ziel ist die Förderung von Alleinerziehenden, Familien und Sozialhilfeempfängern.

Reduzierter Eintritt in städtische Schwimmbäder und Museen oder Rabatte beim Kinderferienprogramm: Mit einem Familien- und Sozialpass erhalten finanziell schlechter gestellte Familien in den Städten der Region Vergünstigungen in öffentlichen Einrichtungen. Bis 2019 konnten Familien mit dem Pass vor allem die Angebote am eigenen Wohnort nutzen. Das hat sich seit 2020 geändert. Rastatt, Gaggenau und Bühl hatten sich offiziell zusammengeschlossen und die Sozialregion Mittelbaden gegründet. Der Zusammenschluss ermöglichte es Kindern, Jugendlichen und Familien, die mit der Familienkarte verbundenen Wertmarken städteübergreifend bei öffentlichen Einrichtungen einzulösen.

Baden-Baden war bisher nicht mit von der Partie. Das kurstädtische System des Familienpasses sei nur schwer in Einklang zu bringen mit dem System der Städte im Landkreis, hieß es. Zudem seien die öffentlichen Einrichtungen in Baden-Baden anziehungskräftiger als die vergleichbaren Einrichtungen im Landkreis. Dafür müsse eine Ausgleichsregelung gefunden werden, hatte es geheißen.

Gemeinderat soll entscheiden

Nun will die Kurstadt aber doch Mitglied werden. Der Sozialausschuss soll das bei seiner nächsten Sitzung am Mittwoch, 5. Mai, empfehlen. Klappt das, soll der Gemeinderat Ende Juni eine grundsätzliche Entscheidung treffen. Für die Beteiligung am Projekt müsste das Baden-Badener System des Familienpasses um ein entsprechendes Wertmarkensystem erweitert werden, wie es im Landkreis schon existiert. Mit diesen Wertmarken könnten Bedürftige aus Baden-Baden Vergünstigungen bei Einrichtungen in Bühl, Rastatt und Gaggenau bekommen und umgekehrt. Dieses System würde die Verwaltung über die Sommermonate erarbeiten und dem Gemeinderat im Herbst zur endgültigen Beschlussfassung vorlegen. Sagt das Gremium Ja, soll Baden-Baden probeweise für zwei Jahre Teil der Sozialregion werden.

Konkret hieße das, dass Familien, die Anspruch auf den Familienpass haben, jedes Jahr zusätzlich Wertmarken im Wert von 20 Euro bekämen, die in Einrichtungen anderer Städte eingelöst werden können. Zurzeit gibt die Kurstadt 580 Familienpässe aus. Im Rathaus geht man deshalb von einer jährlichen Mehrbelastung von höchstens 12.000 Euro aus. Der Beitritt von Baden-Baden zur Sozialregion soll zunächst bis Ende 2023 befristet sein. Im Sommer 2023 soll eine Bewertung der Probe-Mitgliedschaft erfolgen und dann ein Beschluss über einen möglicherweise festen Beitritt gefasst werden.

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Erstellt:
4. Mai 2021, 08:30 Uhr
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