Sozialstation Gernsbach zieht um

Gernsbach (stj) – Ab 1. Oktober ist die Sozialstation Gernsbach im dritten Geschoss des Sparkassengebäudes in der Eisenlohrstraße zuhause.

Eine neue Nutzung erfährt das Obergeschoss des Sparkassen-Gebäudes in der Eisenlohrstraße. Zum 1. Oktober zieht dort die Sozialstation Gernsbach ein – und damit ganz nah an die von ihr betriebene Tagespflegeeinrichtung in der Schwarzwaldstraße. Foto: Stephan Juch

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Eine neue Nutzung erfährt das Obergeschoss des Sparkassen-Gebäudes in der Eisenlohrstraße. Zum 1. Oktober zieht dort die Sozialstation Gernsbach ein – und damit ganz nah an die von ihr betriebene Tagespflegeeinrichtung in der Schwarzwaldstraße. Foto: Stephan Juch

Dort bleibt die ökumenische Einrichtung für viele kranke, behinderte und alte Menschen in Gernsbach, Loffenau und Hörden genauso eine unverzichtbare Institution, wie sie das seit über 40 Jahren ist.

In den 1980er-Jahren zog die Sozialstation zunächst als Mieterin der Sparkasse Rastatt-Gernsbach ins Haus Scheffelstraße 2 ein, das sie ein paar Jahre später kaufte. In ihrem mittlerweile 46-jährigen Bestehen ist die Betreuungseinrichtung für hilfsbedürftige Menschen stetig gewachsen. „Wir haben damals mit fünf Schwestern angefangen“, blickt Verwaltungsleiterin Tanja Karcher zurück. Inzwischen zählt sie 56 Mitarbeiter, hinzu kommen 25 nicht festangestellte in der Nachbarschaftshilfe. Der gestiegene Platzbedarf ist auch der Hauptgrund für den nun bevorstehenden Umzug in die Eisenlohrstraße. Dort stehen der Sozialstation als Mieterin im dritten Geschoss künftig rund 330 Quadratmeter in einer in sich abgeschlossenen Einheit zur Verfügung.

Zum zweiten Mal Mieterin der Sparkasse

Diese ist über einen Aufzug auch barrierefrei zu erreichen, was in der jetzigen Immobilie nicht machbar sei. „Ein weiterer wichtiger Aspekt für uns“, erläutert Jörg Lungwitz. Er ist seit Oktober 2013 Vorsitzender der Sozialstation. In der Pandemie habe sich zudem gezeigt, dass der aktuelle Sitz der Einrichtung weitere Mängel aufweist, etwa die fehlenden Sozialräumlichkeiten (Pausen und Umkleiden) oder zu kleine Besprechungsräume. Coronabedingt sei man platztechnisch umso mehr an seine Grenzen gestoßen, wie auch Pflegedienstleiterin Marion Koch unterstreicht. Sie verweist unter anderem auf durchschnittlich 80 Beratungsgespräche pro Monat mit Menschen, die Pflegegeld beziehen.

„Der Umzug ist schon ein großer Einschnitt für uns“, sagen Karcher, Koch und Lungwitz unisono. Schließlich schlage das Herz der Sozialstation in dem markanten Haus in der Scheffelstraße. Von daher sehe man den Umzug mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Es fällt uns schon ein bisschen schwer“, meint Karcher. Aber die Notwendigkeiten eines größeren, barrierefreien Domizils überwiegen. Zumal der jetzige Standort im Besitz der Sozialstation bleibt: Er wird vermietet und künftig für Büros genutzt.

Langfristig möchte die Sozialstation Gernsbach in der Papiermacherstadt ein eigenes Haus beziehen, das praktikabel und groß genug ist für die Belange und die Zukunft der Einrichtung. Dann könne man das Haus in der Scheffelstraße auch verkaufen. Das ist aber Zukunftsmusik.

„Wir sind nach wie vor zentral“

Zunächst will der Umzug organisiert werden – und das ist Herausforderung genug. „Der Betrieb muss weiter laufen“, erläutert Karcher: „Wir können nicht einfach einen Tag schließen, unsere Kunden müssen versorgt werden.“ Circa 340 Menschen sind dies, die zum Teil täglich, zum Teil wöchentlich angefahren werden. Manche von ihnen bekommen sogar mehrfach am Tag Besuch von Mitarbeitern der Sozialstation.

Die betreibt seit gut einem Jahr auch eine Tagespflegeeinrichtung. Sie befindet sich in der Schwarzwaldstraße 16 – und ist damit künftig nur noch einen Steinwurf vom neuen Hauptsitz der Sozialstation entfernt. „Wir sind dann sehr nah dran“, sieht Lungwitz in den kurzen Wegen einen weiteren Vorteil vom Umzug in die Eisenlohrstraße. Dort stehen der Sozialstation auch ausreichend Parkplätze zur Verfügung für ihren 17 Fahrzeuge umfassenden Fuhrpark. Und für Besucher der Einrichtung, die ohne Auto kommen, ist der Gernsbacher Bahnhof nicht weit entfernt. „Wir sind nach wie vor zentral“, freuen sich die Verantwortlichen.

Sie machen zudem auf die nächste Jahreshauptversammlung der Sozialstation aufmerksam, die am 6. Oktober um 19.30 Uhr im Bernhardusheim in Obertsrot stattfindet. Dort wird dann auch über den bis dahin erfolgten Umzug berichtet werden. Mit dem wird in der Sparkasse in der Eisenlohrstraße ein Leerstand gefüllt: Den dritten Stock hat die Bank zuletzt lediglich als Platzreserve vorgehalten. Bald wird dort wieder reger Betrieb herrschen.


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