Zeitreise in Kuppenheims Vergangenheit

Kuppenheim (sawe) – Nach der coronabedingten Schließung ist wieder eine Zeitreise in Kuppenheims Vergangenheit möglich: Das Heimatmuseum bietet im zehnten Jahr seines Bestehens auch neue Exponate.

Neu im Museum: Vorsitzender Rupert Krug (Mitte), Vize Walter Frosch (rechts) und Schriftführer Dieter Vogel präsentieren Bilder des Malers Erwin Roos, die dem Historischen Verein vermacht wurden.  Foto: Sabine Wenzke

© sawe

Neu im Museum: Vorsitzender Rupert Krug (Mitte), Vize Walter Frosch (rechts) und Schriftführer Dieter Vogel präsentieren Bilder des Malers Erwin Roos, die dem Historischen Verein vermacht wurden. Foto: Sabine Wenzke

Rupert Krug zeigt freudig die neuesten Objekte. Es sind Bilder des Kuppenheimer Malers Erwin Roos, die zwei Damen aus Heilbronn auf ihrem Speicher entdeckt hatten. Sie recherchierten im Internet und vermachten sie schließlich dem Historischen Verein in der Knöpflestadt, der vor zehn Jahren im Erdgeschoss des Vereinshauses an der Murgtalstraße ein Heimatmuseum eingerichtet hat und ehrenamtlich betreibt. Der Besuch dort gerät jedes Mal zu einer spannenden Zeitreise in die Vergangenheit Kuppenheims und Oberndorfs.
Fast zwei Jahre war die Einrichtung geschlossen, wegen Corona und Lockdown. Aus dem Dornröschenschlaf erwacht, will der Historische Verein nun wieder mit neuem Schwung das Haus beleben. Ideen gibt es viele, vieles ist jedoch noch unwägbar wegen der Infektionszahlen, sagt Rupert Krug, der neue Mann an der Spitze. Der 70-Jährige hat die Nachfolge des langjährigen Vorsitzenden und Museumsinitiators Gernot Jutt übernommen (79), der nun als Beisitzer agiert. Neuer zweiter Mann ist der 64-jährige Walter Frosch, der privat auch Stammbaum- und Ahnenforschung betreibt, zu einer Mitgliederversammlung eingeladen war und danach recht schnell zum neuen Amt kam, wie er lachend erzählt. Ansonsten hat sich bei der Mitgliederentwicklung wenig getan. Der im Jahr 1989 gegründete Verein zählt 78 Mitstreiter, davon rund zehn Aktive, das Durchschnittsalter liegt bei 74 Jahren. „Es war schon eine Sensation, überhaupt ein junges Mitglied zu gewinnen, das unter 30 ist“, meint Schriftführer Dieter Vogel. Das Heimatbewusstsein komme offenbar erst in späteren Lebensjahren, mutmaßen die Herren angesichts der seit Jahren anhaltenden Nachwuchsflaute.

Mehr Öffentlichkeitsarbeit

Weil Hoffnung auf weitere engagierte Mitstreiter allein nicht reicht, soll die Öffentlichkeitsarbeit forciert und immer mal wieder ein neues Ausstellungsstück in Text und Bild vorgestellt werden. Der Vorstand will damit auch Anreize schaffen, um wieder mehr Besucher ins Museum zu locken, das an den ersten Öffnungstagen nach der langen Schließung nur mäßig besucht war. In den ersten beiden Jahren nach der Eröffnung des Museums kamen einschließlich der Besucher der Sonderausstellungen zwischen 400 und 500 Interessierte. Vor Corona waren es immerhin noch an die 300 pro Jahr.

Das Museum bietet zwölf Themenbereiche und wird auch immer wieder mit einzelnen neuen Exponaten bereichert. Viele bisher ungezeigte Gegenstände lagern noch im Keller, da der Platz begrenzt ist. So werden die „neuen“ Erwin-Roos-Gemälde erst einmal auf Stühlen stehend präsentiert.

Foyer teilweise neu gestaltet

Teilweise neu gestaltet wurde das Foyer des Gebäudes, das die Stadt mit dem Einbau eines Fahrstuhls vor einigen Jahren barrierefrei gemacht hat. So hängen etwa Bilder mit verschiedenen Ansichten auf die Pfarrkirche St. Sebastian im Eingangsbereich. „Sie sind Erwin Roos nachempfunden“, sagt der 82-jährige Dieter Vogel, und sie wurden ebenfalls gespendet. Eine Fahne des Veteranen-Vereins St. Bernhard Kuppenheim von 1899 zählt zu den neueren Exponaten, hier müssen die Mitglieder aber noch Forschungsarbeit betreiben, um einige Informationen liefern zu können. Die Vitrine mit den „Altback-Utensilien“ ist ein echter Hingucker und soll künftig mit dem Thema „Ernte“ ebenso attraktiv neu bestückt werden von Mitglied Johann Kreipl und seiner Frau. Derzeit werden Fotografien mit Ansichten von einst und jetzt in Fotorahmen vorbereitet. Und auch Kuppenheimer Sagen wurden ausgegraben.

Blickfang: Die Vitrine im Heimatmuseum mit „Altback-Utensilien“.  Foto: Sabine Wenzke

© sawe

Blickfang: Die Vitrine im Heimatmuseum mit „Altback-Utensilien“. Foto: Sabine Wenzke

In einer Ecke des Vereinsraums stehen noch alte Landkarten. „Die wären eine Ausstellung wert“, meint Rupert Krug, allerdings fehlt auch hier bisher der Platz dafür. Zwar wird durch die Auflösung des Gesangvereins (er befindet sich in der Liquidation) ein Raum im Vereinshaus frei – es gebe jedoch bereits mehrere Anfragen von örtlichen Vereinen, die ihn gerne nutzen würden, sagt Bürgermeister Karsten Mußler. Derzeit schaue man, wie man diese im Belegungsmanagement unterbekommen kann.

Hoffnung auf Sonderschau

Relikt aus alter Zeit: Die Fahne des Veteranen-Vereins Kuppenheim. Foto: Sabine Wenzke

© sawe

Relikt aus alter Zeit: Die Fahne des Veteranen-Vereins Kuppenheim. Foto: Sabine Wenzke


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.