Spanplattenwerk-Demontage schreitet voran

Bischweier (mak) – Der hohe Schornstein des Kronospan-Spanplattenwerks in Bischweier ist Geschichte. Eine Spezialfirma hat damit begonnen, ihn abzubauen. Die Mobilfunkanlagen wurden auf einem Ersatzmasten installiert.

Der hohe Schornstein ist Geschichte. Die Gemeinde gibt sich mit der Teilstilllegung des Werks nicht zufrieden.

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Der hohe Schornstein ist Geschichte. Die Gemeinde gibt sich mit der Teilstilllegung des Werks nicht zufrieden.

Die Demontage des Spanplattenwerks in Bischweier geht in großen Schritten voran. In den vergangenen Tagen hat sich eine Spezialfirma daran gemacht, den hohen Schornstein abzubauen – ein Bild mit Symbolcharakter. Die Mobilfunkanbieter, die ihre Anlagen an dem Schornstein installiert hatten, haben eine Zwischenlösung auf dem Firmenareal errichten lassen, sodass das Funknetz nicht beeinträchtigt wurde, wie Bürgermeister Robert Wein auf BT-Anfrage berichtet.

Der Bürgermeister hat zudem eine Neuigkeit parat: Er habe von zuverlässigen Kontakten, die er in den vergangenen Jahrzehnten im Zusammenhang mit Kronospan aufgebaut hat, erfahren, dass der Konzern das demontierte Werk in der Ukraine wieder aufbauen möchte.

Im Hinblick auf den temporären Mobilfunkmasten, der als Zwischenlösung für die Telekommunikationsunternehmen dient, war Anfang des Jahres noch das Regenüberlaufbecken in der Nassenackerstraße vorgesehen (wir berichteten). Davon sind die verantwortlichen Planer jedoch abgerückt und haben nun am Rand des Spanplattenwerk-Areals einen Mast errichten lassen, wie der Bürgermeister berichtet. Das Antragsverfahren für einen Hauptmast dauere etwa ein bis zwei Jahre, diese Zeit hatten die Unternehmen nicht.

Kronospan wolle bis zum Ende des Jahres einen Großteil seiner Anlagen auf dem Areal abgebaut haben, führt der Rathauschef weiter aus. Mit dem Zeitplan laufe es sehr gut, lediglich beim Abtransport der demontierten Teile komme es zu Verzögerungen. Der Konzern hat beim Regierungspräsidium jedoch nur eine sogenannte Teilstilllegung beantragt und möchte auf dem Areal künftig Spanplatten den Kundenwünschen entsprechend zuschneiden. „Wir wollen dies verhindern. Unser Ziel ist es, dass Kronospan komplett aus Bischweier rausgeht“, betont Wein, der sehr viel Zeit in dieses Thema investiert: „Es ist eine harte Arbeit, das muss man schon sagen. Doch es ist für mich eine Herzensangelegenheit, eine verträgliche Lösung zu finden, die auch noch unserer Enkelgeneration gerecht wird“, unterstreicht der Schultes, der mit dem bisher Erreichten zufrieden ist: „Die Kräfteverhältnisse in diesem Fall sind noch etwas größer als bei David gegen Goliath“, urteilt er.

Für das Sondergebiet Spanplattenwerk wurde einst ein spezieller Bebauungsplan entwickelt, der planerisch „ein ganz, ganz enges Korsett ist, das wenig Luft zum Atmen lässt“, findet Wein einen bildhaften Vergleich. Um eine Folgenutzung des Areals zu erleichtern, arbeite man derzeit an einer Änderung dieses Bebauungsplans. Neben der Städteplanerin Petra Schippalies und Fachanwalt Hansjörg Melchinger sind auch auf Lärmschutz spezialisierte Ingenieurbüros in dieses Prozedere involviert. Die Gemeinde strebt an, noch vor den Sommerferien den Aufstellungsbeschluss für die Bebauungsplanänderung zu fassen.

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Erstellt:
22. April 2020, 22:00 Uhr
Lesedauer:
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