Sparkasse Gaggenau will Effizienz steigern

Gaggenau (tom) – Die Sparkasse verteidigt ihre Pläne zur Verlagerung von Arbeitsplätzen nach Baden-Baden. Das Unternehmen müsse effizienter werden.

Wenn’s ums Geld geht ... – muss auch die Sparkasse sparsam sein. In Gaggenau hofft man, dass man durch die Pläne nicht allzu arg gerupft wird. Foto: Thomas Senger

© tom

Wenn’s ums Geld geht ... – muss auch die Sparkasse sparsam sein. In Gaggenau hofft man, dass man durch die Pläne nicht allzu arg gerupft wird. Foto: Thomas Senger

Wahrscheinlich ab 2024 soll das Sparkassenhochhaus am Bahnhof umgebaut werden: Denn dann sollen rund 75 Mitarbeiter der Sparkasse Baden-Baden Gaggenau in der Kurstadt arbeiten. So hat es der Verwaltungsrat des Kreditinstituts am Donnerstag beschlossen. Tags darauf wurden die Überlegungen in einer Pressekonferenz in Baden-Baden vorgestellt.

„Wir entscheiden uns nicht für oder gegen einen Standort“, versicherte Vorstandsvorsitzender Lothar Volle mit Blick auf die Kritik aus Gaggenau. Seine Vorstandskollegen sekundierten: „Wir sind Gaggenau und Baden-Baden“, betonte Martin Semmet und Susanne Burg betonte: „Wir sind ein Wirtschaftsunternehmen und müssen unsere Kosten optimieren.“ Das aus Gaggenau stammende Vorstandsmitglied warb um Verständnis für die Verlagerungspläne. „Wir können es uns nicht mehr leisten, nebeneinander her zu arbeiten“, verwies sie auf Kosten- und Effizienzdruck, „trotz verstärkter Nutzung digitaler Medien sind viele Fahrten zwischen den Standorten notwendig, was effektives Arbeiten erschwert. Die Büroausstattung stammt überwiegend aus den 80er Jahren und entspricht nicht mehr dem Anspruch zeitgemäßer und moderner Arbeitsplätze.“

Onlinegeschäft als Chance?

Wie geht es in Gaggenau weiter? Der Vorstand verweist darauf, dass es in Gaggenau auf eigenem Grund keine Erweiterungsmöglichkeit gebe. Deshalb komme dort ein größeres Bauvorhaben, wie nun in Baden-Baden geplant, nicht infrage. Nach 2024 werden nach den jetzigen Planungen etwa 50 Mitarbeiter im Gebäude in Gaggenau beschäftigt sein. Zur Zeit sind weitere Mitarbeiter in angemieteten Räumen in der ehemaligen Filiale an der Ecke Bismarck-/Waldstraße untergebracht. Dieses digitale Beratungscenter werde ebenso wie das Kundenserviceteam aus der Bahnhofstraße 3 in das Sechseck verlagert. Es handelt sich um insgesamt rund 20 Mitarbeiter.

Ebenso sollen die zehn Leute aus dem Bereich Online-Baufinanzierung umziehen. Nach Volles Aussage will die Sparkasse digitale Wachstumsfelder, dazu gehöre auch Onlinebanking, in Gaggenau bündeln. Schließlich gebe es immer mehr Kunden, die nur noch digitalen Kontakt zu einem Kreditinstitut wünschen.

Was passiert mit dem Sparkassenhochhaus? Das zentral gelegene Gebäude am Bahnhof werde auch in Zukunft von den Beratern der Sparkasse genutzt. „Für die Kunden ändert sich nichts“, so Volle.

Gleichzeitig werde das Stadtviertel rund um den Bahnhof in den nächsten Jahren eine deutliche Aufwertung erfahren und die Innenstadt auch als Wohnquartier attraktiver. „Das Sparkassengebäude ist eine der Top-Immobilien in dieser interessanten Lage in Gaggenau“, unterstreicht Susanne Burg. „In den letzten drei Jahren haben wir umfangreich in diese Immobilie investiert. Fassade, Flachdach, Treppenhaus und die Aufzugsanlage wurden komplett saniert.“

Wohnungen in den Obergeschossen, wie in früheren Jahrzehnten, gelten als eine Nutzungsoption, erläuterte Burg. Auch gewerbliche Nutzungen könnten möglich sein.

Was geschieht mit dem Sparkassen-Parkhaus nördlich des Bahnhofs? Es wurde zwischenzeitlich verkauft. Es ist Teil des Bebauungsplans Innenstadt-Bahnhof. Nach Abriss des Bahnhofsgebäudes und des Parkdecks könnten drei bis vier neue Gebäude entstehen – mit unterirdischen Stellplätzen auch für Sparkassenmitarbeiter. Konkrete Zeitangaben gibt es bislang nicht.

Auch in Zukunft soll es drei Beratungszentren im Murgtal geben: Gaggenau, Kuppenheim und Ottenau, versicherte Lothar Volle, auch die beiden Zentren in Baden-Baden blieben erhalten: „Wir wollen in der Fläche bleiben.“

Dazu brauche es eine gute Kostenstruktur. Und man müsse als Arbeitgeber attraktiv sein.

Sparkassen-Hochhaus aus den Sechzigern

Das auf der Grundform des Sechsecks 1967 fertiggestellte Gebäude wurde nach Plänen des Gaggenauer Architekturbüros Kohlbecker errichtet.

Vom ersten bis zum sechsten Obergeschoss sollen nun 13 moderne und anspruchsvolle Mietwohnungen von jeweils 60 bis 90 m² realisiert werden. Damit sollen die Büroflächen wieder in Wohnraum umgewandelt werden – wie dies auch zunächst der Fall war. Erst in den späten 70er und 80er Jahren hatte die Sparkasse Gaggenau die Wohnungen in Büroflächen umgewandelt.

Zum Artikel

Erstellt:
12. Dezember 2020, 07:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 48sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.