Sparkasse konzentriert Verwaltung in Baden-Baden

Baden-Baden (hol) – Die Sparkasse verlagert etwa 75 Arbeitsplätze in der Verwaltung aus dem Murgtal nach Baden-Baden. Sie sollen in einem Neubau in der Rheinstraße unterkommen.

Auf dem Mitarbeiterparkplatz der Sparkasse hinter diesem Verwaltungsbau soll ein Anbau entstehen.  Foto: Harald Holzmann

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Auf dem Mitarbeiterparkplatz der Sparkasse hinter diesem Verwaltungsbau soll ein Anbau entstehen. Foto: Harald Holzmann

Die Sparkasse Baden-Baden Gaggenau siedelt in der Rheinstraße ein Verwaltungszentrum an. Dazu soll der bestehende Bau erweitert werden. An dem Standort am Zubringer im Westen der Stadt sollen ab 2024 insgesamt 150 Beschäftigte arbeiten.

Darüber informierten die Vorstandsmitglieder Susanne Burg, Martin Semmet und Lothar Volle am Freitag bei einer Pressekonferenz im Palais Hamilton. Demnach soll auf der Parkplatz-Fläche hinter dem bestehenden Gebäude in der Rheinstraße 205 ein Neubau mit etwa 1.000 Quadratmeter Fläche entstehen, der mit dem Altbau verbunden wird. Insgesamt gebe es dann genug Platz, um die gesamte Verwaltung der Sparkasse an dem Standort zu bündeln. Das werde die Arbeitsabläufe vereinfachen und Kosten einsparen, meint Volle. Der Altbau aus den 80er Jahren habe eine Fläche von etwa 2.000 Quadratmeter und sei sanierungsbedürftig.

Noch keine belastbare Kostenschätzung

Die Bank stehe unter Druck durch das geänderte Kundenverhalten und das niedrige Zinsniveau. „Da müssen wir handeln, damit wir weiter in der Region stark sein können“, so Volle. Am Bestand der insgesamt fünf Beratungszentren in Gaggenau, Ottenau, Oos, Kuppenheim und am Leo sowie der bestehenden sechs Filialen werde sich nichts ändern, betont Semmet. Wohl aber an der Qualität der Arbeitsplätze. Der neue Verwaltungsstandort, schaffe die Möglichkeit, eine Kantine einzurichten und Räume fürs Mitarbeiter-Gesundheitsprogramm der Sparkasse. Außerdem gehe es darum, mobiles Arbeiten und Arbeiten vor Ort besser zu kombinieren.

Zudem sei die Nachhaltigkeit beim Neubau ein großes Thema. Die bereits in der Rheinstraße vorhandene Fotovoltaikanlage soll erweitert werden – an E-Tankstellen für die Mitarbeiter wird gedacht sein, ebenso an Parkplätze. Wie das Gebäude genau aussehen wird, ist noch unklar. „Es gibt erste Überlegungen“, sagt Semmet. Aber die genaue Ausgestaltung müsse man mit dem städtischen Gestaltungsbeirat durchsprechen. Mitte 2021 soll die Planung stehen – „es wäre schön, wenn wir Ende 2022 die Genehmigung hätten und Ende 2023 einziehen könnten“, hofft er. Eine belastbare Kostenschätzung gebe es noch nicht.

„In der Lage, Zukunft alleine zu bestreiten“

Ein Neubau auf der Parkplatz-Fläche sei bereits vor 20 Jahren Thema gewesen. Damals habe man sich für den Neubau im Herzen der Stadt am Palais Hamilton entschieden. Dort ist derzeit auch ein Teil der Verwaltung untergebracht, wie Burg berichtet. Diese Mitarbeiter aus dem Palais Hamilton sollen künftig ebenso in der Rheinstraße arbeiten wie etwa 75 Kollegen, die derzeit noch in Gaggenau ihre Büros haben. Etwa 70 Mitarbeiter sind schon jetzt in der Rheinstraße tätig.

Das Team dort ist im Verwaltungs- und im sogenannten Marktfolgebereich tätig. Dabei geht es um alle Tätigkeiten im Hintergrund des Kundengeschäfts. Da gebe es eine überbordende Regulatorik, die einen immensen Abstimmungsbedarf generiere, sagt Burg. Deshalb sei die Zusammenlegung sinnvoll.

„Momentan führen wir keine Fusionsgespräche und stellen uns für die Zukunft auf, sodass wir in der Lage sind, diese Zukunft alleine zu bestreiten“, meint Volle. Es gehe nun darum, in eigenen Räumen die Mitarbeiter zu bündeln. „Wir entscheiden nicht für oder gegen einen Standort, sondern für die betriebswirtschaftliche Situation der Sparkasse“, meint er zu kritischen Stimmen im Murgtal, die den Abbau von Stellen in Gaggenau beklagt hatten.

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Erstellt:
11. Dezember 2020, 19:58 Uhr
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