Spektakel fürs Herz

Karlsruhe (BT) – Die frohe Botschaft ist das große Mega-Ereignis bei der Benefiz-Show „Weihnachten neu erleben“ mit rund 1.500 ehrenamtlichen Darstellern in der Karlsruher dm-Arena.

Alles ist selbstgemacht in dieser Show, in der junge Menschen, fröhlich und energiegeladen, für den guten Zweck so ein Spektakel auf die Bühne der dm-Arena bringen. Foto: Oleg Trushkov

© oleg trushkov

Alles ist selbstgemacht in dieser Show, in der junge Menschen, fröhlich und energiegeladen, für den guten Zweck so ein Spektakel auf die Bühne der dm-Arena bringen. Foto: Oleg Trushkov

Im weiß flatternden Kleid mit wehendem Haar schwingt sich eine Artistin an den Trapezseilen durch die Luft. Dazu tönt kräftiges Halleluja. Lichter blitzen, Farben leuchten, Hände winken. Es sind viele, viele Hände, denn allein im Chor singen 250 Leute und die Tanzgruppen sind zusammen gut und gern nochmal so viele. Hier geht man Weihnachten im groß aufgezogenen XXL-Format an. Das passt und ist authentisch. Denn für die Christen rund um den Karlsruher Verein „Weihnachten neu erleben“ ist die frohe Botschaft von Heiligabend das große Mega-Ereignis schlechthin.

Junge Menschen bieten begeistert eine begeisternde Show.  Foto: Tobias Nikola

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Junge Menschen bieten begeistert eine begeisternde Show. Foto: Tobias Nikola

Letztes Jahr fiel das Spektakel wegen Corona aus. Diesmal kann es unter Auflagen stattfinden, mit 750 Zuschauern im Saal und 1.500 Personen, die auf und hinter der Bühne an der Produktion beteiligt sind. „Alle machen ehrenamtlich mit“, betonte Michael Hoffmann zur Begrüßung bei der Vorpremiere am Donnerstagabend: „Und es ist alles selbst gemacht.“ Hoffmann ist Mitgründer von „WNE“, wie Insider das Event gerne nennen, das jetzt zum sechsten Mal wiederkehrt mit einer herzerwärmenden Musicalshow-Handlung: Ein junger Mann namens Ben, gespielt von Christian Seeger, sieht im Park auf dem Boden ein „Goldenes Ticket“ liegen. Eine junge Frau – Hayley, gespielt von Anne Heck – rät ihm, diese Eintrittskarte an sich zu nehmen und ins Museum zu gehen. Das macht er, begegnet dort Ausstellungsstücken und deren besonderen Momenten, was jeweils Anlass zu Song, Tanz und mehr ist.

 Die Produktionskosten refinanziert der Verein über großzügige Sponsoren. Foto: Konstantin Neureither

© KONSTANTIN NEUREITHER

Die Produktionskosten refinanziert der Verein über großzügige Sponsoren. Foto: Konstantin Neureither

Die Bühne erstreckt sich 50 Meter einmal quer durch die Halle der dm-Arena. Links sitzt das Live-Orchester mit Streichern und Band, darüber die Bläser auf einer in stimmungsvolles Blau getauchten Balkongalerie. Ganz rechts ist der große Chor postiert auf ansteigenden Podesten. In der Mitte und im Vordergrund hat die Bühne viel Raum für Massenszenen. Da werden Mercedes-Oldtimer hin und hergefahren, Dinosaurierskelette verschoben und riesige Bilderrahmen gehängt. Eine große mittige Videoleinwand zeigt Szenenbilder und Filme, auf zwei weiteren Videowänden, rechts und links davon, wird live aufgenommenes Bühnengeschehen vergrößert projiziert.

Der Erlös aus Tickets und weiteren Spenden geht an die Kinder und Jugend Arche Karlsruhe und andere Karlsruher Kinderhilfsprojekte. Foto: Konstantin Neureither

© KONSTANTIN NEUREITHER

Der Erlös aus Tickets und weiteren Spenden geht an die Kinder und Jugend Arche Karlsruhe und andere Karlsruher Kinderhilfsprojekte. Foto: Konstantin Neureither

Trotz der enormen Entfernungen hält das Musizieren erstaunlich gut zusammen, worum sich Dario Große und Franziska Lötzsch in der musikalischen Leitung kümmern. Da erklingt etwa Queens „Bohemian Rhapsody“ mit Vanessa Munz und Stefan Kistner, die die Soli singen. Dem träumerischen Einstieg folgt ein stimmgewaltiger „Galileo“-Part des Riesenchores und zur satt verzerrten E-Gitarre wird Lindyhop getanzt. Alles junge Menschen, fröhlich und energiegeladen, die gerne für den guten Zweck so ein Spektakel auf die Beine stellen. Die Produktionskosten refinanziert der Verein über großzügige Sponsoren. Der Erlös aus Tickets und weiteren Spenden geht an die Kinder und Jugend Arche Karlsruhe und andere Karlsruher Kinderhilfsprojekte.

Selbstverständlich hat das Weihnachtsspektakel auch seine nachdenkliche Seite. Jener Ben begegnet nämlich sich selbst. Dazu bringt ihn Hayley, die sich als guter Engel erweist. Bens Schwester starb bei einem durch Ben verursachten Verkehrsunfall. Wegen Schuldgefühlen hat der junge Mann den Kontakt zu seinem Vater abgebrochen. Doch nach dem Museumsbesuch kehrt er an Weihnachten zurück zu seinem Vater. Dass hier traditionelle Geschlechterrollen – fürsorgende Weiblichkeit und patriarchale Orientierung – zementiert werden, ist schade. Acht Leute haben am Drehbuch geschrieben. Gendern scheint kein Thema zu sein, bietet aber vielleicht nächstes Mal Potenzial, um Weihnachten nochmal neu zu erleben?

Service

Weitere Aufführungen bis Sonntag. Vereinzelt gibt es noch Tickets. Termine unter weihnachten-neu-erleben.de. Am 19. Dezember kommt die Show um 20.15 Uhr auf Bibel TV. Dann wird sie auch auf Youtube zu sehen sein.


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