Spenden durch BT-Anzeigen

Von Veruschka Rechel

Baden-Baden (vr) – Hadixhe Azemi stammt ursprünglich aus dem Kosovo – und dorthin hat sie nun mithilfe von Spendenaufrufen im BT dringend benötigte gebrauchte Rollstühle in eine Klinik gebracht.

Spenden durch BT-Anzeigen

Hadixhe Azemi (links) mit einer Oberschwester bei ihrer Ankunft im Universitätsklinikum in Pristina. Foto: privat

„Schon vor dem Kosovo-Krieg war die Ausstattung im medizinischen Bereich katastrophal, und danach hat sie sich leider auch nicht wesentlich verbessert“, klagt Hadixhe Azemi. Sie ist gelernte Hebamme und arbeitete in der Uniklinik von Pristina, als im März 1998 der Kosovo-Konflikt ausbrach.Sie und ihr Mann Skender kamen vor rund 30 Jahren als Kriegsflüchtlinge nach Baden-Baden und betreiben seit 2006 das „Café Kunsthalle“. Doch der Kontakt zur alten Heimat brach nie ab, und kurz vor dem ersten Corona-Lockdown fuhr Hadixhe Azemi in ihre alte Heimat und besuchte unter anderem ehemalige Kollegen in Pristina. Als Geschenk brachte sie ihnen einen ausgedienten Rollstuhl mit, den sie zufällig beim Heinzelmännchen-Service „Licht und Hoffnung“ entdeckt hatte. „Ich nahm an, dass man ihn dort in der Klinik bestimmt noch gebrauchen kann.“ Nicht nur das, sondern händeringend. Entsprechend groß waren Dank und Freude der Ärzte und Mitarbeiter.

Achtzehn Stunden Fahrt zur Übergabe

Das motivierte Hadixhe Azemi derart, dass sie nach ihrer Rückkehr im BT und WO mehrere Anzeigen aufgab, in denen sie um die Spende von gebrauchten Roll- und Toilettenstühlen bat. So kamen nach und nach aus dem gesamten Einzugsgebiet des Badischen Tagblatts drei Rollstühle, fünf Toilettenstühle, und 13 Rollatoren zusammen, die sie und ihr Mann jeweils abholten. „Die waren alle von Privatleuten, bei denen Angehörige verstorben waren“, erklärt Hadixhe Azemi. Ihr Mann nahm gegebenenfalls kleine Reparaturen vor, und sie putzte und polierte sodann alles auf Hochglanz.

Vor einem Monat brachten sie in einem Transporter dann alle Stühle und Rollatoren nach Pristina. Sie fuhren 1.600 Kilometer und waren insgesamt, inklusive kleiner Pausen, achtzehn Stunden unterwegs. „Die freudigen Gesichter, als wir mit den vielen Stühlen ankamen, war jede Mühe wert“, sagt Hadixhe Azemi. Sie will diese Stühle auf jeden Fall weiterhin sammeln und, wenn einige zusammen gekommen sind, wieder in den Kosovo bringen. „Und wenn es nur ein einziger ist, mit dem wir helfen können, lohnt sich der weite Weg“, sagt sie im Brustton der Überzeugung.