Spontane Unterstützung für Flutopfer

Rastatt (fuv) – Hilfe für die Flutopfer: Florian Hüfner und Marcus Langenbacher organisieren Hilfskonvois, die Feuerwehr Elchesheim-Illingen will die Stromversorgung in Dernau herrichten.

Schwere Geräte: Florian Hüfner (Fünfter von links) hat von Wintersdorf aus einen Lkw-Konvoi losgeschickt.Foto: Frank Vetter

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Schwere Geräte: Florian Hüfner (Fünfter von links) hat von Wintersdorf aus einen Lkw-Konvoi losgeschickt.Foto: Frank Vetter

Die ganze Bandbreite an Hilfsbereitschaft für die Opfer der Flutkatastrophe dokumentieren zwei Beispiele aus Rastatt und Wintersdorf: Im Riedort machte sich am Dienstagabend ein Lkw-Konvoi auf ins rheinland-pfälzische Dernau. Mit dabei auch schweres Gerät wie ein 25 Tonnen Bagger. Initiiert hat die Hilfsaktion Florian Hüfner. Er ist Inhaber des gleichnamigen Gartenbaubetriebs und war vor zwei Jahren ebenfalls vom Hochwasser betroffen; er musste sogar vorübergehend den Betrieb einstellen, erzählt er.
Hüfner ist über eine Gartenbaugruppe in den sozialen Medien vernetzt. So erhielt er Hilferufe aus Ahrweiler und Bad Neuenahr. Gemeinsam mit seinem Polier Henrik Peter organisierte Hüfner innerhalb von drei Tagen den Konvoi. Geschäftspartner aus der Baubranche, Gartenbaukollegen und Maschinenverleihfirmen beteiligten sich an dem Hilfskonvoi mit Baggern in den verschiedensten Größen, Radladern, Lkw, Saugwagen, die es mit dem Schlamm aufnehmen können, Baumaterial und Stromaggregaten.

Einer der Unternehmer erzählt, dass er sogar Fahrzeuge von einer Baustelle in Leipzig abgezogen und ins Katastrophengebiet geschickt hat. Neben dem schweren Gerät bringen die rund 25 Helfer auch Babynahrung in die Pfalz. Darüber hinaus erhielt Florian Hüfner auch Geldspenden im vierstelligen Bereich.

Zwischenlager in Iffezheim


Ebenfalls binnen kürzester Zeit hat Marcus Langenbacher Hilfsgüter organisiert. Gemeinsam mit seiner Mitarbeiterin Silke Ledwina nahm er Kontakt zu der gerade gegründeten Katastrophenhilfe Rhein, Westerwald Sieg e.V. auf und konnte so gezielt Spenden sammeln. Hygieneartikel, nicht verschreibungspflichtige medizinische Hilfsmittel, Möbel, Küchenutensilien und Geräte, Kinderspielsachen und Kleidung sammelt er auf dem Gelände seiner Zerspanungsfirma im Rastatter Industriegebiet. Mittlerweile steht ein Zwischenlager in Iffezheim zur Verfügung.

Auch Marcus Langenbacher erhielt schnell Unterstützung benachbarter und befreundeter Firmen. Langenbacher betont, dass alle Güter „sortenrein“ verpackt sein müssen. Rund 50 Helfer sind beim Sortieren und Verpacken im Einsatz. Am Sonntag wollen sie starten: „Wir haben eine Ablade-Erlaubnis vor Ort“, sagt Langenbacher.

„Kommunen helfen Kommunen“

Zerstörungen von unvorstellbarem Ausmaß, zutiefst verzweifelte Menschen, die alles verloren haben, Vermisste und Tote: Die Meldungen und Bilder, die seit ein paar Tagen aus den von der Hochwasserkatastrophe heimgesuchten Gebieten in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Bayern erreichen, sind erschütternd.

Mit einer Spendenaktion rufen nun die Stadt Rastatt und Landkreis-Kommunen alle Bürger und Unternehmen auf, einen Beitrag zur Unterstützung der betroffenen Menschen zu leisten.

Unter dem Stichwort „Kommunen helfen Kommunen“ soll die Hilfe ganz konkret dem besonders betroffenen Landkreis Ahrweiler im Nachbarbundesland Rheinland-Pfalz zukommen. Bürger werden gebeten, ihren Beitrag auf das Spendenkonto des Kreises Ahrweiler zu überweisen: Kreissparkasse Ahrweiler, IBAN: DE86 5775 1310 0000 3394 57, Spenden-Stichwort: Hochwasser.

„Wir sind Gott sei Dank verschont geblieben von einer solchen Katastrophe und sollten dafür dankbar sein“, sagt Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch. Er hatte die Spendenaktion angeregt und stellt einen höheren Betrag aus seinen privaten Mitteln zur Verfügung, ebenso wie die Bürgermeister Pfirrmann und Knoth sowie Mitarbeiter der Verwaltung, wie es in einer Pressemitteilung heißt. „Ich finde es großartig und berührend, mit welchem Einsatz und welcher Mitmenschlichkeit die Mitarbeiter der Feuerwehren und Hilfsorganisatoren aus Rastatt und der Region sich ohne zu zögern auf den Weg gemacht und Hilfe geleistet haben vor Ort“, so der OB. „Aus den Krisengebieten hören wir, dass inzwischen genügend Sachspenden eingetroffen sind, es jedoch an finanzieller Unterstützung fehlt. Hier wollen wir ein Zeichen setzen und Solidarität zeigen.“

Feuerwehr hilft, Stromversorgung herzurichten

In Kooperation mit einem Karlsruher Unternehmen für Brandschutztechnik fahren am Freitag um 14 Uhr Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Elchesheim-Illingen in die Region Bad Ahrweiler, um dort zu helfen, die Stromversorgung der Gemeinde Dernau wieder herzurichten. Dafür habe man bereits Bagger organisiert und einige Stromaggregate gekauft. Benötigt werden noch Erd- und Installationskabel, Stromaggregate oder Spenden, um diese zu beschaffen. Spenden können am heutigen Donnerstag, 22. Juli, zwischen 16 und 18 Uhr im Feuerwehrhaus Elchesheim-Illingen, Rathausplatz 8, abgegeben werden. Was noch benötigt wird, ist unter folgendem Link zu sehen: www.sautter-brandschutztechnik.com.

Silke Ledwina und Marcus Langenbacher (Dritte und Vierter von links) mit den fleißigen Helfern. Foto: Frank Vetter

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Silke Ledwina und Marcus Langenbacher (Dritte und Vierter von links) mit den fleißigen Helfern. Foto: Frank Vetter


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