Sportkolumne: Das Wetter in der Bundesliga

Leipzig (rap) – Die BT-Sportkolumne Rapps Rapport widmet sich am Donnerstag der wirklich wichtigen Statistik der vergangenen Bundesliga-Saison – dem Wetter.

Sonne satt in Leipzig: 111 Sonnenstunden konnten die Zuschauer rund um die Heimspiele in der Red Bull Arena genießen – wenn denn welche dagewesen wären. Foto: Jan Woitas/ZB/dpa

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Sonne satt in Leipzig: 111 Sonnenstunden konnten die Zuschauer rund um die Heimspiele in der Red Bull Arena genießen – wenn denn welche dagewesen wären. Foto: Jan Woitas/ZB/dpa

Statistikfreunde kommen beim Fußball bekanntlich voll und ganz auf ihre Kosten: Laufleistung, Zweikampfquote, Zuschauerschnitt – alles längst bekannt und bis ins kleinste Detail durchgekaut. Auch Deutschlands beste Stadionwurst, die bei jedem Dorfverein besser schmeckt als die Tönnies-Corona-Würstl auf Schalke, wird natürlich Jahr für Jahr gekürt – wahrscheinlich von Reiner Calmund. Nun erobern aber auch die Hobby-Meteorologen den Fußball. Irgendein unterbeschäftigter Mitarbeiter der Internetplattform „onlinecasinosdeutschland.com“ hat sich als Sven-Plöger-Double versucht und die vergangene Bundesligasaison analysiert – hinsichtlich Sonnenstunden, Niederschlag und Temperatur.

Warm einpacken: Nirgends war es so kalt wie in der Münchner Allianz Arena. Foto: Matthias Balk/dpa

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Warm einpacken: Nirgends war es so kalt wie in der Münchner Allianz Arena. Foto: Matthias Balk/dpa

Achtung, Trommelwirbel: Die Ruhmreichen von der Säbener Straße stehen mal nicht ganz oben, dürfen mal nicht hemmungslos mit Weißbier um sich schütten und „Forever Number one“ grölen – ein Henkelpott reicht ja auch schließlich. Ganz im Gegenteil, die Flick-Elf befindet sich ganz tief im Abstiegskampf, zumindest was die Temperatur-Tabelle anbelangt: Mit einer mickrigen Durchschnittstemperatur von 12,4 Grad Celsius belegt der FCB den letzten Platz. Ob die teils frostige Stimmung des Opernpublikums im gern als „Arroganz Arena“ verspotteten Luftkissenboot Schuld daran trägt? Oder doch eher die Nähe zu den Alpen? Also liebe Leser, sollten Sie, sobald Corona mal wieder mitspielt und die Fans in die Stadien zurückkehren dürfen, einen Ausflug in die Arena planen, vergessen Sie nicht, eine lange Feinripp-Unterhose (natürlich rot-weiß), Winterstiefel und eine warme Jacke anzuziehen.

Kein eitel Sonnenschein bei der Hertha

Für einen Aufenthalt an der Alten Försterei in Köpenick dagegen reicht ein T-Shirt. Nirgends war es in der vergangenen Bundesliga-Spielzeit so warm wie in Ost-Berlin bei Eisern Union – stolze 16,9 Grad im Durchschnitt! Und nach zwei, drei Berliner Weisse – gern mit (Tor-)Schuss – nähert sich die gefühlte Temperatur ohnehin den 20 Grad an.

Von der Sonne geküsst war dagegen das Leipziger Publikum. Satte 111 Stunden strahlte die Sonne über der Red Bull Arena. Was nur einen Schluss zulässt: Neben dem babbigen Brausegetränk gehört zu jeder guten RB-Fanausstattung auch eine Sonnenbrille und -creme, um nicht nur mit drei Punkten, sondern auch ohne einen Sonnenbrand aus dem Stadion zu gehen. Zumindest in Sachen Sonnenstunden mischt der FCB auf Champions-League-Niveau mit – 91,5 Stunden bedeuten Rang zwei.

Kein eitel Sonnenschein herrschte dagegen bei der Berliner Hertha, die mit 41 Stunden am Ende des Rankings liegt – trotz des mehrmonatigen Wirkens von Grinsi-Klinsi. Da ist es ja nur verständlich, dass der schwäbische Bäckersohn in seine kalifornische Wahl-Heimat Huntington Beach flüchtete. Der selbst ernannte „Big City Club“ also so ganz ohne Strahlkraft – und jetzt auch noch ohne Sonne.

Richtige Kleidung ist im Augsburger Stadion wichtig. Dort fielen 80 Liter Regen auf den Quadratmeter. Foto: Peter Kneffel/dpa

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Richtige Kleidung ist im Augsburger Stadion wichtig. Dort fielen 80 Liter Regen auf den Quadratmeter. Foto: Peter Kneffel/dpa

Sprichwörtlich im Regen standen, beziehungsweise saßen, die Zuschauer in der Augsburger WWK-Arena. Mit 80 Litern pro Quadratmeter gab es beim FCA den meisten Niederschlag. Böse Zungen behaupten, dass dies die Rache sei, dass die bayrischen Schwaben im Frühjahr Heiko Herrlich als Trainer verpflichtet haben. Auch in Hoffenheim schüttete es mit 70 Litern wie aus Eimern. Ein schönes Wetter kann sich selbst ein Dietmar Hopp nicht kaufen.

Trocken wie in der Sahara war es dagegen auf Schalke mit gerade mal 18 Litern. So trocken also, wie das Tönnies-Fleisch...

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Erstellt:
3. September 2020, 07:30 Uhr
Lesedauer:
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