Sportler-Gala kann stattfinden, die Frage ist nur, wie

Baden-Baden (ket) – Das Gute: Die Sportler des Jahres werden am Sonntag, 19. Dezember, trotz Corona im Baden-Badener Kurhaus geehrt. Weniger schön: Noch ist nicht vorhersehbar, in welchem Rahmen.

So sah das Podium auf der Pressekonferenz an diesem Dienstag aus.  Foto: Frank Ketterer

So sah das Podium auf der Pressekonferenz an diesem Dienstag aus. Foto: Frank Ketterer

Die Antwort mit der Kirsche auf all der Sahne hätte auch Mieke Kröger gerne gegeben, allerdings ist das jetzt nicht mehr möglich, Aline Rotter-Focken ist ihr zuvorgekommen. Weiter schlimm ist das für beide nicht, wie schnell erkennbar wird. Die eine, Olympiasiegerin im Ringen, freut sich einfach, verbal ein wenig flinker gewesen zu sein, die andere, Olympiasiegerin im Bahnradfahren, hat aus der Kirsche fast ebenso flott das berühmte Tüpfelchen auf dem i gemacht.

Beides, Tüpfelchen wie Kirsche, dient als prima Antwort auf die zuvor gestellte Frage, wie es wohl wäre, sollte eine der beiden Tokio-Championessen am 19. Dezember, einem Sonntag, im Baden-Badener Kurhaus zur Sportlerin des Jahres 2021 gekürt werden.
Dass an dem Abend die Olympiasieger der Sommerspiele 2021 im Mittelpunkt stehen werden, darf als weitgehend gesichert gelten. Zum einen war schon das Podium der Pressekonferenz im Brenners Parkhotel an diesem Dienstag – zwischen Kröger und Rotter-Focken hatte Kajak-Olympiasieger Ronald Rauhe Platz genommen – randvoll gefüllt mit Tokio-Siegern. Zum anderen war das in Olympiajahren fast immer so, seit es die Wahl gibt. Seit 1947 ist das der Fall. Zum 75. Mal findet sie heuer also statt. Nie ist sie ausgefallen. Selbst Corona kann das nicht ändern. „Das Positive ist, dass die Wahl samt Veranstaltung stattfindet“, gab Klaus Dobbratz, Chef der ausrichtenden Internationalen Sportkorrespondenz (ISK), am gestrigen Dienstag spürbar stolz bekannt. „In welcher genauen Form wir übertragen können, dazu können wir jetzt noch nichts Definitives sagen. Wir müssen die Entwicklung der Pandemie abwarten und beobachten, was die nächsten Tage bringen werden. Dass wir uns am Tage der Übertragung natürlich an die dann gültigen Verordnungen halten werden, ist klar“, sagte wiederum Thomas Fuhrmann, Sportchef des mitveranstaltenden ZDF.

Ein prachtvoller Galaabend wird es eher nicht

Fest stehen dürfte: Einen prachtvollen Galaabend mit ebensolchem Menü und über 700 geladenen Gästen wie in normalen Zeiten wird es auch in diesem Jahr nicht geben. Im bereits coronaverseuchten Vorjahr war lediglich den zu ehrenden Sportlern sowie einer handvoll Berichterstattern der Einlass ins Kurhaus vergönnt. „Ehrungen im Hochsicherheitstrakt“, hieß dazu passend die Überschrift im Badischen Tagblatt.

Das Thema Sicherheit wird auch am 19. Dezember ein wichtiges sein. „Die Gesundheit der Sportler steht an erster Stelle“, betonte ZDF-Sportchef Fuhrmann am gestrigen Dienstag. „Ob und wie wir dann feiern können, wird man sehen“, ergänzte ihn ISK-Chef Dobbratz. Aktuell fest steht nur, dass es unter der 2G-plus-Regel geschehen wird.

Rund 3.000 Sportjournalisten sind wahlberechtigt

Ohnehin muss zuvor erstmal noch fertiggewählt werden. Noch bis Sonntag haben die rund 3.000 Sportjournalisten Deutschlands die Möglichkeit, online ihr Häkchen zu setzen. Wie immer bis zum Ehrungsabend geheim wird dann der Ausgang der Wahl bleiben. Mieke Kröger und Aline Rotter-Focken werden also noch ein wenig warten müssen, ob sie Kirsche oder Tüpfelchen auf Sahne beziehungsweise i bekommen, zumal in Weitspringerin Malaika Mihambo bärenstarke Konkurrenz wartet. Nicht anders sieht es bei Ronald Rauhe aus, der es bei den Männern unter anderem mit Tennis-Olympiasieger Alexander Zverev zu tun haben dürfte. Ein heißes Eisen bei den Mannschaften könnte die deutsche Dressur-Equipe sein. Eher nicht auf dem Podium zu erwarten: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft.

Zum Artikel

Erstellt:
30. November 2021, 20:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 39sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.