Sportler des Jahres: FC Bayern als Topfavorit

Baden-Baden (moe) – Am Sonntag wird das Geheimnis gelüftet, wer die Preise für die „Sportler des Jahres“ erhält. Bei den Teams gelten die Fußballer des FC Bayern München als Topfavoriten.

Dreimal ganz vorne: Emma Hinze sprintet bei der Bahnrad-WM gleich mehrfach zu Gold. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

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Dreimal ganz vorne: Emma Hinze sprintet bei der Bahnrad-WM gleich mehrfach zu Gold. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Die Ergebnisse der Sportlerwahl hütet Klaus Dobbratz stets wie seinen Augapfel. Auch wenn man noch so findig versucht, ihm ein paar Informationshäppchen zu entlocken, schweigt der Organisator von der Internationalen Sport-Korrespondenz (ISK) wie ein Hünengrab. Das bietet natürlich Raum für Spekulationen, wobei diesbezüglich ein Blick auf die 57 Namen umfassenden Vorschlagslisten lohnt, an der sich die etwa 3 600 Wahlberechtigten des Verbands Deutscher Sportjournalisten (VDS) orientieren konnten.

FC Bayern als Topfavorit

Ganz, ganz hoch im Kurs bei den Mannschaften steht selbstverständlich der FC Bayern München, der im zu Ende gehenden Jahr quasi alles gewonnen hat, was die Fußball-Wettbewerbe des Kontinents so hergaben. Nicht vergessen werden dürfen allerdings Kevin Krawietz und Andreas Mies. Das Tennis-Doppel verteidigte bei den French Open in Paris seinen Grand-Slam-Titel aus dem Vorjahr. Das könnte das Duo bei der Sportlerwahl vielleicht sogar noch weiter nach vorne schmettern als 2019, als die beiden Dritte wurden. Chancen aufs Podest dürfen sich auch der Deutschland-Achter, zum achten Mal Europameister, die Weltmeisterinnen im Bahnrad-Sprint, die Biathlon-Staffel, die Wolfsburger Double-Fußballerinnen und das Bob-Duo beziehungsweise -Quartett um Francesco Friedrich ausrechnen.

Experten erwarten Duell zwischen Vetter und Draisaitl

Hat in diesem Jahr groß abgeräumt: Eishockey-Star Leon Draisaitl von den Edmonton Oilers. Foto: Lynne Sladky/AP/dpa

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Hat in diesem Jahr groß abgeräumt: Eishockey-Star Leon Draisaitl von den Edmonton Oilers. Foto: Lynne Sladky/AP/dpa

Bei den Männern läuft es wohl auf einen Showdown zwischen Eishockey-Superstar Leon Draisaitl und Speerwerfer Johannes Vetter hinaus. Der Kufencrack der Edmonton Oilers ist zwar eigentlich ein Mannschaftssportler, 2020 hat er aber die nordamerikanische Profiliga NHL dominiert und alle Individualpreise abgeräumt – unter anderem den Titel des „Most Valuable Player“, also des wertvollsten Spielers der Saison. Das ist in der NHL noch keinem Deutschen gelungen. Vetter, Weltmeister von 2017, wiederum hat seinen Speer in diesem Jahr auf 97,76 Meter segeln lassen und damit nicht nur seinen eigenen deutschen Rekord pulverisiert, sondern auch die weltweit zweitbeste Weite mit dem aktuellen Wurfgerät erzielt. Zum Weltrekord von Jan Zelezny fehlen nur noch 72 Zentimeter.

Emma Hinze als neuer Stern am Bahnrad-Himmel

Bei den Frauen haben die Experten unter anderem Biathletin Denise Herrmann auf der Rechnung, die bei der WM in Antholz drei Medaillen nach Hause lief (und schoss). Oder Emma Hinze. Der Stern des Bahnrad-Asses ging bei der Heim-WM in Berlin auf, als die 23-Jährige drei Goldmedaillen einheimste. Während Laura Siegemund im Tennis mit ihrer Doppel-Partnerin Wera Swonarewa die US-Open gewann und auch im Einzel eine echte Renaissance erlebte, brachte Organisator Dobbratz bei der Pressekonferenz in der vergangenen Woche auch Vorjahressiegerin Malaika Mihambo ins Spiel. Die Weitspringerin zauberte quasi aus dem Stand mit 7,03 Metern nicht nur eine neue Weltjahresbestleistung in den Sand von Dessau, sondern „hat in der Krise vorbildlich geholfen, andere Sportler zu motivieren“, wie Dobbratz unterstreicht.

Zweifelsohne war 2020 coronabedingt ein besonderes Sportjahr, in dem – nicht nur mangels Wettkämpfen – auch andere Aspekte als nur die nackten Zahlen ins Gewicht fallen. Deshalb werde bei der ersten reinen Online-Wahl – die Beteiligung liegt laut Dobbratz im Bereich der Vorjahre – „nicht so sehr das goldene Tor oder die schnellste Zeit über 800 oder 1 500 Meter“ zum Parameter der Wahl einer Sportlerin oder eines Sportlers werden. „Wir werden sicherlich Athletinnen und Athleten unter den Geehrten sehen, die unter diesen Umständen ganz Besonderes geleistet haben. Menschen, die sich aus eigener Kraft an den Haaren aus dem Sumpf gezogen und vielleicht für die Gesellschaft Großes im Kleinen geleistet haben“, erklärt Dobbratz.

Egal wer am Sonntag letztlich ganz oben steht, Wertschätzung wird in diesem vermaledeiten Jahr allen Athleten zuteil. Das ist auch Klaus Dobbratz wichtig: „Wir wollen uns tiefer denn je vor den Athleten verneigen, die trotz allem Großes geleistet haben.“

Die Preisverleihung findet in diesem Jahr unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt. Hier geht’s zum Artikel.


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