Sportplatz: Bürgermeister macht Dampf

Elchesheim-Illingen (as) – Die Sportstättenfrage soll endlich geklärt werden: Die Verwaltung lädt zu einer Online-Besprechung und schaltet einen Mediator ein. Der RWE will sich nicht drängen lassen.

Sportplatz: Bürgermeister macht Dampf

Weiterkommen in der Frage der Sportstätte in Illingen möchte die Gemeindeverwaltung, der RWE will sich nicht unter Druck setzen lassen. Archivfoto: Anja Groß

Gas gibt Bürgermeister Rolf Spiegelhalder jetzt in der Sportstättenfrage. Schon zum zweiten Mal innerhalb von acht Tagen hat er den Fußballverein Rot-Weiß Elchesheim (RWE) schriftlich zu einem Gespräch über das weitere Vorgehen und zur Vorstellung der Entwurfsplanung eingeladen – diesmal wegen der Corona-Beschränkungen per Video- oder Telefonkonferenz am 10. Dezember. Zudem habe die Verwaltung einen neutralen Mediator vorgeschlagen. Bislang habe der Fußballverein auf beides nicht reagiert.

Das bestätigt RWE-Vorsitzender Dieter Link gegenüber dem BT. Zur Erklärung fügt er an, dass er das erst mit den anderen Vorstandsmitgliedern abklären müsse. Er habe die schriftliche Einladung am 25. November im Briefkasten gehabt, versehen mit einer sehr kurzen Antwortfrist bis 27. November. „Es hat nicht jeder die erforderliche Technik“, beschreibt er ein weiteres Problem. Außerdem müsse er zunächst alle Vorstandsmitglieder „auf denselben Wissensstand bringen“, sagt Link.

Dazu hatte er von der Gemeinde die bisherige Entwurfsplanung für die Verlegung der Sportstätte nach Illingen angefordert. Diese will Spiegelhalder ihm jedoch nicht vorab zur Verfügung stellen. Dem stehe „die noch zu führende Vorstellung im Gemeinderat entgegen, was Sie in der Funktion als Gemeinderat sicherlich verstehen können“, schreibt er in seiner Einladung vom 24. November, die dem BT vorliegt.

Mediator aus Stuttgart

Darin kündigt er bereits an, „dass die Verwaltung bereit ist, sich für eine zielführende Gesprächsführung eines Mediators zu bedienen, sofern es bei den Gesprächen ausnahmslos um die Umsetzung des Gemeinderatsbeschlusses zur Verlegung der Sportstätte nach Illingen geht“. Erneute Diskussionen um einen anderen als den beschlossenen Standort könne und werde es nicht geben, heißt es in der Einladung weiter.

Link ist froh, dass ein Mediator eingeschaltet werden soll. Man habe Michael Nusser von der Laganda GmbH in Stuttgart vorgeschlagen, berichtet Spiegelhalder dem BT. Die Empfehlung sei über die Gemeinde Rheinstetten erfolgt, die Nusser bei der Sportstätten-Entwicklungsplanung beraten habe. „Wir haben zu denen noch nie einen Kontakt gehabt“, betont der Verwaltungschef, dass Nusser ein neutraler Mediator sei. Link schlägt er in einer E-Mail vom 30. November vor, sich kurzfristig mit Nusser in Verbindung zu setzen zur „Absprache für einen ersten Gesprächsaustausch“ und um seine Sichtweise zu erläutern, „damit sich Herr Nusser ein Bild von der Situation machen kann“.

Dafür habe er noch keine Zeit gehabt, sagt der RWE-Vorsitzende auf BT-Anfrage. Und überhaupt wüsste er mit Blick auf ein Gespräch mit der Verwaltung gerne mal konkret, „worüber wir reden wollen“.

Verein um Konsens bemüht

Das konnte er in Teilen dann dem aktuellen Gemeindeanzeiger (GAZ) entnehmen. In den „Amtlichen Bekanntmachungen“ zur neuen Sportstätte Elchesheim-Illingen skizziert Spiegelhalder, dass Bauherr und Kostenträger für die Ausstattung des Sportplatzes mit moderner Bewässerung und Flutlicht sowie für den Neubau eines Funktionsgebäudes (Umkleiden, Sanitär, Geräteraum) die Gemeinde Elchesheim-Illingen sein soll. Für Clubhaus und Grundstück des Rot-Weiß Elchesheim solle ein Verkehrswertgutachten erstellt und der Verein entsprechend entschädigt werden. „Diesen Erlös müsste der Verein in ein neues Clubhaus investieren“, heißt es weiter. Bislang war stets die Rede davon gewesen, dass der RWE als Bauherr auftreten müsse, weil es sonst keine Zuschüsse vom Sportbund gibt.

Sehr verwundert habe ihn bei der Lektüre zudem folgender Satz, sagt Link: „Weiterhin wurde zur Gesprächsführung seitens der Verwaltung ein mit Sportplatzfragen vertrauter Mediator beauftragt.“ „Da wird doch nicht mit offenen Karten gespielt“, mutmaßt der RWE-Vorsitzende. Zwischen einem Vorschlag und einem bereits beauftragten Mediator sei wohl doch ein Unterschied.

Link betont dennoch, er versuche, einen Konsens in der Sache zu finden, wolle sich aber nicht unter Druck setzen lassen. „Das beschäftigt mich sehr, denn für uns geht es um die Existenz des Vereins“, ist der Knackpunkt aus seiner Sicht nach wie vor die Frage der Bauherrschaft und damit des finanziellen Risikos.

Mit Blick auf die im GAZ genannten Vorschläge frage er sich als Gemeinderat zudem, wie die nicht gerade finanzstarke Gemeinde das alles stemmen will, wo man zugleich einen neuen Bauhof für 2,5 Millionen Euro plant und das Gewerbegebiet „Lachenwiesen“ erweitert. Er könnte sich deshalb beispielsweise vorstellen, das ganze Projekt zu teilen und über mehrere Jahre zu strecken.

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